„Cap Anamur“-Gründer Rupert Neudeck zu Besuch an der Brede

Vortrag "Ich will nie mehr feige sein" für unsere Jahrgänge EF und Q1

Am Freitag, dem 30.11., wird Rupert Neudeck zu Gast an der Brede sein und in der 6. Stunde einen Vortrag für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge EF und Q1 halten. Interessierte Eltern sind ebenfalls herzlich eingeladen! Rupert Neudeck, geboren 1939 in Danzig, studierte Philosophie, Germanistik, Soziologie und Theologie. 1979 gründete er die Initiative „Ein Schiff für Vietnam“, aus der später die Hilfsorganisation "Cap Anamur" hervorging. Sie setzt sich bis heute für die Rettung von Flüchtlingen ein. 2003 war Neudeck Mitbegründer von Grünhelme e.V., einem internationalen Friedenskorps, das Wiederaufbau in Krisenregionen leistet.

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern!

Ich bin immer dabei, zu überlegen, was wir jetzt, heute, unmittelbar tun könnten, um einen Notzustand zu beenden oder auch nur zu unterbrechen“, so beschreibt Neudeck sich selbst. Begonnen hat sein Engagement als 17-Jähriger, als er kurz entschlossen und ohne das Wissen seiner Eltern die Schule schwänzte, um an einer Demonstration gegen die Haltung der Sowjetunion beim Ungarnaufstand 1956 teilzunehmen. Wer seinen Namen googelt, sieht Neudeck im Einsatz in fast allen Krisengebieten dieser Erde.

Ein Bekannter berichtet über Neudeck: „Ich habe Rupert Neudeck einmal gefragt, ob er denn so gar keine Angst hat in Kriegsgebiete vorzudringen, in ein Erdbebengebiet oder in durch den Tsunami zerstörte Landschaften. Seine Antwort war ein fragender Blick, so, als würde er schon sprachlich nicht verstehen, was ich meine.“ So verwundert es nicht, dass Neudecks Lebensmotto eigentlich ganz einfach klingt: „Ich will nie mehr feige sein!“

Neudeck ist ein Mensch, der in uns die Frage aufwirft, welches denn eigentlich unser Lebensmotto ist. Ob wir auch unerschrocken den Blick auf das richten, was in dieser Welt nicht in Ordnung ist, oder ob wir den bequemeren Weg des Wegschauens wählen.

In einem kleinen Reihenhaus bei Bonn lebend, braucht Neudeck für seinen eigenen Lebensunterhalt nicht viel. Aber er braucht Geld für seine Projekte, er braucht Geld, um mit seinen „Grünhelmen“ Schulen zu bauen in Afghanistan, Palästina und vielen anderen Ländern dieser Erde. Es wäre schön, wenn wir ihm nach seinem Vortrag an der Brede Geld mit auf den Weg geben könnten, damit er seine Arbeit fortsetzen kann. Selbst wenn jeder nur 2 oder 3 Euro spendet, ist damit Kindern in anderen Teilen dieser Welt geholfen. Rupert Neudeck, das sei an dieser Stelle erwähnt, spricht an unserer Schule für ein Honorar von 250 Euro. Wer in der Presse derzeit verfolgt, welche Honorare Spitzenpolitiker verlangen, der kann unschwer erkennen, dass es Neudeck um die Auseinandersetzung mit euch Schülerinnen und Schülern geht und nicht um finanzielle Bereicherung.

Es wäre schön, wenn ihr Neudecks Arbeit unterstützen würdet!

Dr. Martina Aufenanger