Mutter Theresia ist auch heute noch für uns ein Vorbild

Fair miteinander leben: Patrozinium 2015 mit drei Schwerpunkten zum Leitmotto

Eine faire Schule für eine faire Welt: Unter diesem Leitmotto stand am heutigen Dienstag das jährliche Patrozinium an den Schulen der Brede. Darüber hinaus war es ein ganz besonderer Ehrentag unserer Patronin, denn zum 30. Mal jährt sich heute die Seligsprechung der Ordensgründerin der Armen Schulschwestern, Maria Theresia von Jesu Gerhardinger. Die Feierlichkeiten begannen mit einer Eucharistiefeier der Schulgemeinschaft in der Turnhalle, daran schloss sich ein ausgiebiges und möglichst faires Frühstück an. Einen weiteren Schwerpunkt des Tages bildete eine Workshop-Einheit für die Jahrgänge aller Abteilungen. Unser Foto zeigt die Ergebnisse des „Upcyclings“ der Klasse 7R: Aus scheinbar Wegwerfenswertem zauberten die Schülerinnen und Schüler neue Kostbarkeiten und wurden so für den Gedanken der Nachhaltigkeit eindrucksvoll sensibilisiert (v.l. Fiona, Elias, Johannes, Laura, Vincent und Marlon).

Lesen Sie im Folgenden den ausführlichen Bericht von Schwester Maria-Theresia Knippschild:

Fair miteinander leben: Mutter Theresia ist auch heute für uns ein Vorbild

„Faire Schule – Faire Welt“: Unter diesem Jahresmotto der Schulen der Brede stand auch das diesjährige Patronatsfest. Die Schulgemeinschaft hatte in diesem Jahr einen besonderen Grund zu feiern, denn vor 30 Jahren – die ‚alten Hasen‘ werden sich da sicher erinnern – fand die Seligsprechung der Ordensgründerin der Armen Schulschwestern, Maria Theresia von Jesu Gerhardinger, in Rom statt. Auch viele Brakeler nahmen an den Feierlichkeiten in Rom teil und erlebten die weltweite Gemeinschaft der Schulschwestern.

Das diesjährige Patronatsfest war geprägt durch drei Schwerpunkte:

Die Eucharistiefeier in der Turnhalle

In der Eucharistie feierten wir das Leben Mutter Theresias, und Pater Johannes verwies in seiner Predigt auf die Verbindung zwischen Mutter Theresias Leben und dem Motto des Festtages. Er zeigte auf, wie sie sich in ihrer Zeit, vor mehr fast 180 Jahren, für eine faire Welt einsetzte. Denn sie und die Schwestern der jungen Gemeinschaft nahmen sich besonders der Mädchen und Jungen der armen Landbevölkerung an und ermöglichten ihnen eine gute Schulbildung, was zu ihrer Zeit keineswegs selbstverständlich war. Der Gottesdienst wurde gestaltet von Schülerinnen und Schülern aller drei Schulformen, wobei ein besonderes Highlight die musikalische Mitgestaltung durch die Vokalklassen war. Mit uns feierten den Gottesdienst der ehemalige Rektor der Schule, Msgn. F.-J. Hövelborn, und einige der Referenten.

Das gemeinsame Frühstück

Beim gemeinsamen Frühstück der Klassen bzw. Jahrgangsstufen legten die meisten Schülerinnen und Schüler besonderen Wert auf ein ‚faires Frühstück‘, was schon damit begann, dass wir alles miteinander teilten. Wichtig war dazu aber auch, dass die Lebensmittel entweder aus unserer Region kamen (z.B. die Marmelade von Oma, Eier vom eigenen oder benachbarten Bauernhof, die Wurst vom Metzger „von nebenan“ anstelle der Wurst vom Supermarkt) oder fair gehandelten Produkte gekauft wurden.

Workshops

Den dritten Schwerpunkt bildeten die altersgerechten Workshops in allen Jahrgangsstufen. Sie alle beschäftigten sich mit dem Themenschwerpunkt „Faire Schule – faire Welt“. So setzten sich die Klassen im Jahrgang 6 beispielsweise mit dem fairen Umgang untereinander auseinander, der Jahrgang 5 widmete sich der Musik aus aller Welt oder der „Schokoexpedition“, die von Mitarbeitern des „Welthauses“ in Bielefeld durchgeführt wurde. Mit dem „Welthaus“ haben wir in diesem Schuljahr eine Kooperation „Schule für globales Lernen“ vereinbart. Schülerinnen und Schüler im Jahrgang 7 und 8 setzten kreative Ideen um, bei denen sie beim „Upcycling“ aus Altmaterial Kunstwerke erstellten, sich mit der Handyproduktion auseinandersetzten oder mit fast gleichaltrigen jungen Flüchtlingen deren Lebenssituation in den Blick nahmen. Der Jahrgang 9 der Realschule und des Gymnasiums machte sich auf den Weg zur CARITAS-Ausstellung in Paderborn.

So breit gefächert wie das Angebot für die SI von Gymnasium und Realschule waren auch die Angebote für die Oberstufen von Gymnasium und Berufskolleg.

Hier konnten die Schülerinnen und Schüler aus einem vielfältigen Angebot an Workshops wählen:

Wir haben die Welt zum Fressen gern…, (faire Ernährung in der EINEN Welt) – Avicres – Brasilien: „Gemeinschaft für das Leben, damit es wachse in Solidarität“.“ -„Tischlein deck´dich – Mein Essen und die Welt“ – „Klima(un)gerechtigkeit“ (wir nehmen die Klimakonferenz in Paris Ende des Jahres zum Anlass)  – Alliance Internationale: Projekte in Vietnam, Kongo, Peru – Mundus Eine Welt e.V.: Entsendeorganisation für den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst weltwärts – Freiwilligendienst ‚Costa Rica‘ – Missionar auf Zeit in Malawi – „Blick über den Tellerrand“: Erfahrungen in Ruanda und im Kongo – Freiwilligendienst in  Madagaskar – Faszination Taizé: Für alle, die Freude an der Musik haben  – „Willkommenskultur in der Schule?!“ – ‚Fair play‘ mit jungen Flüchtlingen – Schw. Carolina und ihre Arbeit in Bolivien – WerkFAIRträge

Unser Dank gilt allen Referenten und Referentinnen, ohne die dieser Tag nicht möglich gewesen wäre, aber auch der Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Sehr gefreut haben wir uns darüber, dass auch ehemalige Schülerinnen und Schüler sich die Zeit genommen haben, über ihre Erfahrungen zu berichten.

Insgesamt war dieser Festtag ein rundum gelungener Tag und ein weiterer Schritt auf dem Weg zur „Fairen Schule“, für die wir uns beworben haben.

Einige der Ergebnisse werden am Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember, zum Tragen kommen, wenn Schülerinnen und Schüler des Shalom-Clubs Stationen im Schulgebäude unter dem Aspekt erstellen: Wie und wo können wir uns für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen?

Text: Schwester Maria-Theresia; Fotos: Kai Hasenbein