Französischschülerinnen und -schüler der Q2 besuchten Paris

Am Freitag, den 16.10. startete unsere lang ersehnte Fahrt mit Bahn und Thalys nach Paris. Begleitet haben uns unsere Französisch-LK-Lehrerin Frau Seehase sowie Frau Tewes, die uns am Bahnhof in Paris bereits empfangen hatte, da sie schon vorher ein paar Tage bei Freunden in Paris verbracht hatte. Nachdem wir uns in der kleinen Jugendherberge Advéniat nahe der Champs-Elysées eingerichtet hatten, besichtigten wir die Pariser Katakomben, die an diesem Abend laut Internet eigentlich den geringsten Andrang der Woche haben sollten. Die Warteschlange war dann doch länger als erwartet. Da wir zeitlich nicht früher dort ankommen konnten, blieb es spannend, ob wir noch vor dem letzten Einlass Zugang haben würden. Abends entschieden wir uns nach langen Diskussionen – es gab zwei bevorzugte Geschmacksrichtungen – für ein typisch französisches Restaurant.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit der Métro zur Île de la cité, der Seine-Insel, auf der sich die Conciergerie, die Sainte-Chapelle und Notre Dame befinden. Wir besichtigten zunächst die Sainte-Chapelle, die ehemalige Hofkapelle, weltweit bekannt für ihre beeindruckende Innenausstattung und ihre Glasfenster aus dem 13. Jahrhundert. In ihrem Inneren befinden sich außerdem die Dornenkrone Christi und ein Nagel seines Kreuzes. Für beides soll Louis IX. mehr gezahlt haben als für den Bau der Kapelle selbst. Daran anschließend besuchten wir die Conciergerie, welche im Laufe der Geschichte, vor allem während der französischen Revolution, eine wichtige Rolle als Gefängnis hatte, in dem zum Beispiel Robespierre und Marie-Antoinette inhaftiert waren. In diesem Gefängnis konnten sich die Reichen „teure“ Einzelzellen kaufen, während die Armen in einer mit Stroh gefüllten Sammelzelle hausen mussten. Dann machten wir Fotos von Notre Dame und verzichteten darauf, uns in die sich über den gesamten Vorplatz erstreckende Warteschlange zu stellen. Anstatt dessen aßen wir Crêpes bei einem sehr gesprächigen Crêpes-Verkäufer, der uns Löcher in den Bauch fragte und unser Französisch lobte.

Anschließend begaben wir uns zum Louvre, wo wir mit Entsetzen die langen Schlangen vor dem Eingang entdeckten. Doch als Gruppe hatten wir hier sozusagen VIP-Status und konnten einen extra Eingang nutzen. Wie zu erwarten war, stand eine große Menge von Menschen vor der Mona Lisa, was uns jedoch nicht davon abhielt, ein Selfie mit ihr zu machen. Den Rest des Nachmittags konnten wir in Gruppen das Viertel um Les Halles und das futuristische Centre Pompidou erkunden und etwas bummeln. Wir kauften im Supermarkt Nudeln und Bolognesesauce und kochten uns später in der Küche der Jugendherberge unser Abendessen. Leider hatten wir viel zu viele Nudeln, die wir dann mit der restlichen Sauce vermischten und an Obdachlose in der Métro verteilten.

Gegen elf Uhr abends waren wir dann am Palais de Chaillot, von dem aus wir und noch viele andere Schaulustige den leuchtenden und zur vollen Stunde blinkenden Eiffelturm bewundern konnten.

Am nächsten Morgen ging es wieder zum Eiffelturm, dieses Mal jedoch, um die Spitze zu erklimmen, von wo aus wir einen Blick über ganz Paris genießen konnten. Daraufhin begaben wir uns zum Schloss Versailles, wo wir auf unvorhersehbare Menschenmassen trafen, vor allem auf viele kulturinteressierte Asiaten. Nachdem wir wieder in Paris angekommen waren, schlenderten wir am Arc de Triomphe vorbei die Champs-Elysées hinunter und bewunderten die vielen ausgefallenen Geschäfte. Nach einer Pause in der Jugendherberge ließen wir den letzten Abend im Künstlerviertel Montmartre ausklingen, mit einem sternenklaren Blick auf Sacré-Cœur und das nächtliche Paris.

Montagmorgen mussten wir dann aufgrund eines Streiks der belgischen Bahn anstelle des Thalys (Paris-Köln in drei Stunden) einen Fernbus nehmen. Die Fahrt war damit aber nicht vorhersehbar, denn den Bahnarbeitern genügte es nicht, den Zugverkehr einzuschränken, sondern sie blockierten auch Autobahnzufahrten. Glücklicherweise erreichten wir noch den Anschlusszug von Duisburg nach Brakel. So ging unsere ereignisreiche Parisfahrt zu Ende und wir würden sie jederzeit wiederholen. Bon voyage!

Annika Rieks, Annika Heiser, Saskia Eilert, Theresa Reineke, Carolin Behre, Julian Bonefeld, David Scheid