„Klasse, dass Ihr heute hier seid!“

Domwallfahrt: Erzbischof Hans-Josef Becker bedankt sich bei fast 1400 Schülerinnen und Schülern

[caption id="attachment_5312" align="alignright" width="256" caption="Julian Bodefeld, Gymnasium Brede in Brakel, überreichte Domkapitular Joachim Göbel die gestaltete Kerze seiner Schule."][/caption] Alle Sitzplätze des Domes waren besetzt, viele mussten in den Seitenschiffen auf dem Boden Platz nehmen oder stehen. Denn fast 1400 Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen aus den Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn sowie ihre Lehrerinnen und Lehrer waren als Pilger nach Paderborn gekommen.

Er freue sich sehr über die große Zahl junger Menschen, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker anlässlich seiner Begrüßung, und es stimme ihn schon auf das in wenigen Tagen beginnende Liborifest ein.

Das Pontifikalamt mit Erzbischof Becker stand unter dem Thema „Zu den Quellen“. In seiner Predigt erinnerte der Erzbischof die Schülerinnen und Schüler an die Bedeutung des Wassers: Der Mensch könne nur dort leben, wo es klares und sauberes Wasser gebe. Daher hätten sich die Menschen vor langer Zeit hier an den Quellen der Pader niedergelassen und schon zu Beginn der Christianisierung eine Kirche gebaut. Zum Leben benötige der Mensch eben mehr als Wasser. „Wir brauchen mehr“, so Erzbischof Becker, „Menschen, die uns lieben und kennen, Eltern, Geschwister und Großeltern, wir brauchen Freundinnen und Freunde, wir brauchen eine gute Gemeinschaft. Davon leben wir, das sind unsere Quellen.“ Aber auch das reiche nicht aus, weil unser Durst größer sei: „Und so wird die Quelle ein Bild für unseren Gott, für Jesus Christus. Der hat einmal gesagt: Ich bin das lebendige Wasser. Wer das trinkt, hat nie wieder Durst.“

In einer Prozession zogen die Gruppen von ihren Vorbereitungsorten - hier die Marktkirche - zum Hohen Dom.

Erzbischof Becker erinnerte die Schülerinnen und Schüler daran, dass seit Bischof Hathumar 65 Bischöfe mit ihren Mitarbeitern dafür gesorgt hätten, dass das Evangelium wie die gesunden, klaren Quellen der Pader immer zu den Menschen gelangt sei. „Wir stehen sozusagen auf ihren Schultern, durch ihre Mühe und Sorge sind wir heute, was wir sind: das Erzbistum Paderborn.“

Wer die Quellen des Bistums in Erinnerung bringt, darf den Heiligen Liborius nicht vergessen. Seine Überreste, die in einem unscheinbaren Holzkästchen in der Krypta ruhen, seien uns als ein großes Geschenk anvertraut, so Erzbischof Becker. Er habe sich wie sein Vorbild Jesus Christus klein gemacht und sich auf Augenhöhe mit den Kleinsten begeben. „Was heißt das für eine Schule, für das Miteinander zwischen Lehrern und Schülern, was heißt das für das Miteinander in einer Klasse?“, fragte der Erzbischof die Anwesenden und öffnete den Blick in den Alltag: „Eine der vielen guten Nachrichten, die Ihr heute mitnehmen könnt in Eure Schulen: der Fluss, der alles gesund machen kann, gelangt so von den Quellen der Pader bis in jedes Klassenzimmer!“

Julian Bodefeld (Gymnasium Brede, Brakel) überreicht Domkapitular Joachim Göbel die gestaltete Schulkerze.Vor dem Gottesdienst hatten Vertreter der 15 Schulen eine eigens für diesen Anlass gestaltete Schulkerze an Domkapitular Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung überreicht. Diese 15 Kerzen brannten während des Gottesdienstes am Altar und symbolisierten die Gemeinschaft der Schulen untereinander und mit ihrem Erzbischof.

Erzbischof Hans-Josef Becker segnete das Paderwasser, das Schülerinnen und Schüler vor dem Gottesdienst in vier Krügen gebracht hatten.

Bereits am Morgen waren die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern aus dem gesamten Erzbistum nach Paderborn angereist. Nach einer Begrüßung auf dem Platz vor der ehemaligen Domdechanei (heute Stadtbibliothek) durch Msgr. Joachim Göbel verteilten sich die Anwesenden in vier Gruppen in die Busdorf-, Markt- und Abdinghofkirche sowie in die Kaiserpfalz. Dort erwartete sie ein Programm, das sie durch gemeinsames Singen und Beten auf den weiteren Vormittag einstimmte. In einigen Beiträgen erhielten die Schülerinnen und Schüler Erläuterungen zu den historischen Orten, in denen sie sich jeweils befanden, zum Paderborner Dom als Sitz des Erzbischofs und über die Bedeutung des Heiligen Liborius.

Diese Gruppe zog in einer Prozession von der Marktkirche zum Hohen Dom.Jede Gruppe zog dann in einer Prozession hinter den Messdienerinnen mit Vortragekreuz, Kerzen und Weihrauch sternförmig zum Dom, um dort gemeinsam mit Erzbischof Becker die Heilige Messe zu feiern.

Die Domwallfahrt der 6. Klassen der Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn fand in diesem Jahr zum ersten Mal statt und soll in der Folgezeit dann jedes Jahr zum Ende des Schuljahres durchgeführt werden. Der Gedanke der Domwallfahrt nimmt Bezug auf das Leitbild der Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn. Es sieht u.a. vor, die Verbindung von Schule und Kirche auf allen Ebenen von der Pfarrgemeinde bis zum Bistum zu stärken. Schule zeigt sich als pastoraler Ort. Prägend für die Domwallfahrt soll der Gedanke des Pilgerns sein, der seinen Höhepunkt im Gebet am Grab des Hl. Liborius und in der Feier der Heiligen Messe mit dem Erzbischof findet. In Gottesdienst und Begegnung erfahren sich die Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise als (Weg-)Gemeinschaft. So setzen sie den Grundgedanken des Leitbilds –Miteinander lernen, leben, glauben – um und lassen ihn im besten Sinn des Wortes er-fahrbar werden.

Quelle: www.schuleunderziehung.de; Red: Hasb