Weitere Erlebnisberichte über die deutsch-schwedische Woche

Die begleitenden Lehrer fassen die Höhepunkte des Schwedenaustausches zusammen

Im nachfolgenden Artikel findet ihr bzw. finden Sie Berichte zu den Höhepunkten des diesjährigen Schwedenaustausches. Ein herzlicher Dank gilt Frau Mattern und Herrn Titz für die Texte und Fotos!

Tag 1, 11. Oktober 2011 – „Hej Sverige!“

Aufgeregt laufen 16 Schülerinnen und Schüler der EF am Dienstag nach Schulschluss in der Schule hin und her. Einige tragen Kuchen in den Oberstufenraum, andere klappern mit Geschirr und wer zwei Schüler am Haupteingang mit einer Leiter sowie einer schwedischen und deutschen Fahne beobachtet, weiß auch gleich, was los ist: Die Schweden von der Partnerschule S:ta Ragnhild in Södertälje kommen zur Brede!

Pünktlich um 16.24 Uhr stehen das Empfangskomitee der EF sowie Frau Edith von Boeselager, Herr Junge und Frau Mattern am Bahnhof bereit, um die 16 schwedischen Schülerinnen und Schüler sowie die beiden schwedischen Lehrkräfte zu begrüßen.

Bei einem kleinen Empfang im Oberstufenraum bei Kuchen und Getränken ist dann auch die erste Gelegenheit, um sich besser kennenzulernen. Damit dies auch gelingt, lautet die Sitzordnung: Immer ein schwedischer Schüler sitzt neben einem deutschen Schüler.

Gegen 18 Uhr geht es dann in die deutschen Familien.

Kathrin Mattern

 

 

 

Tag 2, 12. Oktober 2011 – „Eine deutsche Schule kennenlernen“

Deutschland aus verschiedenen Blickwinkeln kennenlernen – so lautet das Motto des diesjährigen Schwedenaustausches. Am Tag 2 steht zunächst das deutsche Schulsystem auf dem Programm.

In der 1. Stunde treffen die schwedischen Schülerinnen und Schüler auf einen Religionskurs in der Q1, mit welchem sie sich in Kleingruppen über die Vor- und Nachteile des deutschen und schwedischen Schulsystems austauschen. Ein deutscher Schüler schwelgt dabei in Erinnerungen, da er selber im vergangenen Jahr an der schwedischen Austauschschule war, und kann dabei aus persönlicher Erfahrung sprechen.

Trotz des Regens geht es anschließend unter der Leitung des Hausmeisters Herrn Dreier auf den Bredenturm, wo über den Dächern Brakels die ersten Gruppenfotos entstehen. Anschließend lernen die schwedischen Schülerinnen und Schüler bei einem Schulrundgang die verschiedenen Gebäude der Brede sowie einige deutsche Schülerinnen und Schüler kennen.

Bei einem Empfang mit Herrn Dr. Molitor am Anfang der 3. Stunde testet Herr Molitor das Wissen der Schweden zu berühmten deutschen Fußballspielern. Als Belohnung gibt es dann auch Kugelschreiber und Lesezeichen der Schulen der Brede.

Nach zwei Stunden Unterricht mit den Austauschpartnern treffen die schwedischen Schülerinnen und Schüler noch einmal auf einen Religionskurs aus der Q1. Gemeinsam wird ein schwedisch-deutsches Wörterbuch zu verschiedenen Themen erstellt, z.B. „In der Disco“. Zumindest mit „Jag älskar dig!“ (dt. „Ich liebe Dich!“) wissen einige deutsche Schülerinnen und Schüler nun etwas anzufangen.

Kathrin Mattern

 

Tag 3, 13. Oktober 2011 – „Ich spreche nur noch Deutsch“

„Stell dir vor, du bist einer der ostdeutschen Demonstranten, die am 17. Juni 1953 gegen die Diktatur in der DDR demonstrieren. Um die Proteste zu beenden, fahren sowjetische Panzer auf Straßen und Plätzen auf. Wie fühlst du dich?“ – „Worin unterscheiden sich das West-Sandmännchen und das Ost-Sandmännchen?“- „Wie haben die Menschen den Fall der Mauer am 9. November 1989 erlebt?“

Diese und andere Fragen erforschen die schwedischen Schülerinnen und Schüler mithilfe einer Erlebnisrallye im Haus der Geschichte in Bonn, in welchem die deutsche Geschichte seit 1945 Thema ist.

Danach führt die Reise ins Schokoladenmuseum nach Köln. Hier erfahren die schwedischen Schülerinnen und Schüler nicht nur, wie aus Kakaobohnen Schokolade wird, sondern jeder darf auch während der Führung vom Schokoladenbaum naschen.

Auf dem Weg zum Kölner Dom hört man dann eine schwedische Schülerin sagen: „Ich spreche nur noch Deutsch. Ich habe zu viel Schokolade gegessen.“

Noch beeindruckt von der Größe des Kölner Doms geht es dann nach einer Shopping Tour in der Hohen Straße in Köln ohne Stau zurück zur Brede.

Kathrin Mattern

 

Tag 4, 14. Oktober 2011 – Faszinierende Zeitreise durch 5000 Jahre Informationstechnik: Schwedische Austauschschüler besuchen das HNF in Paderborn

Auf einer Fläche von 6000 qm und mit über 2000 Ausstellungsstücken präsentierte am zurückliegenden Freitag das Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn unseren schwedischen Gästen der Partnerschule S:ta Ragnhildgymnasiet einen spannenden Überblick über die fünf Jahrtausende andauernde Geschichte der Informations- und Kommunikationstechnik. Die historische Zeitreise begann bereits im Jahre 3000 vor Christus mit der Entstehung der Keilschrift in Mesopotamien. Tontafeln ermöglichten erstmals die dauerhafte Sicherung von Informationen: Das erste analoge Speichermedium war geboren! Weitere Meilensteine in der Entwicklung der Informationstechnik wie die Jacquard-Musterwebmaschine aus dem Jahre 1805, die erste Schreibmaschine von Pellegrino Turri aus dem Jahre 1808 sowie natürlich die Entstehung erster Großrechner in den 1930-er und 1940-er Jahren spannten den Bogen bis ins 21. Jahrhundert.

Beim sich anschließenden Stadtbummel konnten sich die schwedischen Schülerinnen und Schüler davon überzeugen, dass Paderborn noch mehr zu bieten hat als „Bits und Bytes“.

Simon Titz

 

Tag 5/Tag 6, 15. + 16. Oktober 2011 – „Deutsches Familienleben“

Am Wochenende ist endlich Zeit, um einmal auszuschlafen und das deutsche Familienleben richtig kennenzulernen.

Am Sonntag wird eine alte Tradition des Schwedenaustausches fortgeführt: Alle schwedischen und deutschen Schülerinnen und Schüler treffen sich zum Bowlen in Höxter. Na dann: „Gut Holz!“

 

Tag 7, 17. Oktober 2011 – „Ein Unternehmen in Brakel“

„Wie entsteht ein Stuhl?“ – Das wird der schwedischen Austauschgruppe in dem Brakeler Unternehmen Sperrholz Becker ganz genau erklärt.

Danach nehmen die schwedischen Schülerinnen und Schüler ein Essen in der Schulmensa ein. Dabei sind sie ganz erstaunt, dass die deutschen Schülerinnen und Schüler ihr Essen in der Mensa bezahlen müssen. „Bei uns ist das Schulessen kostenlos. Wir müssen auch nichts für Klassenfahrten zahlen“, erklärt eine schwedische Schülerin am Mittagstisch.

Kathrin Mattern