Leitbild katholischer Schulen

Miteinander: Lernen Leben Glauben

Leitbild katholischer Schulen: miteinander lernen leben glauben Erzbischof Becker unterzeichnet „Leitbild der katholischen Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn“ / Preisverleihung im Lesezeichen-Wettbewerb zum neuen Leitbild


Paderborn (pdp). Erzbischof Hans-Josef Becker unterschrieb am Montag das „Leitbild der katholischen Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn“, das in einem feierlichen Pontifikalamt im Hohen Dom den Leitern der 18 vom Erzbistum getragenen Schulen überreicht wurde. Mit dabei waren rund 1.000 Schüler, Lehrer und Eltern aus den 9 Gymnasien, 6 Realschulen und 3 Berufskollegs in Trägerschaft des Erzbistums, die aus der ganzen Diözese nach Paderborn gekommen waren. Im Anschluss überreichte Erzbischof Becker den Gewinnern eines Lesezeichen-Wettbewerbs zum neuen Leitbild Preise: In über 1350 Lesezeichenentwürfen brachten Schüler in drei Altersklassen das Leitbild mit dem Titel „miteinander lernen leben glauben“ ins Bild.

Das Leitbild sei eine „Anstiftung zu profiliertem Christsein“ an den vom Erzbistum Paderborn getragenen Schulen, sagte Erzbischof Becker in seiner Predigt im Hohen Dom. Der tatsächlich verkündete, gefeierte und gelebte Glaube in Unterricht, Gottesdienst und im Schulalltag zeichne die katholischen Schulen aus, mache sie attraktiv und lasse sie zu Orten werden, an denen Schüler gerne lernen würden, Lehrer engagiert unterrichteten und Eltern ihre Kinder gut aufgehoben wüssten. Die im Leitbild genannten Punkte „Authentische christliche Spiritualität: Menschen auf der Suche nach Gott“, „Die Würde des Menschen: Verwurzelt in seiner Gottebenbildlichkeit“, „Katholisch: allgemein, umfassend“, „Im Dialog leben: Katholisch in ökumenischer Offenheit“, „Der Mensch: Einheit von Leib, Seele und Geist“, „Die Welt als Schöpfung: Zur Verantwortung bereit sein“ und „Zum Guten befähigen: Zur Liebesfähigkeit führen“ seien der Maßstab dessen, was an den vom Erzbistum Paderborn getragenen 18 Schulen geschehe.

Das neue Leitbild sei nicht am grünen Tisch entworfen worden, informierte Erzbischof Becker weiter. Vielmehr sei es von der gelebten Wirklichkeit und vom ganz normalen Alltag an den Katholischen Schulen inspiriert. Es sei in einem Prozess entstanden, an dem zahlreiche Vertreter verschiedener Schulen des Erzbistums, Schüler, Eltern, Lehrer und Mitarbeiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat beteiligt gewesen seien. „Das, was wir heute feierlich in Kraft setzen, ist also nichts anderes als ein Spiegel dessen, was an unseren Schulen für gut und hilfreich, ja für segensreich befunden wurde, weil es erprobt ist und sich bewährt hat.“ Mit dem neuen Leitbild stehe dieser große Erfahrungsschatz erstmals allen Schulen in gebündelter Form zu Verfügung, um sich daran zu orientieren. Das Leitbild reflektiere das gelebte Christsein im Raum der Schule und bringe es auf den Punkt.

Er erwarte eine lebendige Auseinandersetzung mit den Inhalten des Leitbildes, verdeutlichte Erzbischof Becker. „Das Leitbild verdient eine aufmerksame Lektüre und kreative Umsetzung vor Ort.“ Dabei sei es nicht auf eine eng geführte, wortwörtliche Umsetzung hin angelegt, vielmehr biete es einen Orientierungsrahmen für alle Schulen. „Das Leitbild atmet den Geist einer katholischen, allumfassenden Weite und möchte auch so verstanden und ins tägliche Schulleben übersetzt werden. Füllen Sie den Rahmen, den das Leitbild bieten will, mit Leben, mit Geist, mit Ideen, mit Kreativität.“

Im Schulalltag solle erfahrbar werden, „was das unterscheidend Katholische der vom Erzbistum Paderborn getragenen Schulen ist: der Blick auf Gott und den ganzen Menschen mit seinen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Nöten“, so Erzbischof Becker zum Abschluss seiner Predigt. „Bitten wir Jesus Christus darum, dass unsere katholischen Schulen und alle, die an ihnen lehren und lernen, auch in Zukunft geprägte Orte sind, an denen junge Menschen heranreifen zu ‚Empfehlungsschreiben’ für das Evangelium in der Welt von heute.“

Im neuen Leitbild der vom Erzbistum Paderborn getragenen Schulen könne sich jede einzelne Schule wiederfinden, sagte Monsignore Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat, in einem Pressegespräch. Neunzig Prozent der im Leitbild genannten Punkte seien an den Schulen bereits umgesetzt und allgemeine Praxis, hinsichtlich der ausstehenden zehn Prozent gebe das Leitbild die Richtung vor. Das Leitbild helfe dabei, das Profil als katholische Schule zu verdeutlichen. Im Leitbild werde auch das benannt, was sichtbar und überprüfbar sein solle. Beispielsweise solle sich das Kirchenjahr im Schulalltag abzeichnen, sollen Schülerinnen und Schüler ein „Sozialpraktikum“ absolvieren oder es wird eine Schulpartnerschaft mit einer katholischen Schule im Ausland nahe gelegt.

Im Erzbistum Paderborn gebe es insgesamt 42 Katholische Schulen in freier Trägerschaft, die von 25.000 Schülerinnen und Schülern besucht werden, sagte StD i. K. Edmund Hermwille, Mitarbeiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat. Die Anmeldezahlen für die Katholischen Schulen seien höher als die zur Verfügung stehenden Plätze, teilweise müssten bis zu 20 Prozent der angemeldeten Schüler abgewiesen werden. Bis zu 15 Prozent würden auch nicht-katholische Schülerinnen und Schüler an den Katholischen Schulen aufgenommen. Alle müssten am Religionsunterricht teilnehmen.

Im Erzbistum Paderborn gebe es 215 katholische Grundschulen und 5 katholische Hauptschulen, informierte Schulrat i. K. Roland Gottwald. „Profilierte Bekenntnisschulen sind eine Bereicherung des Schulangebotes, sie erfüllen in besonderer Weise den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Landesverfassung.“ Das Erzbistum werde die Bekenntnisschulen auch zukünftig durch Fortbildung, Beratung, Material und Zuschüsse unterstützen. Rund 5.600 Lehrerinnen und Lehrer würden an 1.900 Schulen katholischen Religionsunterricht erteilen, der von 260.000 Schülern besucht werde, so Gottwald weiter. Dass der Unterrichtsausfall im Fach Religion trotz zahlenmäßig ausreichender Religionslehrerversorgung weiter zunehme, sei bedauerlich und zeuge von einer Geringschätzung des Faches. Dabei sei der Religionsunterricht ein unverzichtbares, ordentliches Lehrfach.

Um sich mit den grundlegenden Gedanken des neuen Leitbildes für die katholischen Schulen auseinanderzusetzen und vertraut zu machen, sei der durchgeführte Lesezeichen-Wettbewerb für die Schülerinnen und Schüler der vom Erzbistum getragenen Schulen eine kreative Möglichkeit gewesen, sagte Erzbischof Becker bei der Preisverleihung im Innenhof der Schulen St. Michael in Paderborn. Für den Wettbewerb hätten sich Schüler mit Fragen wie: Was prägt eine Katholische Schule?, Was liegt uns am Herzen und auf der Seele?, Warum sind wir gern an einer Katholischen Schule? beschäftigt. Insgesamt seien 1358 Lesezeichen aus 15 Schulen eingereicht worden, die von einer Jury in den Kategorien Unter-, Mittel- und Oberstufe beurteilt worden seien, informierte Erzbischof Becker. Die drei erstplazierten Lesezeichen seien gedruckt worden und stünden den Schülerinnen und Schülern an den Schulen zur Verfügung.

Sieger des Lesezeichenwettbewerbs sind in der Kategorie der Klassen 5-7: Johanna Dentel vom Gymnasium Brede in Brakel, in der Kategorie der Klassen 8-10: Marvin Hennecke von der Realschule in Attendorn, in der Kategorie der Klassen 11-13: Leonie Hartl vom Gymnasium St. Michael in Paderborn.

Zweite Plätze erreichten in der Kategorie der Klassen 5-7: Nico Waldeyer vom Gymnasium Brede in Brakel, in der Kategorie der Klassen 8-10: Pamela Kolodzig vom Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg und in der Kategorie der Klassen 11-13 für eine Gemeinschaftsarbeit: Ann-Christin Schaffer und Janine Paschen vom Berufskolleg Edith-Stein in Paderborn.

Die Drittplatzierten in der Kategorie der Klassen 5-7: Franziska Tilly, Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg, in der Kategorie der Klassen 8-10: Mandy Dinkelbach von der Marienschule Hamm, in der Kategorie der Klassen 11-13: Michaela Laufs vom Berufskolleg Edith-Stein in Paderborn.

Erzbischof Hans-Josef Becker und Prälat Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat, gratulierten den Preisträgern und überreichten die von der Bank für Kirche und Caritas Paderborn gestifteten Preise. Die Preise in Höhe von 500 Euro für die Erstplazierten, 300 Euro für die Zweitplazierten und 200 Euro für die Drittplazierten kommen den jeweiligen Schulen zugute, die Künstler erhalten einen Buchpreis.

Der Gottesdienst im Hohen Dom wurde vom Chor des Mallinckrodt-Gymnasiums in Dortmund unter der Leitung von Klaus Stehling und vom Schulorchester des Gymnasiums St. Xaver in Bad Driburg unter der Leitung von Hans-Martin Fröhling musikalisch gestaltet. Zu Beginn hatten Schülerinnen und Schüler eigene Gedanken zum neuen Leitbild vorgestellt und aufgezeigt, wie sich das Leitbild schon jetzt im Schulalltag verwirkliche. Die Schüler des Mallinckrodt-Gymnasiums in Dortmund würden das Feld „Nächstenliebe“ in einem Sozialpraktikum in einem Altenheim oder Krankenhaus konkret umsetzen. (pdp-n-13.09.10)

Text: pdp

Fotos: pdp