„Sie waren ein fester Anker in dieser langen Zeit“

Schulleiter Dr. Friedhelm Molitor offiziell in den Ruhestand verabschiedet

Im Beisein vieler Gäste aus Nah und Fern ist am Montag der Leiter der Schulen der Brede, Dr. Friedhelm Molitor, in den Ruhestand verabschiedet worden: „Sie waren ein fester Anker in dieser langen Zeit, ein Fixpunkt des gesamten Schullebens“, blickte Dr. Molitors designierter Nachfolger Matthias Koch auf die 18-jährige Wirkenszeit des gebürtigen und bekennenden Sauerländers zurück.

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Die Gäste aus Nah und Fern in der Aula der Schulen der Brede.
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Dr. Molitors designierter Nachfolger: der künftige Schulleiter Matthias Koch.

Eröffnet wurde der Tag des Abschieds mit einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael, anschließend erfolgte der Festakt in der Aula der Schulen der Brede, durch den Ricarda Lüttig und Lennart Waldeyer charmant führten. Matthias Koch sprach dabei im Namen der gesamten Schulgemeinschaft, als er Dr. Friedhelm Molitor seinen „Respekt vor dieser Lebensleistung“ zollte: „Die Geschichte der Brede in den vergangenen 20 Jahren ist auch Ihre Geschichte an und mit der Brede, denn mit Ihnen begann eine Zeit beispielloser Schulentwicklung und Profilierung auf nahezu allen Feldern der Schule“, so Koch weiter. Beispielhaft wurden dazu in der von Schülern, Eltern und Lehrern gemeinsam gestalteten Festrede jene Siegel und Zertifikate aufgezählt, die unter der Schulleitung Dr. Molitors erworben wurden: Siegel der Peter-Gläsel-Stiftung, DFB-Stützpunktschule, Gütesiegel Individuelle Förderung, CertiLingua-

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Pfarrerin Annette Düpree und Pfarrer Wilhelm Koch dankten Dr. Molitor für vielfältige Unterstützung und eine gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren.

Exzellenzlabel, Europaschule, Comeniusschule, Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Und ganz aktuell, so fügte Maria Frese als Vertreterin der Lehrerschaft mit einem Augenzwinkern hinzu, sei die Brede mit dem Siegel „Schule mit exzellentem Schulleiter“ ausgezeichnet worden, das Heinrich Peters anschließend überreichte.

Hauptabteilungsleiter Joachim Göbel und Schulreferent Edmund Hermwille führten die Delegation an, die sich seitens des Generalvikariats von Paderborn aus auf die Reise nach Brakel begeben hatte: „Sie haben stets einen schulpolitischen Weitblick, ein sicheres Gespür für anstehende Änderung bewiesen – und dafür, was die Qualität der Schule ausmacht“, würdigte Edmund Hermwille die Verdienste Dr. Molitors. Prälat Joachim Göbel überreichte Dr. Molitor am Ende des 150-minütigen Festaktes ein ganz besonderes Präsent: ein Gemälde, das das Knabenseminar des Theodorianums zeigt, an dem der Schulleiter sein Abitur ablegte. In seiner Predigt würdigte Göbel zuvor die Tugenden des Schulleiters: „Tag für Tag in der ersten Reihe zu sein, den Kopf hinzuhalten und Verantwortung zu übernehmen: Das braucht schon ein ordentliches Maß an Standfestigkeit, Tapferkeit, Gelassenheit und Humor. Und es braucht ein gutes Team von Mitstreitern – aber auch das fällt einem nicht den Schoß, es will hart erarbeitet werden.“

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Fußball ist seine Leidenschaft: Susen Adamik und Lukas Höper (SV) überreichten Dr. Molitor als Erinnerung ein Tischfußballspiel.

Matthias Koch betonte in seinen Ausführungen des Weiteren die außergewöhnliche Verlässlichkeit des scheidenden Schulleiters, die sich besonders darin geäußert habe, dass er einen „klaren inneren Kompass“ habe und „anderen so Orientierung“ geben konnte, die aber auch ganz pragmatisch daran zu erkennen gewesen sei, dass Dr. Molitor in seiner Zeit an der Brede nicht einen Tag wegen Krankheit versäumt hat. Diese Kontinuität habe sich auch in seiner Sorge um die Schülerinnen und Schüler gezeigt: „Eine ganze Reihe von ihnen wäre nicht mit dem Abiturzeugnis von der Brede gegangen, wenn Sie sich nicht so intensiv darum gekümmert hätten.“ Nie sei dem Schulleiter dabei ein Einsatz zu hoch gewesen, „besonders wenn es sich um Schüler handelte, die ohne Weiteres das Potenzial für unsere Schule hatten, es aber am nötigen Einsatz fehlen ließen.“

Doch damit nicht genug, Schulleiter Dr. Molitor habe in seiner Amtszeit mit so manch anderem Rekord geglänzt: Nicht nur, dass er die Namen aller Schülerinnen und Schüler, zum Teil sogar inklusive der Verwandtschaftsverhältnisse zweiten Grades beherrscht, wie Lukas Höper als Vertreter der Schülerschaft bemerkte; auch die Tatsache, dass er in seiner Amtszeit mehr als 50 Kolleginnen und Kollegen eingestellt hat, die heute größtenteils noch an der Brede unterrichten, ist bemerkenswert.

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Fast alle Namen und Wohnorte konnte Dr. Molitor auch nach langer Zeit noch zuordnen: Unser Gruppenbild zeigt ehemalige Abiturientinnen und Abiturienten der Jahrgänge 1996 bis 2013.

Petra Govorov als Vertreterin der Elternschaft stellte besonders Dr. Molitors Engagement für die Cafeteria heraus: „Unermüdlich haben Sie versucht, Mütter und Großmütter für die Arbeit in der Cafeteria anzuwerben. Mehr als 20 Jahre lang haben Sie Tag für Tag die Einnahmen gezählt und die Kasse verwaltet.“ In den Anfänger der Mittagsverpflegung habe er monatelang in jeder Pause mitgeholfen, das Essen auszugeben: „Das war und ist Ihr Amtsverständnis bis heute: Tatkräftige Hilfe nicht als öffentlichkeitswirksame Symbolpolitik, sondern dort, wo sie nötig war: im Keller, im Dienst an den Schülern“, so Frau Govorov weiter.

In diesem Zusammenhang würdigte Joachim Bischoff als Vorsitzender des Lehrerrates auch das Engagement von Monika Molitor, der Ehefrau des Schulleiters: „Sie organisierten über viele Jahre den Einkauf und den Einsatzplan der Eltern und haben so maßgeblich mitgewirkt am Aufbau dieser für unsere Schüler so wichtigen Einrichtung. Für Ihren Einsatz möchten wir uns auch bei Ihnen recht herzlich bedanken.“

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Familie Molitor.

In die lange Schlange der Gratulanten reihte sich auch der Bürgermeister der Stadt Brakel, Hermann Temme, ein: „Unter Ihrer umsichtigen Leitung hat sich der Ruf unserer traditionsreichen Brede noch gemehrt. Ihnen war stets anzumerken, dass Sie Ihrer pädagogischen Aufgabe aus Überzeugung nachgehen und dass Sie gern an dieser Schule wirkten.“

Grüße überbrachten außerdem Pfarrer Wilhelm Koch und Pfarrerin Annette Düpree, die stellvertretende Landrätin Carola Breker, Dr. Christoph Jost als Vertreter der Schulen des Erzbistums Paderborn sowie Heinz-Werner Klare als Vertreter der Schulen des Kreises Höxter.

Stimmgewaltige Kolleginnen und Kollegen beim Schlusslied.

Dr. Molitor selbst zeigte sich am Ende des Festaktes „überwältigt“. Besonders freute er sich darüber, dass ihm die beiden Musiklehrer Burkhard Eilebrecht und Matthias Koch zum Abschluss seiner Dienstzeit einen lang gehegten Wunsch erfüllten und eine vierhändige Mozart-Sonate an zwei Flügeln aufführten. Aber auch sein Kollegium, das nicht-lehrende Personal, die Schulsozialarbeiterin, die Raumpflegerinnen, die Eltern, die Schwestern der Brede, die Vertreter des Erzbistums, die Kirchengemeinden, die politischen Vertreter, die Kooperationspartner, die Vertreter der Schulaufsicht und des Seminars sowie seine Familie bedachte er mit herzlichem Dank.

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Erinnerung an jene Schule, die Dr. Molitor als Schulleiter 18 Jahre lang prägte: Der Vater des Mathe- und Informatiklehrers Hubert Hinrichs fertigte diesen schmucken Miniatur-Bredenturm an.

Nach der offiziellen Verabschiedung des Schulleiters am heutigen Montag im Beisein vieler geladener Gäste folgt am Tag des Schulfestes die Verabschiedung von der Schulgemeinschaft. Der Abteilungsleiter des Gymnasiums, Matthias Koch, kündigte – ohne zu viel zu verraten – schon an, dass es an diesem Tag noch einige Überraschungen geben wird.

Am Schluss sei allen gedankt, die im Kleinen und vor allem im Großen an der Vorbereitung und Durchführung dieser würdigen Verabschiedungsfeier beteiligt waren, vor allem folgenden Kolleginnen und Kollegen: Joachim Bischoff, Felizitas von Boeselager, Maria Frese, Matthias Koch, Bärbel Lüttig, Sandra Meier-Tokic, Heinrich Peters, Bettina Riese-Schwarzer, Stefanie Westermeier und Elisabeth Zurhove.

Ein herzlicher Dank gilt auch allen Schülern, Eltern und  Lehrern, die den feierlichen Gottesdienst vorbereitet haben, vor allem Schwester Maria-Theresia und Annette Lücht!

Text und Fotos: Kai Hasenbein

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