Wenn Ausgrenzung einsam macht

Das "Theater gegen Mobbing" gastierte an den Schulen der Brede

Am Mittwoch, 16.5.12, war es endlich soweit: Der „Weimarer Kulturexpress“ gastierte an der Brede!

Zu Beginn stellten die beiden Schauspielerinnen kurz ihre Rollen vor. Dann begann das eigentliche Stück.

Am Anfang wurde der Beginn eines neuen Schuljahres dargestellt, wobei die Zweitbeste des Jahrgangs, Franzi, in das vorne dargestellte Klassenzimmer gestürmt kam und sich auf den einzig freien Platz, neben der Jahrgangsbesten namens Laura, setzte. Alles schien so, als würden die beiden sich perfekt ergänzen, obwohl es von vorneherein klar war, dass sie komplett unterschiedliche Charaktere hatten. Die Situation verschärfte sich allerdings, als Laura Franzi aus Versehen vor der ganzen Klasse blamierte.

Danach ging es immer weiter bergab. Die bei allen beliebte Klassensprecherin Franzi schlug zurück und trickste Laura immer so aus, dass es so aussah als wäre es ihre eigene Schuld.

Es gab z.B. eine Szene in der Franzi die Termine auf zwei Bauernhöfen für ein Bioreferat so legte, dass Laura diese unmöglich einhalten konnte, Franzi es aber den Lehrern gegeüber so darstellte als wäre es Lauras Schuld. Weitere Beispiele sind geklaute Schulmaterialien, von denen Laura denkt sie hätte sie vergessen. Ein weiteres Mal hatte Franzi Laura nichts davon erzählt, dass diese in der nächsten Biostunde einen kurzen Vortag halten sollte, aber Laura probierte es trotzdem spontan und bekam eine bessere Note als Franzi, obwohl diese vier Stunden für ihren Vortrag gearbeitet hatte.

Gegen Ende des Stückes findet Laura auch noch heraus, dass Franzi sie auch im Internet mit Videos auf Youtube und verzehrten Fotos auf Facebook blamierte. Eine wichtige Rolle spielte hierbei auch das Medium Handy.

Am Ende des Stückes stand Laura alleine da; sie hatte jeglichen Rückhalt verloren und litt psychisch und physisch. Franzi hingegen mobbte sie weiterhin, weil sie nicht verstehen konnte, warum Laura sich so von ihr schikanieren ließ und sich nicht wehrte, aber auch sie fühlte sich nicht wohl in ihrer Haut.

Sehr interessant an dem Stück ist, dass alle paar Minuten ein Perspektivenwechsel stattfindet. In diesen kurzen Zwischenszenen, wird das Licht gedimmt und eine der Hauptpersonen tritt nach vorne um einen kurzen Monolog zu halten, in dem deutlich wird, wie die Gefühlswelt der Person momentan aussieht. Danach wechselt die Perspektive und man ist wieder der passive Beobachter der Schulszenen. Mit technischen Mitteln werden alle weiteren Rollen nur akustisch dargestellt.

Eine weitere interessante Sache, die das Stück ausmacht, ist das offene Ende, bei dem nur in einem parallelen (Gefühls-)Monolog gezeigt wird, dass auch die „Mobberin“ sich unwohl dabei fühlt und nicht damit klar kommt. Beide Mädchen denken interessanterweise ziemlich ähnliche Sachen und ergänzen den Monolog gegenseitig.

Das wichtige Thema Mobbing wurde meiner Meinung nach interessant und schauspielerisch gut umgesetzt.

Nach dem Stück kamen die beiden Schauspielerinnen noch einmal auf die Bühne um mit uns über Mobbing und das Stück zu sprechen.

Text: David Waldeyer, 8c