Auf Augenhöhe an die Alltagswelt der Jugendlichen angeknüpft

Jugendschutzparcours "Stop&Go" gastierte eine Woche an den Schulen der Brede

Jugendschutz attraktiv und aktiv zu gestalten, ist ein Teilbereich, dem sich auch die Schulsozialarbeit gern widmet. Ebenso ist dies das Anliegen der katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW e.V. mit Sitz in Münster, die uns hier in Brakel den Jugendschutzparcours „Stop&Go“ zur Verfügung gestellt hat. Vom 9. Bis 13. November stand der Parcours zum Mitmachen während der Schulzeit in der Brede, in der nachfolgenden Woche in der Jugendfreizeitstätte der Stadt Brakel.

Dieser Parcours ist besonders für die Jahrgänge 7, 8 und 9 interessant. Bei uns durchliefen ihn zwölf verschiedene Klassen des Gymnasium und der Realschule, außerdem Klassen des Jahrgangs 8 der Geschwister-Scholl-Schule, Konfirmandengruppen und auch Teilnehmer des Kurses zum Erwerb der Jugendleiter-Card der Dekanatsstelle Höxter. Auch für sie war es interessant, sich mit der Thematik des Jugendschutzes zu beschäftigen.

Der Kinder- und Jugendschutz basiert in Deutschland auf drei Säulen. Zum erzieherischen Kinder- und Jugendschutz gehören alle pädagogischen Aufgaben im Hinblick auf diese Anliegen. Im Rahmen des strukturellen Kinder- und Jugendschutzes soll die Lebenswelt der jungen Menschen so gestaltet sein, dass unnötige Gefahren reduziert werden. Der ordnungsrechtliche-kontrollierende Teil des Kinder- und Jugendschutzes richtet sich auch an Veranstalter, Anbieter und Gewerbebetreibende, so formuliert es die BAJ, Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e. V.

Auch in Brakel ist es uns in vielen Netzwerken ein wichtiger Inhalt. Die Themenschwerpunkte des Parcours liegen an den einzelnen Stationen in den Bereichen Jugendschutz, Jugendmedienschutz, Konsum und Sucht. Dies sind klassische Felder des Jugendschutzes, aber sie orientieren sich auch an der Lebenswelt junger Menschen. Im Rahmen eines themenbezogenen Dialogs wird versucht, auf Augenhöhe an die Alltagswelt der Jugendlichen anzuknüpfen. Die Stationen bieten Möglichkeit zum Mitmachen, zum Nachdenken und zum Reflektieren. Hier können sie sich vergegenwärtigen, wo die Verantwortungsbereiche und die Bedeutung aktueller Jugendschutzbestimmungen liegen. Natürlich sind auch die Eltern/Erziehungsberechtigten gefragt, wenn es um erzieherischen Jugendschutz geht, auch sie können und müssen Einfluss im Rahmen der Erziehung nehmen.

Durch die Moderatorenschulung für den Parcours durch Petra Steeger (von links), Referentin der Kath. LAG Kinder- und Jugendschutz NRW e. V., wurden folgende pädagogische Fachkräfte geschult: Ingrid Roland (Leiterin Jugendfreizeitstätte der Stadt Brakel), Anke Söthe (Jugendarbeit der ev. Kirche), Anna-Lena Ostermann, Stefanie Queren (beide z.Z. im Praktikum in der Jugendfreizeitstätte), Olga Kirsch (Mitarbeiterin Jugendfreizeitstätte), Marie Wigge (Schulsozialarbeit Gesamtschule Brakel), Angela Sickes (Drogenberatungsstelle des Caritasverbandes Höxter) und Nicole Schroeder (Schulsozialarbeit Schulen der Brede). Das entsprechende Foto ist in der Galerie zu finden.

Im Parcours geht es z.B. um die Fragen, welche Altersfreigabe ein Videospiel hat? Wie sieht es mit alkoholischen Getränken aus? Wo darf sich ein 15-Jähriger aufhalten? Es ist sinnvoll, diese (inner-) städtischen Netzwerke einzugehen, da so eine breite Maße an jungen Menschen erreicht wird und diese Fragen eine Beantwortung finden. Durch die Gespräche in Kleingruppen oder in Dialogen mit den Schüler und Schülerinnen ließ sich erkennen, wer schon mal was vom Jugendschutz gehört hatte.  Wieder andere Jugendliche ließen sich ganz neu für dieses Thema sensibilisieren. Auch die Offenheit in manchen Klassen verblüffte, was für ein gutes Vertrauensverhältnis innerhalb mancher Klassenverbände sprechen kann. Außerdem ist es wichtig zu erfahren, was in den Lebensführungssystemen (z.B. Schule, Familie, Peergroups, soziales Nahfeld usw.) der jungen Menschen passiert, was sie bewegt und beschäftigt.

Nicole Schroeder