Alte Mobiltelefone mit in die Schule bringen

Schülervertretung organisiert Wettbewerb und zieht eine Bilanz ihrer Arbeit

"Wir sitzen alle in einem Boot", lautet der Tenor zur Vereinigung der Bredenschulen. Dass sich dieser Wachstumsprozess auch auf die Schülervertretung auswirkt, ist für Tobias Schwarze und Seyma Karahan, Schülersprecher und -sprecherin des Gymnasiums und des Berufskollegs, selbstverständlich.

Die halbjährliche Schülerratssitzung, das Plenum aller Klassen- und Jahrgangsstufensprecher, eröffneten sie deshalb gemeinsam und stellten ihre bisherige Arbeit vor, die sie neuerdings auch in einzelnen Arbeitsgruppen vornehmen.

Den dynamischen Wachstumsprozess wird die Schülervertretung im Frühjahr noch durch das Pflanzen zweier Bäume festigen, die wöchentlichen Versammlungen finden bereits gemeinsam statt. Das auslaufende Halbjahr bewertet die Schülervertretung als überwiegend positiv. Der Versammlung präsentierten sie die Ergebnisse ihrers Engagements.

Bis zum 29. Februar: Althandys kostenlos abgeben

Handys werden eingesackt: Ennion entsorgt das alte Gerät seines Vaters. Tobias Schwarze, David Singer und Seyma Karahan (v.l.) von der SV freuen sich auf eine rege Resonanz. Jule hofft, dass ihre Klasse den Wandertag gewinnt.

David Singer, Aktivist des Naturschutzbundes (NABU) stieß eine Sammelaktion von alten Mobiltelefonen an: Ein Mobilfunkbetreiber spendet drei Euro je eingereichtem Altgerät an ein Havel-Renaturierungsprojekt des NABU. Das Recyceln der ausrangierten Handys schützt die Umwelt, ist gut für das Klima und hat einen gewichtigen sozialen Aspekt: „In Handys werden Metalle wie Coltan verbaut, die in Ländern der dritten Welt unter menschenrechtsverletzenden Bedingungen abgebaut werden“, weiß David Singer, „doch Coltan kann auch recycelt werden.“

Um den Bredenschülern einen Anreiz zum Sammeln zu schaffen, initiierte die Schülervertretung einen Wettbewerb. Vom 9. bis zum 29. Februar sammeln die Klassen und Jahgangsstufen Altgeräte. Wer pro Kopf die meisten Telefone vorlegen kann, gewinnt einen Wandertag. „Durch die Romfahrt wurde dieses schöne Ereignis gestrichen“, betont Tobias Schwarze den Wert des Preises. Die Oberstufe erhält anstatt eines Wandertages eine Grillstunde auf dem Schulhof – während der Schulzeit! Sollte das Kollegium die meisten Mobiltelefone einsammeln, wird auch gegrillt. „Das übernehmen wir dann“, schmunzelt David Zimmermann, stellvertretender Schülersprecher.

Plattformen schaffen Raum zum Austausch

Wie können unsere Schüler und Schülerinnen von unseren Kooperationen profitieren?

Auf diese Frage fand die Arbeitsgruppe Kooperationen eine Antwort. „Die Firmen müssen den betroffenen Schülern schon in der Praktikumsvorbereitung angepriesen werden“, so David Zimmermann. Darüber hinaus entwickelte die Arbeitsgruppe mit Bärbel Lüttig, Berufwahlkoordinatorin der Bredenschulen, ein Konzept, welches den Wunsch vieler Schüler stillt, die einen geisteswissenschaftlichen Beruf anstreben. Ehemalige Bredenschüler, die einen entsprechenden Beruf ausüben oder sich im Studium befinden, stellen sich auf einer Plattform den Fragen der interessierten Schüler. Die Resonanz ist groß: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind bereits über 40 Berufswünsche eingegangen.

Können wir unseren Schülern garantieren, dass sie innerhalb ihrer Schullaufbahn an einem Austausch teilnehmen?

Eine Garantie zur Teilnahme an intraschulischen Austauschprogrammen (England, Frankreich, Spanien und Schweden) kann die Brede nicht garantieren, wie die Schülervertretung im Gespräch mit Karl-Heinz Junge erfurhr, in dem ebenfalls herausgestellt wurde, dass jedes Austauschprogramm unterschiedlichen Charakters ist. Schüler, die in der Oberstufe ein Auslandsjahr oder -semester absolvieren möchten, werden von der Brede jedoch unterstützt. Darüber hinaus ergeben sich durch das Comenius-Projekt oder Certi Lingua weitere Möglichkeiten, einen Auslandsbesuch zu absolvieren. „Ehemalige Austauschteilnehmer können interessierten Schüler Tipps geben“, sagt Sophia Klocke. Nun ist es Aufgabe der Arbeitsgruppe Kooperationen, eine Plattform zu schaffen

Gerechte Bestrafung?

Ein heikles Thema – immer wieder wird angesprochen, dass Strafen für Vergehen wie Essen, Stören oder Benutzung des Handys im Unterricht willkürlich ausfallen. „Die Arbeitsgruppe Strafenkatalog möchte ein faires System erstellen. Danach kann später geurteil werden“, erklärt Susan Adamik.

Die Romfahrt

Wie wurden die Teilnehmer der Expertenfahrt vom 21. bis zum 28. April ausgewählt?

Da es nach dem Wahlverfahren zu Verwirrung gekommen war, klärt die Schülervertretung auf:
1. Herr Molitor sortierte Bewerbungen, die nicht den formellen Ansprüchen genügten, aus.
2. Die drei Bewerber der EF wurden gesetzt, um eine gleichmäßigere Gewichtung zu schaffen.
3. Die verbliebenen Plätze wurden verlost, da es der Schulleitung schwer fiel, einzelne ehrenamtliche Tätigkeiten gegeneinander zu gewichten.
„Bei zukünftigen Auswahlverfahren könnte die SV beteiligt werden“, merkt Philip Siemer an.

Ein Tag und ein Bild für Rom

Da die Schulleitung an die Schülervertretung mit der Bitte herangetreten ist, Initiativen zum Erwerb finanzieller Mittel für die Romfahrt zu ergreifen, plant Letztere zwei Aktionen: An einem „Tag für Rom“ werden die Bredenschüler aufgefordert, ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen, anstatt zu lernen. Mit ihrem Gehalt unterstützen sie die Fahrt. Inwiefern die Teilnahme an dem Tag verpflichtend durchgeführt werden kann und welchen Umfang dieser Tag annimmt, wird zur Zeit erarbeitet. Auch ein „Bild für Rom“ beschäftigt die Schülervertretung weiterhin. Auf einer Aktion sollen die beachtenswerten Kunstwerke talentierter Schüler versteigert werden. Problematisch ist hier die rechtliche Lage der Bilder ehemaliger Schüler. Kunstlehrerin Alexa Mönnekes regte bereits an, eine Rombild-AG zu betreuen, in der Bilder für die Versteigerung gemalt werden.

Text und Foto: Sebastian Beug

von SV