Brede nun aus der Perspektive der Vögel zu sehen

Maquette entstand unter anderem aus alten Regalbrettern des Fotolabors

Alte Regalbretter des ausgedienten Breden-Fotolabors – eigentlich ein Fall für den Holzofen, könnte man meinen. Der Vater unseres Mathe- und Informatiklehrers Hubert Hinrichs, Wilhelm Hinrichs (78) aus Sögel im Emsland, hat aus diesen – und anderen – Materialien nun allerdings etwas Einmaliges geschaffen, woran sich noch Generationen erfreuen werden: ein Modell der Brede im Maßstab 1:390, welches seit dem vergangenen Montag vor dem Amtszimmer aufgebaut und zu bestaunen ist.

Die Vorgeschichte zu diesem ungewöhnlichen Projekt reicht einige Monate weit zurück, denn die Idee ergab sich im Anschluss an die Verabschiedung des ehemaligen Schulleiters Dr. Molitor im vergangenen Sommer 2013: Wilhelm Hinrichs hatte zu diesem Anlass im Auftrag des Organisationsteams ein maßstabgetreues Modell des Bredenturms angefertigt. Innerhalb der Schulleitung sorgte dieses Werk derart für Begeisterung, dass schon bald die Idee entstand, eine Maquette des gesamten Bredenareals in Auftrag zu geben. „Vorbild waren verschiedene Firmen der Region, die ebenfalls eine Vogelperspektive ihrer Anlage haben“, so Bärbel Lüttig, stellvertretende Schulleiterin der Schulen der Brede. Ihre Begeisterung über das Entstandene ist groß: „Das Modell ist in seiner Detailtreue und in seiner liebevollen Gestaltung großartig!“

a4Insgesamt 500 Arbeitsstunden hat das aufwändige Projekt in Anspruch genommen: Hubert Hinrichs besorgte sich zunächst Bauzeichnungspläne und aktuelle Fotos des gesamten Geländes. Mit diesen Angaben versorgt, begab sich Wilhelm Hinrichs anschließend ans Werk in seiner eigenen Hobby-Tischlerwerkstatt im Emsland. Besagte 500 Stunden fachmännischer und filigraner Arbeit sowie etwa 50 Telefonstunden mit seinem Sohn Hubert Hinrichs später setzte Wilhelm Hinrichs der Maquette das I-Tüpfelchen auf: zwei Kreuze aus Kupferdraht für das Klosterportal und den Bredenturm.

Hubert Hinrichs brachte das Modell anschließend per Auto in zerlegtem Zustand mit nach Brakel und baute es am Montagmorgen auf einem maßgefertigten Tisch auf. Schon während dieser Aktion war das Interesse fachkundiger Beobachter aus Lehrer- und Schülerschaft enorm.

Die Herstellung des Modells erwies sich durchaus als ein dynamischer Prozess: „Das Augustinushaus war schon fertiggestellt, als die Entscheidung gefällt wurde, auch das Kloster mit abzubilden. Daher musste alles neu erstellt werden, um den Maßstab anzupassen“, blickt Hubert Hinrichs zurück. Und ganz fertig ist es immer noch nicht: So soll eine Überdachung aus Glas das Modell vor dem Zahn der Zeit schützen; auch eine Schulhofgestaltung sowie eine Beschriftung der Gebäude werden noch in Erwägung gezogen.

Schulleiter Matthias Koch: „Wir freuen uns ganz besonders über das schöne und sehr aufwändig hergestellte Modell unserer Schule. Es schafft nicht nur einen besseren Überblick über unsere Gebäude, sondern stärkt auch die Identifikation mit den Schulen der Brede insgesamt, weil wir eine Schule mit Tradition auf historischem Boden sind. Das wird schließlich auch in der Baugeschichte sehr deutlich.“

Text und Fotos: Kai Hasenbein