„Schüler experimentieren“: Jungforscher David Singer wieder erstklassig

David Singer Vogelkartierung #1Mit seinem Projekt „Vogelkartierung Hoppengrund“ ist der Brakeler Nachwuchsforscher David Singer zu ganz außergewöhnlichen Jungforscher-Ehren gekommen. Im Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“ erreichte der Neuntklässler des Brakeler Gymnasiums Brede in Bochum die höchste Auszeichnung, die in diesem Wettbewerb überhaupt zu vergeben ist: den 1. Platz im Fachbereich „Biologie“. Aber damit nicht genug: David erhielt außerdem einen „2. Sonderpreis Umwelt“.

„Damit war für mich für dieses Jahr der Wettbewerb beendet, da es im Bereich Schüler experimentieren keinen Bundeswettbewerb gibt“, erläutert David Singer, der mit seinem viel beachteten Langzeitprojekt seit Oktober 2007 den Vogelbestand eines 20 Hektar großen Gebietes in seiner nahen Wohnumgebung, dem „Hoppengrund“, erfasst: „Dabei geht es mir hauptsächlich um die Brutvogelarten und ihre Reviere, aber auch um Gastvögel. Für die Erfassung führe ich einmal wöchentlich bei Sonnenaufgang eine Begehung des Gebietes durch.“ Dabei trägt er alle Vogelarten, die er gesehen oder gehört hat, in eine Karte ein. David weiter: „Später werte ich diese Eintragungen mit einem speziellen Computerprogramm aus. So kann ich die Reviere der Brutvögel ermitteln sowie das Vorkommen von Gastvögeln festhalten.“ Insgesamt 23 Brutvogelarten hat David in diesem Revier übrigens festgestellt.

Im November 2008 fasste David Singer dann den Entschluss, sich mit seiner Arbeit beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“, der Vorstufe von „Jugend forscht“, zu beteiligen. Im vergangenen Februar setzte er sich im Rahmen des Regionalwettbewerbs in Paderborn gegen die forschenden Mitbewerber durch und qualifizierte sich mit einem 1. Platz im Fachbereich Biologie für den Landeswettbewerb im Unternehmen RWE in Bochum. Dort beteiligten sich Gruppen und Einzelpersonen aus ganz NRW, die ihre Projekte aus den Bereichen Physik, Chemie, Technik, Mathe/Informatik, Biologie, Arbeitswelt sowie Geo- und Raumwissenschaften vorstellten.

David Singer Vogelkartierung #2Auch hier beeindruckte er die Juroren mit seiner Arbeit nachhaltig und setze sich an die Spitze des Teilnehmerfeldes. In besonders lebhafter Erinnerung ist David dabei die Feierstunde geblieben: „Eine Radio-Reporterin stellte den vier für die Bühnenpräsentation ausgewählten Einzelpersonen und Gruppen einige Fragen zu ihren Projekten. Das machte sie sehr ansprechend, sodass es leicht fiel, vor einem recht großen Publikum frei von seinem Projekt zu erzählen.“

Aufmerksam lauschte das Publikum dabei den Erkenntnissen, die David durch seine Arbeit gewonnen hat. So mahnte er insbesondere eine Vielfalt an Gehölzstrukturen an, die ihm in einer eher ausgeräumten Kulturlandschaft sehr wichtig erscheinen: „Hier haben sich die Vögel konzentriert, während es auf den Wiesen meist nur eine Vogelart gab.“ Am Ende seiner Präsentation konnte David den Zuhörern noch einen ganz alltagspraktischen Vorschlag mit auf den Nachhauseweg geben: „In gut gepflegten Gärten fühlen sich die Vögel einfach nicht heimisch, weil sie keine Verstecke finden – und auch keine Nahrung.“

Rückblickend zieht David ein sehr positives Fazit seiner Teilnahme: „Der Wettbewerb hat sicherlich viel Zeit und Energie gekostet, doch gerade die Tage in Paderborn und Bochum waren sehr erlebnisreich – und ich werde sie wohl nicht so schnell vergessen.“ Jedem, der ein wenig Forscherdrang in sich verspürt, könne er die Teilnahme an „Jugend forscht“ nur empfehlen: „Es macht Spaß, anderen Leuten von seinem Projekt zu berichten und sie vielleicht auch dafür zu interessieren und zu begeistern.“

Text und Fotos: Kai Hasenbein