„Wie ein richtiger Student gefühlt“

Duales Orientierungspraktikum als wichtiger erster Schritt ins Uni-Leben

[caption id="attachment_1937" align="aligncenter" width="320" caption="Die Schülerinnen und Schüler des dualen Orientierungspraktikums 2010"][/caption] Viele Oberstufenschüler verbinden mit dem Begriff „Universität“ ehrfürchtig einen enormen Schritt ins Ungewisse: Was erwartet mich? Wie vermeide ich es, zwischen Tausenden Studierenden nicht den Überblick zu verlieren? Was sind überhaupt Tutorien und Vorlesungen? – Etliche Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 11  haben einen Teil dieser Sorgen bereits hinter sich gelassen: Im Rahmen des „dualen Orientierungspraktikums“, einem neuen, spannenden Projekt zur Berufsorientierung am Gymnasium Brede, haben sie Uni-Luft geschnuppert und die ersten Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Start in das Studium genommen.

Etliche Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufe 11 verbrachten im Rahmen dieses dualen Orientierungspraktikums zunächst eine Woche an der Universität. Dort besuchten sie Vorlesungen, Tutorien und Seminare, recherchierten in der Bibliothek und schnupperten die Campusluft. Anschließend hospitierten sie eine Woche in einem akademisch geprägten Berufsfeld, um insgesamt einen Einblick sowohl in das Studium als auch in einen sich anschließenden Beruf zu erhalten. Im Anschluss an die Praktikumsphase erstellen die Schülerinnen und Schüler einen Erfahrungsbericht, der von den erfahrenen Berufsberatern und den Lehrkräften der Brede ausgewertet wird. Soweit die Theorie.

In der Praxis stieß das Projekt auf eine überwältigende Resonanz unter den Schülerinnen und Schülern: „Ich wollte mir unbedingt ein Bild von der Atmosphäre, die in einer Uni herrscht, machen und ganz einfach wissen, worauf ich mich nach meinem Abitur einlasse“, berichtet Leonie Tönies von ihrer Motivation für diese besondere Art des Praktikums. Und Miguel Romo González ergänzt, dass ihm das gleiche Vorhaben zu seiner vollen Zufriedenheit ermöglicht worden ist: „Wie ein richtiger Student konnte ich die Universität auf eigene Faust erkunden. Am besten gefiel mir dabei der Studiengang Romanische Kulturen.“

Auf sehr gute Erfahrungen blickt auch Thea Sparmeier zurück: „Die zehn Tage an der Universität vergingen wie im Flug“, berichtet die Schülerin und ergänzt begeistert: „Ganz besonders fasziniert hat mich die Bibliothek: Mit großer Ehrfurcht von der Atem beraubenden Menge an Büchern verirrte ich mich prompt in den unzähligen Gängen und Räumen zwischen Seiten und Buchrücken und genoss die fast unheimliche Stille.“ Das duale Orientierungspraktikum und vor allem die studentische Studienberatung haben ihre Ansprüche genau getroffen: „Am Ende meiner Zeit in der Universität hatte ich richtig Lust auf ein baldiges Wiedersehen bekommen und war fast schon ein bisschen traurig, nicht schon gleich mit dem Studium beginnen zu können.“

Möglich wird dieses neue Praktikumsangebot übrigens durch 1500 Euro Fördermittel aus dem Innovationsprojekt „Zukunft fördern. Vertiefte Berufsorientierung gestalten“, zu dem die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, das Schulministerium sowie die Stiftung Partner für Schulen gehören. Seit 2008 sind rund 1500 allgemein bildende Schule in NRW bei der Durchführung von Maßnahmen zur Berufsorientierung unterstützt worden. Wie im Auftaktjahr 2008 stellt die Arbeitsagentur auch 2009 7,5 Millionen Euro an Fördermitteln bereit; insgesamt werden die NRW-Schulen bis 2010 mit rund 30 Millionen Euro bei der Umsetzung von Maßnahmen zur innerschulischen Berufsorientierung unterstützt.

www.zukunft-fördern.de

Text und Foto: Kai Hasenbein (in Zusammenarbeit mit www.zukunft-fördern.de)