Eltern-Praktikum für ein Wochenende

"Ups…!“-Projekt hinterfragt die Lebensplanung junger Menschen

„3,5 kg sind auf Dauer ziemlich schwer!“ oder „Jetzt kann ich meine Eltern ein bisschen verstehen!“ Diese und andere Erkenntnisse nahmen die Teilnehmer/innen vom Ups-Projekt mit, das vom 11. bis 13. Oktober 2013 in der Jugendfreizeitstätte der Stadt Brakel in Kooperation mit Donum Vitae und den Schulen der Brede durchgeführt wurde.

DSCN1203Es ist ein pädagogisches Planspiel, in dem Jugendlichen ab 16 Jahren „realistische“ Vorstellungen von Elternschaft vermittelt wird. Das Kernstück dieses Projekts sind RealCare Babies, täuschend echt aussehende Simulationspuppen, die für drei Tage  und zwei Nächte in die Verantwortung der jungen Menschen gegeben werden. Sie agieren auch echt – füttern, wickeln, „Bäucherchen machen“, geliebt und beachtet werden – sonst geht das Geschrei los, auch mitten in der Nacht – wie das nunmal bei Säuglingen so ist. Die Babies fordern, was sie brauchen. Über ein Chip- und Sensorensystem wird registriert, wie sich die jungen Mütter und Väter kümmern.

Es geht darum, auch die eigenen Grenzen zu erkennen. In Einzelgesprächen durch die Fachkräfte der Beratungsstelle Donum Vitae wurden dann die Auswertungen vorgenommen. Das, was „Ups…!“ leistet, geht über die normale Sexualaufklärung hinaus. In drei theoretischen Projekteinheiten gab es „kinderfreie“ Zone und die Jugendlichen beschäftigten sich mit Themen, wie z.B. Freundschaft, Partnerschaft, verantwortungsvoller Umgang mit Sexualität. Es geht um Lebensplanung, die Vorstellungen und Wünsche der jungen Menschen, wie ihr Lebensweg aussehen könnte, wenn sie 25 oder 35 Jahre sind oder auch älter.

DSCN1200Die Babysimulatoren sind ein Medium, um mit den jungen Menschen ins Gespräch zu kommen. Auch Gefühle sind erlaubt. Hilfe zu suchen ist ein Zeichen von Stärke, sind sich die Fachkräfte Heike Mertens, Steffi Werner, die junge Kollegin Mareike Böker von der Beratungsstelle und Nicole Schroeder als Schulsozialarbeiterin sicher. Hier sei auch ein Dank an Ingrid Roland (Leiterin der Jugendfreizeitstätte der Stadt Brakel) gerichtet, die für dieses Projekt ihre Räumlichkeiten und ein gutes Frühstück nach „langer Nacht“ zur Verfügung stellte.

Wenn auch etwas übermüdet, sind sich die sechsTeilnehmer/innen des Berufskollegs und Gymnasiums am Sonntagnachmittag einig: Es war eine gute, wenn auch manchmal anstrengende Erfahrung. Insgesamt war auch das Leitungsteam begeistert, dass sich die Jugendlichen in ihrer Freizeit auf dieses Projekt eingelassen haben.

Text und Fotos: Nicole Schroeder, Schulsozialarbeit