Gymnasium Brede – eine Schule in der Mitte Europas

„Europaschule in Nordrhein-Westfalen“: Aktueller Bericht zur Verleihung nun online!

Seit Freitag, dem 4. Mai 2012, ist das Gymnasium Brede nun eine von insgesamt 166 Europaschulen des Landes Nordrhein-Westfalen und das erste Gymnasium im Kreis Höxter, das mit diesem Zertifikat ausgezeichnet wurde. Eine Delegation des Gymnasiums Brede bestehend aus 23 Schülerinnen und Schülern und Schulleiter Dr. Friedhelm Molitor sowie den Fremdsprachenlehrerinnen Anne-Kristin Brunn (gleichzeitig Initiatorin des „Projekts Europaschule“), Kathrin Mattern und Alexandra Müller reiste am 04. Mai 2012 zur Welt-Garten-Expo Floriade nach Venlo, um dort stellvertretend für die ganze Schule das Siegel „Europaschule in Nordrhein-Westfalen“ aus den Händen von Frau Ministerin Angelica Schwall-Düren in Empfang zu nehmen.

Das Gymnasium Brede ist damit nicht mehr nur rein geographisch fast in der Mitte Europas anzufinden (das Gymnasium Brede ist seit der EU-Osterweiterung 2007 tatsächlich nur 205 km von der Mitte Europas, nämlich Gelnhausen in Hessen, entfernt), sondern es wird auch in Zukunft auf inhaltlicher und praktischer Ebene Europa in den Mittelpunkt rücken.

Hier ein Bericht vom Tag in Venlo:

Es ist 6.30 Uhr. Eine Gruppe von 23 Schülerinnen und Schüler in blauen und pinken Breden-T-Shirts, drei Lehrerinnen und ein Schulleiter warten vor den Schulen der Brede. Wer etwas genauer hinguckt, merkt, dass es sich dabei hauptsächlich um die Klassensprecher handelt. Und wer genauer hinhört, bekommt mit, dass es heute nach Venlo auf die Floriade geht, um dort an der Zertifizierung für die Europaschulen in Nordrhein-Westfalen teilzunehmen.

Dann kommt auch schon der Reisebus mit einer Schülergruppe der Realschule aus Horn-Bad-Meinberg und zusammen geht es über die Autobahn auf wahrhaft europäischem Boden in die Niederlande. Während vor ein paar Jahren Ausweiskontrollen an der Grenze noch Pflicht waren, so merkt die Gruppe höchstens am Piepen ihrer Handys, die ihnen den holländischen Mobilfunkbetreiber anzeigen, dass sie um ca. 10 Uhr tatsächlich in den Niederlanden angekommen sind. Eine deutliche spürbare Konsequenz von Europa und genau darum sollte es am heutigen Tag ja gehen!

Auf der Floriade in Venlo angekommen, musste nun zunächst schnell der Schulstand mit diversen Plakaten bestückt werden, die über die „europäischen“ Angebote des Gymnasiums Brede informieren. Kurze Zeit später ging es dann auch mit dem feierlichen Festakt zur Zertifizierung der „Europaschulen in Nordrhein-Westfalen“ weiter. Herr Joachim Keferstein vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalens führte durch das Programm, welches immer wieder durch Musikbeiträge der Big Band des Erftgymnasiums, ebenfalls eine Europaschule, bereichert wurde.

In ihren Grußworten betonten Frau Dr. Angelica Schwall-Düren und Herr Dr. Stephen Koppelberg die Bedeutung und Aufgabe von Europaschulen für das Zusammenwachsen Europas und die Beibehaltung des europäischen Friedens. Auch wurde thematisiert, was „Europa“ in der heutigen Zeit heißt, insbesondere im Hinblick auf die eigene Biographie, der heutzutage zahlreiche Möglichkeiten des Lebens und Arbeitens im europäischen Ausland bereitgehalten werden.

Danach folgte der Höhepunkt: die Auszeichnung der zwölf Europaschulen. Mit den Worten „extra aus Sibirien angereist“, auf welches ein Lachen nicht nur aus der Brakeler Ecke folgte, wurde das Gymnasium Brede Brakel von Herrn Keferstein angekündigt. Während einige der Kriterien, die das Gymnasium Brede zur Zertifizierung der Europaschulen erfüllt hat, wie z.B. das bilinguale Angebot oder die Partnerschulen, vorgestellt wurden, betraten stellvertretend für die ganze Schule die begleitenden Lehrer sowie die Oberstufenschülerinnen Josephine Fleckner, Denise Grewe und Lena Walter, die schon im Vorfeld an der Präsentation des Europaschulprofils mitgewirkt hatten, unter großem Jubel der Delegation die Bühne. Dort nahm Schulleiter Dr. Friedhelm Molitor die Zertifizierungsurkunde, ein Schild für die Schule sowie eine Europaflagge entgegen. Schnell wurde noch ein Foto mit der Ministerin und dem Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn gemacht.

Stellvertretend für jede Schulform (Grundschule, Realschule, Gymnasium, Berufskolleg) interviewte Herr Keferstein ausgewählte Schulen zur Umsetzung ihrer Kriterien. Nach einigen Informationen zum Europäischen Wettbewerb und Informationen zur Floriade, stand dann als vorletzter Programmpunkt der Markt der Möglichkeiten an. Hier konnte man Stände anderer Schulen besuchen und nach ihrem „europäischen“ Schulprogramm befragen. Ein professioneller Fotograf machte zudem Fotos von den verschiedenen Schuldelegationen vor ihren Ständen. Für das leibliche Wohl sorgte dabei ein „europäisches Essen“, nämlich holländische Brötchen.

Als ein weiteres Highlight folgte nun der Besuch der Floriade. In Begleitung eines Führers oder auf eigene Faust konnten die Schülerinnen und Schüler und ihre Begleiter in Kleingruppen nun das Gelände der Welt-Garten-Expo erkunden. Spaziergänge durch wunderschöne Gärten, die Besichtigung verschiedener Pavillons (darunter auch der NRW-Pavillon in dem sich das Land Nordrhein-Westfalen den Besuchern der Welt-Garten-Expo präsentiert) und eventuell eine Fahrt in der Seilbahn rundeten den Tag ab.

Um 16 Uhr ging es dann wieder zurück Richtung „Sibirien“ und es ist schon erstaunlich, dass das Gymnasium Brede Europa an diesem Tag so nahe gekommen ist, dass die Wegstrecke zwischen Venlo und Sibirien in nur vier Zeitstunden mit dem Bus zu schaffen ist!

Kathrin Mattern, Alexandra Müller

Links:

http://www.europaschulen.nrw.de/index.php/Aktuelles/items/id-12-neue-europaschulen-auf-der-floriade-ausgezeichnet.html

 http://www.schulministerium.nrw.de/BP/_Rubriken/Aktuelles/Europaschulen/index.html

http://www.schuleunderziehung.de/869-Startseite/13973,Gymnasium-Brede-als-Europaschule-in-Nordrhein-Westfalen-ausgezeichnet.html

Lesen Sie hier einen weiteren, älteren Bericht:

Die Landesregierung hat dem Gymnasium Brede am heutigen Freitag das Label „Europaschule in Nordrhein-Westfalen“ zuerkannt. Eine Delegation aus Lehrern und Schülern unter der Leitung von Dr. Friedhelm Molitor, Anne-Kristin Brunn, Kathrin Mattern und Alexandra Müller nahm das Siegel heute in Venlo im Empfang (ein ausführlicher Bericht folgt am Wochenanfang). Das Gymnasium Brede erfüllt alle der 17 geforderten Kriterien, zu denen neben dem erweiterten Fremdsprachenangebot, dem bilingualen Zweig, den Sprachdiplomen sowie intensiver Auseinandersetzung mit Europafragen im Unterricht verschiedener Fächer vor allem auch die vielfältige Zusammenarbeit in Projekten mit verschiedenen europäischer Schulen gehört. Durch diese Begegnungen mit anderen europäischen Jugendlichen erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie facettenreich und bunt das „europäische Haus“ ist, in dem wir leben. Dabei lernen sie, ihre eigene Kultur zu schätzen und gleichzeitig Verständnis für die anderen Kulturen zu entwickeln.

Die grundsätzliche Idee des Europaschulprogramms der Landesregierung NRW benennt Bildungsministerin Löhrmann mit den Worten: „Das Projekt Europa ist aber längst nicht abgeschlossen. Es wird und muss sich weiterentwickeln, qualitativ und quantitativ. Dabei kommt auch den Europaschulen unseres Landes, die sich in den letzten Jahren erfolgreich entwickelt haben, eine besondere Bedeutung zu. Europaschulen in Nordrhein-Westfalen liefern durch ihr Engagement und ihre Kreativität positive Impulse für die Europabildung in der Bildungslandschaft. Europaschulen machen ihre Schülerinnen und Schüler fit für das Leben und Arbeiten in Europa und öffnen die Bereitschaft für persönliche Kontakte durch schulische und außerschulische Aktivitäten.“

Text: Anne-Kristin Brunn