4. Europatag zum Thema „Leben und Arbeiten in Europa“

Europaabgeordnete Birgit Sippel spricht vor 250 Schülerinnen und Schülern

„Wie sieht es eigentlich mit Lobbyismus im EU-Parlament aus?“ – „Wie stehen Sie zum Datenschutz?“ – „Wie kann es sein, dass jemand, der sich gut in Deutschland eingelebt hat und die deutsche Sprache spricht, trotzdem wieder abgeschoben wird?“ Solchen und solch ähnlichen Fragen stellte sich Frau Europaabgeordnete Birgit Sippel am Europatag 2015 des Gymnasiums Brede, welcher bereits zum vierten Mal nach der Zertifizierung als Europaschule gefeiert wurde. Ganz besonders hatten sich die Europatag-Organisatoren Karl-Heinz Junge, Stefanie Reichelt und Kathrin Mattern gefreut, dass Frau Europaabgeordnete Birgit Sippel zugesagt hatte, in der Aula vor 250 Schülerinnen und Schülern der EF und Q1 zum Thema „Leben und Arbeiten in Europa“ zu sprechen.

DSC_9021Zunächst gab Frau Sippel ein Impulsreferat zum Thema, indem sie den Alltag einer Europaabgeordneten anschaulich beschrieb. So erklärte sie zum Beispiel, dass sie in der Regel pro Monat drei Sitzungswochen in Brüssel und eine in Straßburg hat. Das bedeutet, dass Frau Sippel am Montagsmorgen in Richtung Parlament fährt und am Donnerstagsnachmittag oder am Abend wieder zurückfährt, um in der restlichen Woche Termine in der Heimat wie zum Beispiel Schulbesuche wahrzunehmen. Danach rückte sie Themen wie die Stellung Großbritanniens in der EU oder die Flüchtlingsproblematik in den Mittelpunkt. Entsetzt war sie auch über die niedrige Wahlbeteiligung bei der Bremenwahl und rief die Schülerinnen und Schüler auf, auf jeden Fall immer zur Wahl zu gehen.

Danach durften die anwesenden Schülerinnen und Schüler Fragen stellen, die zuvor in den Englischkursen vorbereitet wurden. Frau Sippel musste sich hier mitunter auch sehr kritischen Fragen stellen, die sie alle geduldig, ehrlich und ausführlich beantwortete. Vielfältige Themen wurden hierbei angesprochen wie zum Beispiel der Lobbyismus im EU-Parlament, der Datenschutz oder die europäische Flüchtlingspolitik. Anschließend diskutierte Frau Sippel mit einigen Lehrerinnen und Lehrer in der Lehrerbibliothek über weitere wichtige europäische Themen weiter, bevor sie sich auf den Weg nach Brüssel aufmachte.

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Dankten MdEP Birgit Sippel (3.v.r.) für ihren Besuch an der Brede: Schulleiter Matthias Koch, Karl-Heinz Junge, Chiara Coppeé, Annika Heiser und Kathrin Mattern (v.l.).

Viele Schülerinnen und Schüler der EF und Q1 haben den Europatag positiv in Erinnerung, wie zum Beispiel die Aussage von Jonathan Kros aus der EF zeigt: „Wir haben von Frau Sippel sehr interessante Einblicke in die Welt und Aufgaben einer Europatagabgeordneten bekommen. Vor allem die persönlichen Antworten am Schluss fand ich sehr verständlich und gelungen.“ Madina Umaeva aus der EF schließt sich dieser Meinung an: „Ich fand den Europatag sehr interessant, da Frau Sippel sehr interessante Themen ansprach und dieses nicht kompliziert, sondern sehr anschaulich erklärte. Frau Sippel ist sehr überzeugend gewesen und man hat viel über den Alltag einer Europaabgeordneten erfahren.“ Wie wichtig es ist, Schülerinnen und Schülern immer wieder mit der Politik vertraut zu machen, zeigt die Aussage einer Schülerin aus der EF, welche beispielhaft für mehrere Meinungen steht: „Frau Sippel weiß ziemlich viel und es wäre vermutlich sehr interessant, wenn man sich dafür interessieren würde. Dies trifft bei mir jedoch nicht zu.“

Birgit Sippel (55) ist seit 2009 als Abgeordnete im Europäischen Parlament tätig, wo sie wie alle Abgeordneten der SPD Mitglied der S&D, der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialisten und Demokraten ist. Seit 2014 ist sie Sprecherin/Koordinatorin der S&D-Fraktion im Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres. Zudem ist sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten. Frau Sippel wurde in Bochum geboren und lebt derzeit in Arnsberg, in Südwestfalen, was sie als Region im Europäischen Parlament betreut. Der Kontakt war bei einem Schülerkongress in Essen im September 2013 zustande gekommen, bei welchem Frau Kathrin Mattern und einige Bredenschülerinnen und -schülern die Europaabgeordnete bereits kennenlernen durften.

Text: Kathrin Mattern

Fotos: Kai Hasenbein