Der Grünen-Chefin eine politische Satire präsentiert

Tristan Fleischhauer (Q1) berichtet von seinen Erlebnissen beim Read-Festival in Bad Driburg

Mit von der Partie beim "Schülerslam" im Rahmen des viel beachteten "Read-Festivals" in Bad Driburg waren am vergangenen Wochenende auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Brede. Die Homepage-Redaktion erreichte ein Erlebnisbericht unseres Schülers Tristan Fleischhauer (Q1), bei dem wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken!

Ganz schön aufregend ist es, das erste Mal auf einer Bühne zu stehen und dem erwartungsvollen Publikum eine gute Show zu bieten. Jeder, der schon einmal öffentlich aufgetreten ist, kennt dieses Phänomen: Das Herz flattert, die Hände zittern und eine etwas unangenehme Begleiterscheinung mit Namen „Schweiß“ durchnässt das T-Shirt. Keiner gibt es gerne zu, doch sie packt jeden, die pure Angst. Auch ich hatte diese Angst, als ich angespannt in der ersten Reihe, beim U20-Schülerslam im Rahmen des Read-Festivals in Bad Driburg auf meinen Auftritt wartete und dabei meine Finger in die Stuhllehne grub.

Nach mehr oder weniger wochenlanger Vorbereitung, zwei Workshops eingeschlossen, war es nun soweit, meinen Text einer kritischen Jury und über 200 begeisterten Slamfans zu präsentieren.

Doch erst mal zum Anfang des Projekts: „ Erster Slam“. Als unsere Lehrerin uns zu einem Workshop von Slamlegende Ko Bylanzki und Profislamer Sulaiman Masomi mehr oder weniger verdonnerte, hätte ich nicht gedacht, dass mich das Thema Poesie so begeistern wird. Nach ein paar Aufwärmübungen ging es dann auch schon zum Verfassen des ersten Textes. Ich war erstaunt mit welchem Schwung mir die Strophen und Verse eines aus meiner heutigen Sicht eher eintönigen Gedichtes durch den Füllfederhalter auf ein vor kurzer Zeit noch weißes Papier flossen.

Jetzt hatte mich das „ Slamfieber“ gepackt, ich hatte und habe Spaß am Schreiben und ich liebe es, meine Texte zu präsentieren. Und als mich kurz nach Weihnachten Ko Bylanzki bat, bei dem Schülerslam des Read-Festivals mitzuwirken, war meine Entscheidung innerhalb eines Wimpernschlages klar: Ich bin dabei – bestätigte ich die Einladung und begann eine halbe Woche später an einem slamtauglichen Text zu arbeiten.

Eine Woche vor dem eigentlichen Slam ließen es sich Ko Bylanzki und Sulaiman Masomi nicht mehr nehmen, noch einmal einen Workshop zu geben. Diesmal wurden die Texte der Nachwuchsslamer sogar durch ein angeschlossenes Mikrophon vorgetragen und anschließend durchgesprochen.

Irgendwie war mir in der Zwischenzeit entfallen, dass ich auch noch einen zweiten Text für den Slam benötigte. Diesen benötigte ich in dem Fall, dass ich es tatsächlich in das Finale des Slams schaffe.

Nachdem ich mich kurzer Hand dazu entschloss, eine satirisch angehauchte Rede über Politiker zu schreiben und diese dann tatsächlich in rekordverdächtiger Zeit fertiggestellt hatte, entschied ich mich dazu, die Rede meinem anderen Text am Freitag, dem Tag des Slams, vorzuziehen.

Da stand ich nun aufgeregt, doch da es leider (oder auch zum Glück) kein Zurück mehr gab, begrüßte ich das Publikum und begann zu lesen, schon jetzt hatte ich das Gefühl der Nervosität völlig verdrängt und fühlte mich pudelwohl. Trotz einer einigermaßen guten Bewertung durch die Jury, der unteranderem auch Grünen-Politikerin Claudia Roth beiwohnte, die meinen Text an einigen Stellen wohl nicht so lustig wie ich fand, reichte es am Ende dann leider doch nicht für den Sieg.

Doch einmal „Blut geleckt“ und inspiriert durch die weiterführenden Veranstaltungen, war das mit Sicherheit nicht mein letzter Slam.

Tristan Fleischhauer (Q1)