Schwester Karoline erhält den Marion Dönhoff Förderpreis

 

Schwester Karoline Mayer
Schwester Karoline Mayer

Der Verein Cristo Vive Europa – Partner Lateinamerikas e. V. und Schwester Karoline Mayer erhielten am 1. Adventsonntag den Marion Dönhoff Förderpreis für internationale Versöhnung und Verständigung. Der Preis wurde zum elften Mal durch die Marion Dönhoff Stiftung, die Wochenzeitung DIE ZEIT und die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius in Hamburg vergeben. Mit der Auszeichnung wurden der Verein und Sr. Karoline Mayer für ihren jahrzehntelangen Kampf gegen Armut und Hoffnungslosigkeit in Lateinamerika geehrt.

„Im Laufe der Jahre hat Sr. Karoline Mayer in Chile, Bolivien und Peru ein beeindruckendes soziales Netzwerk aufgebaut. Sie hat durch ihr soziales und politisches Engagement nicht nur die Armut in Lateinamerika, sondern vor allem die Resignation bekämpft und auch in Deutschland hunderte Menschen für diese Arbeit begeistert“, so Jurymitglied Anne Will. Schwester Karoline Mayer lebt seit über 40 Jahren in den Armenvierteln der chilenischen Hauptstadt Santiago. Sie ist Motor und Herz des Vereins, der in Santiago (Chile), Cochabamba (Bolivien) und Cuzco (Peru) soziale Dienste in den Bereichen Erziehung, Bildung, Berufsbildung und Gesundheit für die arme Bevölkerung aufbaut.

Der ehemalige Bundesminister Norbert Blüm, der die Laudatio hielt, verglich ihr Leben mit „einer Predigt ohne Worte“. Blüm nannte Karoline eine „späte Enkelin des Barmherzigen Samariters“ im Evangelium. Ihre „Nächsten“ seien die Armen, Verachteten, aus dem Gleis Geworfenen und Entrechteten. Ihnen helfe sie nicht mit Worten, sondern mit Lehrwerkstätten, Gesundheitszentren und Zentren zur Drogenrehabilitation. Sie tue, was Amtspersonen häufig versäumten.

Karoline dankte den vielen Unterstützergruppen und damit auch den Schülerinnen und Schülern der Schulen der Brede, die sie auch in der schwierigen Zeit der Pinochet-Diktatur getragen und vertraut hätten. So wurden in den letzten Jahren durch die Schulen der Brede die Krankenpflegschule in Santiago de Chile, die jungen Frauen aus den Armenvierteln eine Ausbildung zur Krankenschwester ermöglicht, finanziell unterstützt.  Viele von ihnen haben dank dieser Hilfe den Ausstieg aus der Armut geschafft und können sich nun selbst ihren Lebensunterhalt verdienen. In Zukunft wird der chilenische Staat die Schule zum großen Teil finanzieren. Dagegen muss sich die Berufsschule in Cochabamba (Bolivien), die in Zukunft unterstützt werden soll, allein aus Spenden finanzieren.