Neue Mauersegler-Großwohnsiedlung an der Brede

27 Nistplätze für die wohl schnittigste heimische Vogelart am Liboriushaus angebracht

27 potenzielle Nistplätze werden nun schon seit einigen Tagen der wohl schnittigsten heimischen Vogelart, dem Mauersegler, am Gebäude der Schulen der Brede angeboten. Die Nistkästen stammen aus dem Vorrat des NABU Höxter, welcher in diesem Jahr 100 solcher Nisthilfen, gefördert durch den Kreis Höxter, baute um den Bestand des Mauerseglers im Kreis Höxter zu unterstützen. Noch knapp vor Rückankunft der Mauersegler aus ihrem Winterquartier in Afrika Ende April, konnten durch die freundliche Genehmigung durch Schulleiter Dr. Molitor und den großen Einsatz von Hausmeister Dreier die Nistquartiere pünktlich vom Fenster aus in der luftigen Höhe der oberen Etage des Liboriushauses montiert werden.

Mauersegler und andere Gebäudebrüter, die sich als „Kulturfolger“ an die Lebensweise in Dorf und Stadt angepasst haben, bekommen in heutiger Zeit immer häufiger Probleme beim Finden eines Brutplatzes, denn durch die für den Klimaschutz durchaus sinnvolle „energetische Sanierung“ vieler Gebäude durch nachträgliche Dämmung, gehen leider auch viele angestammte Brutplätze von Spatz und Co. verloren.

Der Mauersegler stellt anders als der Spatz gehobene Ansprüche an seinen Brutplatz, denn er ist auf das Leben in der Luft spezialisiert, nur am Brutplatz landet er. Sein weiteres Leben verbringt er in der Luft, für die Nacht steigt er sogar über die Wolken auf und segelt dann im Halbschlaf langsam wieder nach unten. Nahrung und auch Nestmaterial sammelt er in der Luft, sein Nest besteht daher nur aus wenigen, leichten Grashalmen und Federn, welche er in der Luft fliegend einsammeln kann. Seine Beine sind besonders kurz, sodass er, einmal auf dem Boden gelandet, von alleine kaum losfliegen kann. Deshalb benötigt er hochgelegene Brutplätze, häufig an der Dachkante, um sich beim Start kurz fallen zu lassen um dann mit enormer Geschwindigkeit mit seinem typischen, schreienden Ruf in Trupps über die Dächer der Stadt zu jagen.

Hohe Gebäude, wie das Schulgebäude der Brede, sind daher gut geeignet für die Ansiedlung einer großen Mauerseglerkolonie, denn die Vögel leben gerne hoch und eng beisammen. Eine Besiedlung im ersten Jahr ist jedoch unwahrscheinlich, da die Flugkünstler sehr standorttreu sind und Jungvögel bereits im Vorjahr einen Brutplatz für das nächste Jahr auswählen. Durch die Installation einer zeitschaltuhrgesteuerten Lautsprecherklangattrappe werden die Tiere jedoch schneller auf die Nistkästen aufmerksam, sodass eine Besiedlung bereits im nächsten Jahr wahrscheinlicher wird.

Angst vor Verschmutzung der Fassade braucht übrigens niemand zu haben, denn die Mauersegler sind im Gegensatz zu Spatzen besonders saubere Untermieter, welche ihren Brutplatz nicht durch Kotspuren verraten.

Text: David Singer; Fotos: Kai Hasenbein