Praktikumsberichte

Schüler berichten von ihren Erfahrungen

Auch in diesem Jahr möchten wir wieder über die Praktika der Schüler berichten, die zur Zeit die Schulbank gegen Einblicke in das Berufsleben getauscht haben.

Hier sind einige aufgeführt:

Sophia Tölle, Duales Praktikum Universität Bielefeld

Meine Woche an der Universität Bielefeld

Meine vorherigen Erwartungen an diese Woche waren,dass ich vor Allem einen Einblick in das Leben eines Studenten bekomme, vielleicht sogar ein paar interessante verständliche Vorlesungen miterleben kann um Hilfen für die Berufswahl zu erhalten.

Am Montag kamen wir nach der zweistündigen Zugfahrt um halb 10 in Bielefeld an und hatten somit noch etwas Zeit um uns zu orientieren und den Raum der ZSB (Zentralen Studienberatung) zu finden. Es folgte eine kleine Einführung mit anschließender Führung durch die Universität von einer Studentin.

Mein erster Eindruck der Universität ist sehr positiv. Überall sind kleine Läden in denen alles zu kaufen ist, was das Herz begehrt, es gibt mehr als 15 Hörsäle und den Audimax, den allergrößten Hörsaal, wo ca. 2000 Studenten hineinpassen.

Alle Fakultäten sind auf dem Campus und das riesige Gebäude muss noch nicht einmal verlassen werden um zwischen den Vorlesungen den Hörsaal zu wechseln. Nicht umsonst heißt es in Bielefeld „Alles unter einem Dach“. Auch die Bibliothek entspricht diesem Motto, denn alle Bücher  befinden sich in einer großen Sammlung.

Dank diesem Prinzip sieht man seine Kommilitonen immer wieder zwischen den Vorlesungen oder auch während der Mittagszeit in der Mensa, die zu fairen Preisen  jeden Tag vier verschiedene leckere Gerichte anbietet.

 Am zweiten Tag hat man sich direkt schon heimisch gefühlt und konnte problemlos seine Vorlesungen aufsuchen.

Ich habe in meiner Zeit in Bielefeld zwei verschiedene Arten von Vorlesungen kennengelernt. Es gibt wirklich interessante Vorlesungen, mit netten, lebhaften Professoren, in denen man auch sehr gut die Inhalte erfassen kann. In „Grundlagen der Grammatik“  habe ich alles über Morphologie, und die Entstehung neuer Worte im Laufe der Zeit gelernt.

Außerdem war das Thema „Geschlechterrollen in der Religion“ auch ziemlich interessant.

Allerdings gab es auch andere Vorlesungen, die viel Vorwissen vorausgesetzt haben, in denen an Fachbegriffen nicht gespart wurde und ich somit fast kein Wort nachvollziehen konnte.

Aber nicht nur wir Schüler konnten nichts verstehen, die Studenten schienen zum Beispiel in „Anwendungen der linearen Algebra“  ebenfalls den Faden verloren zu haben.

Was die Universität von der Schule unterscheidet ist meiner Meinung nach erstmal die komplette Selbstverantwortung. Es besteht keine Anwesenheitspflicht und auch Klausuren müssen nicht zwangsläufig geschrieben werden. Außerdem besteht die ganze Studienzeit über ein großes Potenzial der Ablenkung, da in dem großen Gebäude viele Möglichkeiten zum ausruhen gegeben sind, ein freier Internetzugang für Studenten besteht und man sich außerdem sogar während der Vorlesungen ungestört mit anderen Dingen beschäftigen kann, da es für den Dozenten keine Rolle spielt, ob man gedanklich noch folgen kann.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass die Woche meinen Erwartungen entsprochen hat, denn ich habe einen super Einblick in das Studentenleben bekommen, mir gute Vorlesungen angehört und des Weiteren mit mehreren Professoren gesprochen, die mir näheres zu den Berufschanchen im jeweiligen Fach erzählt haben.

Ich weiß jetzt zwar immer noch nicht was ich später beruflich machen möchte, jedoch kann ich nach dieser Woche das Spektrum weiter eingrenzen und so meinem späteren Beruf Stück für Stück näher kommen.

Florian Derenthal, Rechtsanwaltskanzlei Peine Kriwet & Kollegen

Eine Woche als Rechtsanwalt

Auch ich nahm an der Besucherwoche der Universität Bielefeld teil,  hauptsächlich an verschiedensten Vorlesungen zum Bereich Jura. Nach dieser Woche startete ich mein Praktikum  bei einer Rechtsanwältin und Notarin.

Kurze Aussagen zu einem Jura Studium von verschiedenen Professoren  der Universität Bielefeld

  • Jura ist ein sehr schwieriger Studiengang
  • Disziplin zu sich selbst wird gefordert (z.B. bis zu 3 Stunden zusätzlich am Schreibtisch sitzen)
  • Wichtig sind die Fächer: Mathematik, Deutsch, Politik und Geschichte.
  • Stellt euch darauf  ein, dass eine drei eine gute Note ist
  • Man muss sich selbst organisieren
  • Man muss eine Grundstruktur juristischen Denkens sich selbst erarbeiten
  • Das Interesse ist wichtig

Die Zeit in der Hospitation

Zu Beginn des Praktikums wurde ich in der Kanzlei meiner Rechtsanwältin, die ebenfalls das Amt der Notarin ausübt, auf die Verschwiegenheitspflicht aufmerksam gemacht. Mir ist es erlaubt, alles zu lesen, zu erfahren, kennen zu lernen, jedoch nichts an andere Menschen mitzuteilen. Anhand verschiedenster Paragraphen wurden mir meine Rechte und Pflichten erläutert und auch Maßnahmen eines Regelverstoßes aufgewiesen.

Verständlich ist es, dass ein Praktikum  für eine Kanzlei eine sehr schwer gestaltbare Zeit ist, weil es nicht möglich ist, wie zum Beispiel in einem Restaurant, Aufgaben zu übergegeben, die ein Praktikant erledigen könnte/dürfte. Trotzdem wurde es mir ermöglicht, viele Gerichtstermine ,auch mit anderen Kollegen, wahrzunehmen. Diese ermöglichten einen Einblick in verschiedenste Rechtsbereiche, welche im Laufe einer Verhandlung mit verschiedensten Paragraphen belegt worden waren. Folglich erfuhr ich ebenfalls etwas über das Amt des Richters und des Staatanwaltes. Oftmals waren auch Zeugen anwesend, die mit strengen Fragen zur Wahrheit gedrängt wurden. Dies war sehr spannend.

Auch im Büro warteten einige spannende Sachverhalte auf mich, wie zum Beispiel das Lesen von bereits abgeschlossenen Fällen. Nach dem Lesen einer Akte wurde diese ebenfalls mit der Rechtsanwältin kurz besprochen und es konnten Fragen geklärt werden. So wurde deutlich, wie ein Fall abläuft und welche Schritte in verschiedensten Situationen möglich sind.

Natürlich gehört es zu einem Praktikum auch, kleine bzw. alltägliche Aufgaben zu übernehmen. Diese waren jedoch nicht an der Tagesordnung und wenn einmal nichts zu tun war, hatte man immer die Möglichkeit, sich in der Kanzlei umzuschauen oder verschiedenste Akten zu lesen.

Der Beruf des  Rechtsanwalt ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, denn oft ist es schwer, da man sich für die Interessen eines Mandanten  einsetzten muss, auch wenn diese sehr abwegig sind. Dieses erkannte ich in verschiedensten Gesprächen der Rechtsanwältin mit Mandanten.

 Jura ist auf keinen Fall eine trockene Materie, da es sich nicht nur um Paragraphen handelt, sondern um das Leben von Menschen. Dies wird oftmals behauptet, weil das vielfältige Berufsfeld in der Öffentlichkeit mit all seinen Tätigkeiten nicht bekannt ist. Aber Unwissenheit schützt nicht vor Strafe!

Aus einem Gespräch mit einem anderen Rechtsanwalt habe ich  erfahren, dass man sich jetzt auf keinen Fall auf diese Tätigkeit festlegen muss und sagen muss ja das mach ich jetzt.  Praktika sind dafür da, sich einen Einblick zu verschaffen und zu erkennen, was gefällt und was nicht  gefällt. Man grenzt das Berufsfeld ein.

Abschließend kann ich sagen, dass es  für mich eine sehr interessante und abwechslungsreiche Zeit war, die mir einen generellen Überblick über die Arbeit eines Juristen verschaffte. Aufgefallen ist mir, dass man viele Sachverhalte aus der Schule her kennt, dennoch eine Menge an Wissen nicht hat, aber auch eine Menge an Wissen, welches man in der jeweiligen Rechtsmaterie nicht  braucht. Zum Beispiel unser Wortschatz in der Schule muss sich für das Berufsfeld Anwalt noch erheblich verbessern.