Ergebnisse der SEIS-Umfrage

Die Selbstevaluation im Gymnasium Brede hat ein positives Ergebnis ergeben. Die Werte des Gymnasiums liegen durchweg gleich, meistens sogar über dem Durchschnitt anderer Schulen. Das stimmt sicherlich zufrieden, an Möglichkeiten zur Optimierung fehlt es dennoch nicht. Bei den folgenden Zahlen und Einschätzungen handelt es sich um eine subjektive Auswahl von Ergebnissen, die besonders auffallend waren.

So bemängeln sowohl in der an SEIS beteiligten Klasse 8 als auch in Klasse 11 die Schüler, nicht in ihrem eigenen Tempo lernen zu können. Dem stimmen in beiden Fällen auch die Eltern mehrheitlich zu. Beide Schülergruppen wissen um Zusatzangebote wie Förderangebote, allgemeine Beratung und Berufsberatung sowie fachliche Unterstützung und AG´s.

Bemerkenswert: Obwohl das Gymnasium Brede sich als müllfreie Schule versteht, glauben nur 44 Prozent der Achtklässler gelernt zu haben, zur Schonung der Umwelt beizutragen. Nur 42 Prozent der Elftklässler sind dieser Ansicht.

Bei der Förderung individueller Begabungen sowie nationalen und internationalen Begegnungsmöglichkeiten schneidet unsere Schule gut ab bei Eltern sowie bei Schülerinnen und Schülern beider befragten Jahrgangsstufen. Interessant waren natürlich die Fragen, die die Elternvertreter individuell auf unsere Schule abgestimmt in die SEIS-Befragung einbauen durften. 88 Prozent der befragten Eltern der Achtklässler und 90 Prozent der befragten Elftklässler-Eltern haben hier bestätigt, dass Nächstenliebe für das Gymnasium Brede als Schule in kirchlicher Trägerschaft mehr ist als ein Wort, sondern dass unsere Schule auch in einem besonderen Maße auf den Umgang der Schülerinnen und Schüler untereinander achtet und bei Abweichungen konsequent eingreift.

Auch die Frage nach der Ausweitung der Ganztagsangebote wurde eindeutig negativ beantwortet: Nur 29 Prozent wünschen sich bei den Achtklässlern eine Ausweitung in diesem Bereich, 27 Prozent bei den Elftklässlern. Vor allem bei den Achtklässlern sehr deutlich ist die Botschaft, was die Entwicklung der Schülerzahlen angeht: 77 Prozent der Eltern wünschen eine Reduzierung, in der Oberstufe sind es noch 55 Prozent der Eltern, 19 Prozent haben hier allerdings „Weiß nicht“ angekreuzt. „Weiß nicht“ scheint eine beliebte Antwort gewesen zu sein. 24 Prozent der Oberstufen-Eltern wissen nicht, ob die Schule für Anregungen der Eltern offen ist, 68 Prozent sehen das sehr wohl so. 83 Prozent der Achtklässler-Eltern sind ebenfalls dieser Ansicht.

Zufrieden darf auch stimmen, dass sich nahezu 100 Prozent der Schülerinnen und Schüler sowie auch der Eltern und Lehrer des Gymnasiums Brede an unserer Schule sicher fühlen und sie als einladenden und freundlichen Ort empfinden – obwohl die Mehrheit feststellt, dass eine individuelle Gestaltung der Räume nicht gegeben ist.

Traumergebnisse gab es bei der Frage „Ich gehe gern auf diese Schule“ für die Schüler beziehungsweise „Ich schicke meine/n Sohn/Tochter gern auf diese Schule“. Vor allem in der achten Klasse gibt es hier Sympathien bis weit jenseits der 90-Prozent-Grenze. 71 Prozent der Schüler gehen laut Umfrage auch in der 11. Klasse gern auf das Gymnasium Brede. Extrem deutlich bekennen sich die Eltern zur Schule: 99 Prozent schicken Sohn oder Tochter gern dorthin. Kein Zweifel besteht am Ruf des Gymnasiums Brede im Ort und in der Region: Da gibt es keine Abstriche. Und: Es gibt nahezu niemanden, der das Gymnasium Brede nicht vorbehaltlos weiterempfehlen würde.

Interessant sind einige Vergleiche zwischen Acht- und Elftklässlern. Waren bei den Achtklässlern noch 74 Prozent der Ansicht, dass die Schule hilft, eigene Stärken und Schwächen zu erkennen, sind drei Jahre später nur noch 51 Prozent dieser Ansicht.

Mit Blick auf die „Weiß nicht“-Antworten sind verschiedene Fragen interessant. Wenn ein Viertel der Eltern in der Jahrgangsstufe 11 nicht wissen, ob Lehrerinnen oder Lehrer etwas dagegen tun, wenn Schülerinnen oder Schüler von Mitschülerinnen oder Mitschülerinnen schlecht behandelt werden, dann besteht da offensichtlich Informationsbedarf – zumal nur zwei Prozent der Achtklässler-Eltern hier mit „Weiß nicht“ geantwortet haben. 23 Prozent ihrer Sprösslinge stimmen nicht zu, dass Lehrerinnen und Lehrer etwas dagegen tun oder wissen es nicht. Um hier aber kein schiefes Bild zu zeichnen: 77 Prozent der Schüler in den achten Klassen, 89 Prozent der Eltern dort finden, dass die Lehrkräfte ausreichend eingreifen. In der elften Klasse meinen das nur 52 Prozent der Schüler und 60 Prozent der Eltern.

Auffällig viel „Weiß nicht“ ist bei Fragen, in denen es um Angebote im Bereich Beratung und Unterstützung geht, angekreuzt worden.

Interessant auch die Einschätzungen der Lehrer: Sie sind sich mehrheitlich mit den Schülern einig, dass diese nicht in ihrem eigenen Tempo lernen können, nur 24 Prozent der Lehrer sagen, dass die ausreichend Zeit haben, sich um die Schülerinnen und Schüler kümmern zu können. Durchweg positiv bewerten sie ihre Fähigkeit, den Schülern Wissen und Werte zu vermitteln. Allerdings stimmen nur 44 Prozent der Aussage zu, dass am Gymnasium Brede Lehrerinnen und Lehrer sowie sonstige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihren Einsatz und ihre Leistung gelobt werden.

93 Prozent der Befragten sind der Ansicht dass alle am Schulleben Beteiligten gemeinsam am Erfolg der Schule arbeiten. Sieben Prozent haben hier „Weiß nicht“ angekreuzt.

Nur 31 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer glauben, dass die Evaluierung zu Verbesserungen führt. 40 Prozent der Eltern der Elftklässler glauben das, 46 (!!!) Prozent haben „Weiß nicht“ angekreuzt. 24 Prozent ihrer Kinder glauben, dass die Umfrage etwas bewirkt. Bei den Eltern der Achtklässler rechnen 71 Prozent mit Verbesserungen, 38 Prozent ihrer Kinder tun dies. Zusammenfassend stelle ich fest, dass die Umfrage gezeigt hat, das Klagen in unserem Fall Jammern auf hohem Niveau wäre. Sie hilft sicherlich, da nachzubessern, wo unsere Schule noch optimaler werden könnte.

Frank Spiegel