Praktikum in der Einführungsphase

Schüler schnuppern ins Berufsleben

Auch in diesem Jahr möchten wir wieder über die Praktika der Schüler berichten, die zur Zeit die Schulbank gegen Einblicke in das Berufsleben getauscht haben. Einige Schüler erklärten sich bereit einen Bericht über ihr Praktikum anzufertigen. Dankeschön nochmals seitens der Homepage-AG!

Lena Frewer, Forum Jacob Pins, Höxter

Das Forum Jacob Pins ist Höxters Kunstmuseum im alten Adelshof in der Westerbachstraße. Im Jahr 2008 wurden die Restaurierungsarbeiten im Fachwerk-Komplex abgeschlossen, seither wird im Adelshof der Nachlass des aus Höxter stammenden jüdischen Künstlers Jacob Pins ausgestellt. Seine zahlreichen Ölgemälde, aber auch Holzschnitte, für die er bekannt wurde, befinden sich heute im Besitz der „Jacob Pins Gesellschaft Kunstverein Höxter e.V.“ Des Weiteren dient das Museum im Adelshof des Gedenkens an die Höxteraner Opfer des Holocaust.
Nicht zuletzt aufgrund der ansprechenden Ausstellungen habe ich mich auch aus persönlichem Interesse im Hinblick auf die jüdische Geschichte Höxters und somit auch die nationalsozialistischen Einwirkungen auf das Leben in der Stadt für diesen Praktikumsplatz beworben.
Meine Tätigkeiten waren breit gefächert, kein Arbeitstag verlief wie der andere. In den ersten Tagen habe ich mich mit Besucherstatistiken aus diesem Jahr beschäftigt. Bei dessen Auswertung konnte ich einiges über die Klientel des Museums herausfinden. So konnte ich feststellen, dass die wenigsten Besucher aus Höxter stammten, deutlich mehr jedoch aus Städten wie Berlin kamen.

Im Verlauf der gesamten drei Wochen war die Arbeit geprägt durch die Planung der Japan-Ausstellung ab dem 2. Oktober. Hier werden keine japanischen Künstler, sondern Werke von Pins, beeinflusst durch japanische Merkmale und Techniken, gezeigt, worüber ich ebenfalls einiges lernen konnte. Die Planung konnte nach der 2. Woche fertig gestellt werden. Um das Bildersortiment zu vervollständigen, waren auch Besuche im Höxteraner Stadtarchiv nötig. Insgesamt werden in der Ausstellung ca. 30 Zeichnungen und Holzschnitte zu sehen sein.

Eine weitere interessante Aufgabe bekam ich am 2. Tag, als ich, aufgrund eines anstehenden Familientreffens im Forum, einige Recherchen zur Familie vornahm, um auf Grundlage meiner Ergebnisse einen Artikel über die Familienchronik zu verfassen. Zum Treffen werden auch viele Verwandte aus England oder den USA anreisen, die ich im August in Eigenregie durch das Museum führen darf.
Des Weiteren hatte ich auch die Möglichkeit, an dem Festakt zur Unterzeichnung des Kooperationsurkunde „Initiative Kulturelle Bildung“ der drei Berufskollegs in der Trägerschaft des Landkreises Höxter, unter anderem durch NRW- Bildungsministerin Sylvia Löhrmann, am 17. Juli auf dem Kultur-Gut Holzhausen teilzunehmen.

Rückblickend kann ich über mein Praktikum sagen, dass die Arbeit sehr abwechslungsreich war. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass ich Dinge getan hab, die sinnlos waren – ganz im Gegenteil.
Ein Praktikum im Forum Jacob Pins stelle ich mir ideal für Interessierte an Kunst und Geschichte vor; wenn das nötige Interesse jedoch nicht gegeben ist, fehlt auch die Basis für die Freude an der Arbeit, die sich bei den Führungen dann auf die Besucher überträgt.

Die Erwartungen, die ich am Anfang hatte, haben sich um einiges übertroffen und im Hinblick auf meine berufliche Perspektive haben diese drei Wochen entschieden dazu beigetragen, dass sich meine vorher nur vagen Andeutungen eines Wunsch- Aufgabenfeldes insofern gefestigt haben, dass ich nun ein Ziel und eine klare Perspektive für die Zukunft vor Augen habe.

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Alina Strackfeldt, Duales Orientierungspraktikum an der Universität in Bochum und im Krankenhaus in Bad Driburg

Unipraktikum

Meine erste von insgesamt vier Wochen war ich an der Ruhr-Universität Bochum!

Da mein Wunschfach Medizin im Studium noch ein Staatsexamen hat, konnte mir ein Student zugewiesen werden, der sich um mich kümmerte. Er war schon im 6. Semester, also in der Klinik, und hatte somit viele Vorlesungen in Unikliniken! Direkt am ersten Tag nahm er mich mit ins Krankenhaus.

Mein Tag begann schon recht früh. Die erste Vorlesung in „Chirurgie“ begann um 8:15 Uhr; die zweite Vorlesung dafür erst um 10:15 Uhr.
Leider lehrten beide Dozenten das Gleiche, sie hatten sich wohl nicht abgesprochen: Dafür bin ich jetzt fit im Bereich „Bronchialkarzinome“.
Nachdem wir in der Klinik fertig waren, aßen wir in der Uni-Mensa und sind anschließend in ein anderes Krankenhaus zu den U-Kursen gefahren, d.h. ich war mit circa acht Studenten bei einem Patienten, dessen Krankheit zu diagnostizieren war.

Am zweiten Tag besuchte ich nun aber drei Vorlesungen des 2. Semesters: Anatomie und 2x Biochemie! Dieses Mal begannen die Vorlesung glücklicherweise erst um 10 und dauerten jeweils eine Stunde!
Anatomie fand ich wirklich sehr interesant und ich konnte auch einiges verstehen!
Bei Biochemie, naja, da war das “etwas” anders. In diesen zwei Stunden habe ich das allererste Mal darüber nachgedacht, mir einen anderen Berufsweg auszususchen!

Die restlichen Tage verliefen eigentlich so ähnlich…

Am lustigsten finde ich aber, dass sich mein persönliches Bild von Medizinstudenten grundlegend verändert hat! Ich dachte immer, dass die Medizinstudenten viel lernen, auf vieles Wert legen und sich im Allgemeinen einfach sehr auf ihr Studium konzentrieren! Das ist aber keinesfalls so! Die Leute, die ich kennen gelernt habe, waren super lustig drauf, haben Spaß gemacht und gehabt ohne Ende. Einer der ersten Sätze meines Studenten war: „Morgen haben wir Prävention, das ist langweilig, da gehe ich nicht hin!”

Doch sobald wir in der Klinik waren und die beiden ihren Kittel angezogen hatten, waren sie wie ausgewechselt und präsentierten ihr großes Fachwissen!

Dazu: Die beiden sind bekannte Bochumer DJs ;-)!


Betriebspraktikum

Während meines Betriebspraktikums in der OP-/Anästhesie- und Ambulanzabteilung des St. Josefs Krankenhauses in Bad Driburg habe ich so viel erlebt, dass ich richtig tarurig bin, wenn es zu Ende geht!
Im OP war ich zwei Wochen lang und durfte den ganzen Tag fleißig helfen! Mir wurde viel zugetraut und oft war ich selbstständig unterwegs! Medikamente aufziehen. Patient versorgen, Blutdruckmanschette anlegen, Verkabeln (Elektroden und Kabel anschließen), Braunülen ziehen, Beatmen, usw…
Ich bin dem Personal dort wirklich riesig dankbar für alles, was ich bei Ihnen lernen durfte und dass sie einfach so viel Vertrauen in mich hatten!

Aber nicht nur im Anästhesiebereich wurde ich gefördert! Direkt am ersten Tag war ich bei einer Meshgraftplastik dabei (vom Oberschenkel wird Haut abgenommen, sie wird zu einem Gitter verarbeitet und auf die große, offene Wunde gelegt und angenäht), bei der der Arzt mich dann auf einmal fragte: “Hast du Handschuhe an?” “Ja!” “Dann komm mal her!” Er legte mir ein Stück Haut des Patienten in die Hand, dass noch übrig war! “ Zuerst war ich perplex und wusste nicht, wie ich reagieren soll, aber ich danke ihm dafür. Ich meine, wer hat denn so etwas schon erlebt?

In meiner letzten Woche in der Ambulanz war noch ein anderer Praktikant anwesend und wir durften bereits am 2. Tag dort bei einer der Schwestern Blut abnehmen! Und zum Üben haben wir uns dann gegenseitig auch noch einige Male gestochen! Das war richtig super, aber es hat alles geklappt!

Ja, ich habe viel erlebt und mein Berufsziel hat sich durch mein Praktikum noch weiter gefestigt! Auch spezielle Fachrichtungen haben sich herausgebildet! Mir ist es wichtig, mit verschiedenen Patienten arbeiten zu können! Nicht nur Frauen oder Männer und nicht nur Menschen im gleichen Alter! Dazu passt zum Beispiel sehr gut der Anästhesiebereich!

Und falls es bei mir nicht direkt auf Anhieb mit dem Studienplatz klappt, mache ich eine Ausbildung zum Rettungssanitäter oder zur Krankenschwester!