Informationen zur „neuen Grippe“

Bezüglich der „neuen Grippe“ werden häufig Fragen gestellt. Uns erreichte ein Informationsschreiben des Gesundheitsamtes des Kreises Höxter, das wir Ihnen hier zur Verfügung stellen:

KREIS HÖXTER – DER LANDRAT
Neue Influenza in Schulen und Gemeinschaftseinrichtungen
Häufig gestellte Fragen und Antworten
Stand: 12.11.2009

Was muss ich über die Neue Influenza wissen?

Die Zahl der Infizierten wird weiter deutlich zunehmen. Die Entwicklung der Gefährlichkeit des Virus ist nicht absehbar. Das Robert – Koch Institut (RKI) hat einen Wechsel in der Strategie der Pandemiebekämpfung angekündigt. Damit folgt das RKI der natürlichen Entwicklung der Pandemie

Maßnahmen wie Isolierung etc. werden zurückgefahren, da keine Wirkung mehr zu erzielen ist.

Eine Infektion mit der „Neuen Influenza“ verläuft nach bisherigen Erfahrungen milde. Bei Personen mit Vorerkrankungen (z.B. chronische Krankheiten der Atemwegsorgane, des Herzkreislaufsystems oder der Immunabwehr), bei Säuglingen sowie bei Schwangeren kann sie zu schwereren Verläufen führen. In der Regel treten die ersten Krankheitszeichen 1-7 Tage nach einer Ansteckung auf. Bereits einen Tag vor dem Symptombeginn bis 7 Tage (bei Kindern bis zu 10 Tage) danach können die Krankheitserreger (Grippeviren) in Rachen- und Nasensekreten ausgeschieden werden. Durch Niesen und Husten und durch direkten Kontakt, z. B. über die Hände, die mit erregerhaltigem Sekret verunreinigt sind (z. B. beim Niesen, Husten), können andere Personen angesteckt werden.

Die typischen Krankheitszeichen der „Neuen Influenza“ sind:

  • plötzlich beginnendes Krankheitsgefühl
  • Fieber ≥ 38°C teilweise mit Schüttelfrost
  • Husten oder Atemnot
  • Muskel-, Glieder- und / oder Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Schnupfen oder verstopfte Nase

Wie kann das Risiko einer Ansteckung vermindert werden?

Folgende Maßnahmen tragen zur Vermeidung der Neuen Influenza bei:

  • Strikte Anwendung von personenbezogener Hygiene, also regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife für mindestens 15-20 Sekunden.
  • Vermeiden von Berührungen von Augen, Nase oder Mund durch die eigenen Hände.
  • Vermeiden von engen Kontakten zu möglicherweise erkrankten Personen.
  • Vermeiden von Anhusten und Anniesen.
  • Beim Husten und Niesen von anderen Personen Abstand halten und am besten ein Papiertaschentuch vor den Mund halten, das anschließend in den Abfall entsorgt wird. Anschließend möglichst die Hände waschen. Wenn kein Papiertaschentuch zur Verfügung steht, sollte in den Ärmel gehustet und geniest werden (nicht in die Hand).
  • Wer krank ist, gehört ins Bett und sollte nicht zur Schule oder zur Arbeit gehen.
  • Viel lüften (3 bis 4-mal täglich Stoßlüftung von 5 – 10 min.)

Ist ein Mundschutz für Lehrkräfte / Schülerinnen und Schüler nötig?

Ein Mundschutz (sog. OP-Maske) wird derzeit vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen nicht empfohlen, weder für gesunde Personen zum Schutz vor Erkrankungen noch für Erkrankte zum Schutz ihrer Kontaktpersonen. In gewissen Situationen mit hohem Ansteckungsrisiko, z. B. im medizinischen Bereich bei der Versorgung von Erkrankten, kann ein Mundschutz sinnvoll sein, da ein Mund-Nasenschutz bei erkrankten Personen die Verbreitung der ausgeschiedenen Viren verringern kann. Bei unvermeidlichen engen Kontakten zu nicht erkrankten Personen kann das Tragen eines solchen Schutzes durch den Erkrankten ggf. auch außerhalb der medizinischen Versorgung in Erwägung gezogen werden.

Was ist zu tun, wenn ein Kind krank zur Schule kommt?

Das kranke Kind darf nicht am Unterricht teilnehmen. Wenn die Symptome, der plötzliche Beginn und die Begleitumstände (z.B. Kontakt mit bestätigten Fällen) auf eine Neue Influenza hinweisen, dann können die Eltern folgendermaßen informiert werden:

  • Es wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen. Über die Notwendigkeit einer Labordiagnostik bzw. Behandlung entscheidet der Arzt.
  • Falls eine Neue Influenza diagnostiziert wird, meldet der Arzt dies dem Gesundheitsamt. Das Gesundheitsamt wird sich ggf. wegen Maßnahmen an die Schule wenden.
  • Für die Eltern besteht keine gesetzliche Verpflichtung, die Diagnose der Neuen Influenza der Schule mitzuteilen.

Es ist sinnvoll, mit den Eltern Absprachen zu treffen und um Kooperation zu bitten.

Was ist zu tun, wenn Kinder oder Lehrkräfte in der Schule erkranken?

Erkrankte Kinder sollten vom Unterricht ausgeschlossen und aus der Schule abgeholt werden. Bis zum Eintreffen der Eltern muss das erkrankte Kind getrennt von den gesunden Kindern bleiben. Treten bei den Lehrkräften Influenza-ähnliche Symptome auf, sind diese Mitarbeiter von der Arbeit freizustellen und sollten telefonisch Kontakt zu ihrem Arzt aufnehmen. Wenn zwei oder mehr Kinder in einer Schulklasse oder mit sonstigem Kontakt zueinander Symptome aufweisen, die auf die Neue Influenza hindeuten, dann hat gemäß § 34 Abs. 6 Infektionsschutzgesetz die Schulleitung dies dem Gesundheitsamt mitzuteilen. Erkrankte Kinder können 1 Tag nach Fieberfreiheit die Gemeinschaftseinrichtung wieder besuchen.

Muss jedes erkrankte Kind getestet werden?

Ein Labortest ist keine notwendige Voraussetzung zur Diagnose der Neuen Influenza. Eine erkrankte Person wird auch ohne Laboruntersuchung als Fall von Neuer Influenza vom behandelnden Arzt gewertet, wenn die Symptome charakteristisch sind, d.h. bei Fieber und Atemwegserkrankung, und wenn Kontakt mit einem labordiagnostisch bestätigten Fall bestand, z.B. in der Familie.

Welche Maßnahmen muss eine Lehrkraft / die Schule ergreifen?

Wenn eine an Neuer Influenza erkrankte Person eine Gemeinschaftseinrichtung besucht hat, war diese möglicherweise schon einen Tag vor Auftreten der eindeutigen Symptome ansteckend. Die anderen Kinder bzw. Betreuer/Lehrkräfte in der Einrichtung gelten nicht als enge Kontaktperson, d.h. das Übertragungsrisiko wird als gering eingeschätzt. Quarantäne- oder Absonderungsmaßnahmen für die gesunden Personen in der Gruppe / Klasse werden nicht empfohlen.

Darüber hinaus sollte jede Schule prüfen, welche anderen, unterrichtsähnlichen Aktivitäten an der Schule bzw. über die Schule den Schülerinnen und Schülern (z. B. auch durch externes Personal) angeboten werden, wie Nachmittagsbetreuung, Turnstunden, Musik- oder Koch- AGs etc. und die dort tätigen Lehrkräfte entsprechend informieren.

Was ist, wenn eine Lehrkraft erkrankt? Muss sie getestet werden?

Für Lehrkräfte gelten die gleichen Maßgaben wie für Schülerinnen und Schüler. Auch für die Lehrerinnen und Lehrer ist ein Labortest keine notwendige Voraussetzung zur ärztlichen Diagnostik der Neuen Influenza. Ausnahmen bestehen bei Risikopersonen.

Braucht man eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, um wieder arbeiten zu können?

Eine Unbedenklichkeitserklärung ist weder erforderlich noch sinnvoll und kann auch von keinem Arzt ausgestellt werden.

Gibt es Situationen, in denen ggf. eine Schule geschlossen wird?

Es gibt keinen Automatismus, der zur Schließung einer Schule führt. Falls in einer Einrichtung mehrere Fälle auftreten, so entscheidet das zuständige Gesundheitsamt unter Berücksichtigung der spezifischen Gegebenheiten, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. In Abhängigkeit von den Erregereigenschaften und dem weiteren Verlauf der Pandemie kann die örtliche Ordnungsbehörde auf Vorschlag des Gesundheitsamtes in Abstimmung mit den Schulträgern im Einzelfall die Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen veranlassen.

Sind Stoffhandtücher oder Stofftaschentücher aus hygienischer Sicht akzeptabel?

Stoffhandtücher oder Stofftaschentücher sollten nicht zum Einsatz kommen; es sollten ausschließlich Einmal-Handtücher benutzt werden. Näheres ist in der „Arbeitshilfe–Hygieneplan für Schulen“ (im Internet verfügbar) des Niedersächsisches Landesgesundheitsamtes (NLGA) hinterlegt.

Was muss bei der Abfallentsorgung beachtet werden

Für die Abfallentsorgung ergeben sich keine Veränderungen gegenüber der üblichen Vorgehensweise. Hinweise zur Abfallentsorgung enthält die „Arbeitshilfe–Hygieneplan für Schulen“ des NLGA.

Sollten Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt werden?

Bei zunehmendem Auftreten von Neuer Influenza in einer Einrichtung kann eine erhöhte Reinigungsfrequenz (bzw. effektive Desinfektion) von Oberflächen mit häufigem Kontakt (z.B. Türklinken, Handläufe, Spielzeug, Computertastaturen, Arbeitsflächen) und ggf. die Durchführung einer Händedesinfektion durch das Betreuungspersonal (z.B. nach dem Putzen der „Kindernase“) neben den allgemeinen Hygieneempfehlungen sinnvoll sein. Hinweise zur Durchführung von Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen enthält die „Arbeitshilfe–Hygieneplan für Schulen“ (im Internet verfügbar) des NLGA.

Was sollten schwangere Lehrerinnen beachten?

Schwangere gelten als Personengruppe mit einem höheren Risiko für Komplikationen und sollen deshalb besonders vor eine Infektion geschützt werden. Besondere Schutzmaßnahmen für Schwangere sind eine Frage des Mutterschutzes und sollten mit den für den Arbeitsschutz zuständigen Behörden und dem Arbeitgeber geklärt werden.

Können größere Veranstaltungen (z. B. Tag der Offenen Tür, Erntedankfest, Bundesjugendspiele, Einschulung) bzw. Klassenfahrten stattfinden?

Es gibt keine Empfehlung, größere Veranstaltungen abzusagen. Personen mit Symptomen sollten diese Veranstaltungen nicht besuchen. Impfmöglichkeiten gegen die „Neue Grippe“ Auf der Homepage des Kreises können Sie nachschauen, welche Hausärzte gegen die „Neue Grippe“ im Kreis Höxter impfen. Ob man sich impfen lassen sollte, ist mit dem jeweiligen Hausarzt/Impfarzt abzusprechen http://www.kreis-hoexter.de/media/downloads/Liste_Impf%C3%A4rzte_Internet_2-11-2009.pdf.

Sollte man sich trotzdem gegen die normale, saisonale Grippe impfen lassen?

Das Auftreten der Neuen Influenza schließt nicht aus, dass im kommenden Herbst/Winter auch die übliche saisonale Influenza auftreten wird. Derzeit gelten weiterhin die üblichen Impfempfehlungen für die saisonale Influenza.

Haben Sie noch Fragen?

Dann wenden Sie sich bitte an die Abteilung Gesundheits- und Verbraucherschutz des Kreises Höxter, Moltkestr. 12, 37671 Höxter, Tel.: 05271 / 965-2211 oder 2212 (Frau Rödiger, Frau Mönikes und Herrn Isermann). (Quellen: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, Düsseldorf, Niedersächsisches Landesgesundheitsamt, Hannover, Robert – Koch Institut, Berlin)