Am Schuljahresende mehr als 100 Breden-Jahre verabschiedet

Edith von Boeselager, Brigitte Johannmeyer und Ingrid Seemann im Ruhestand – Pater Johannes kehrt nach Österreich zurück

Das Ende des Schuljahres war auch die Zeit des Abschiedes von drei verdienten Lehrerinnen des Gymnasiums Brede. In einer festlichen Stunde im Kreis des Kollegiums, aber auch am letzten Schultag vor der großen Schulgemeinde bedankte sich Schulleiter Matthias Koch bei Edith von Boeselager, Brigitte Johannmeyer und Ingrid Seemann für ihren jahrzehntelangen Dienst an der Brede. Mit ihnen verlässt nicht nur sehr viel Erfahrung die Schule, die drei Lehrerinnen repräsentieren auch ein Stück Geschichte der Brede. Gleichzeitig wurde der Schulseelsorger Pater Johannes Cornides verabschiedet, der nach drei Jahren an der Brede in seine Heimat Österreich zurückkehrt.

Frau Edith von Boeselager hat nach dem Abitur in Regensburg und Würzburg die Fächer Englisch und Geographie studiert, bevor sie im Jahre 1981 am Gymnasium Brede eingestellt wurde. Durch ihre betont herzliche Art gewann sie sehr schnell nicht nur die Zuneigung ihrer Schüler, sondern sie war auch eine überaus beliebte Kollegin. Frau von Boeselager war eine Lehrerin, die das „Herz am rechten Fleck hat“, und so auch in schwierigen Situationen immer einen guten Rat wusste.

Frau Brigitte Johannmeyer unterrichtete nach ihrem Studium der Fächer Englisch und Sport an der Ruhruniversität Bochum zunächst für einige Jahre am Mariengymnasium in Arnsberg, ehe sie im Jahre 1984 an die Brede nach Brakel kam. Pflichtbewusstsein und Gewissenhaftigkeit zeichneten sie während ihrer gesamten Dienstzeit aus. Im Fach Sport setzte sie insbesondere durch die jahrelang von ihr geleiteten Gymnastik-Tanz-Kurse starke Akzente. In unzähligen Vorführungen konnte sich die Schulöffentlichkeit von der kreativen und beharrlichen Art überzeugen, mit der Frau Johannmeyer die Kurse leitete.

Auf die längste Zeit an der Brede kann Frau Ingrid Seemann zurückblicken, da sie nach dem Studium der Fächer Französisch und Geschichte, das sie unter anderem auch für ein Jahr in unser Nachbarland nach Poitiers geführt hat, bereits im Jahre 1979 als Lehrerin nach Brakel an die Brede kam. Insbesondere in ihrem Geschichtsunterricht war es ihr ein Anliegen, auch aktuelle

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Brigitte Johannmeyer, Schulleiter Matthias Koch, Edith von Boeselager, Pater Johannes Cornides, Ingrid Seemann (v.l.).

gesellschaftliche Themen aufzugreifen. Geradezu legendär war ihre Beschäftigung mit gesunder Ernährung und Yoga. Diesen Erfahrungsschatz wollte sie gerne auch an ihre Schüler weitergeben.

Eine neue Station seines Lebensweges tritt auch Pater Johannes Cornides an: Vor drei Jahren stand, nachdem Rektor Franz-Josef Hövelborn seine Tätigkeit als Schulseelsorger an den Schulen der Brede beendet hatte, völlig überraschend ein junger Priester quasi „vor der Türe“, um diesen Dienst zu übernehmen. Pater Johannes, Mitglied der Gemeinschaft der Seligpreisungen, hat in den letzten drei Jahren auf seine ganz eigene und ruhige Art diese Arbeit mit Leben gefüllt. Nun verlässt er die Schulen der Brede, um in seine alte Heimat nach Österreich zu gehen. Dompropst Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung, verabschiedete Pater Johannes während des Kollegiumsabends am vorletzten Schultag.

An den Schulen der Brede hat Pater Johannes schnell Fuß fassen können. Schüler und Lehrer spürten sofort, dass hier ein Geistlicher war, der ganz tief aus seinem Glauben heraus lebte. Pater Johannes konnte auch mit wenigen Worten viel sagen. Immer kam seine Botschaft aus der Mitte seiner Persönlichkeit, er stand mit seiner ganzen Person für das ein, was er sagte. Dadurch gewann Pater Johannes gerade für die jungen Leute ein sehr hohes Maß an Authentizität

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Stellvertretende Schulleiterin Bärbel Lüttig, Julian Schulz (SV), Pater Johannes Cornides, Frieda Beermann (Schülersprecherin) und Schulleiter Matthias Koch (v.l.) am letzten Schultag vor den Sommerferien.

und Glaubwürdigkeit. Im Schulleben war er ein Ruhepol und gleichzeitig eine Person, die sehr viel Vertrauen ausstrahlte. Seine immense Bildung und seine bescheidene und feine Art gaben seinen Ansprachen eine Tiefe und Würde, die sich oft auf die gesamte gottesdienstliche Feier übertrug. Für die Schulen der Brede fasst Schulleiter Matthias Koch den Dank zusammen: „Die gesamte Schulgemeinde ist Pater Johannes sehr dankbar für seinen seelsorglichen Dienst in unserer Schule in den letzten drei Jahren. Wir wünschen ihm von ganzem Herzen alles Gute für seine Zukunft und Gottes Segen.“ Vom Lehrerkollegium bekam Pater Johannes als Abschiedsgeschenk unter anderem einen Wanderstab. Der möge ihm auf seinem gesamten weiteren Lebensweg eine wichtige Stütze sein. Vielleicht führt er ihn ja auch mal wieder zur Brede zurück – darüber würden sich Schüler und Lehrer ganz sicher gleichermaßen freuen.

Mit einem herzlichen Applaus bedankte sich die gesamte Schulgemeinde bei Pater Johannes für seine dreijährige Tätigkeit sowie bei den drei Lehrerinnen für ihr jahrzehntelanges Engagement zum Wohle der ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler. Schülervertretung, Lehrerrat und Schulleitung wünschten allen für den nun beginnenden Lebensabschnitt alles Gute, viel Gesundheit und Gottes Segen.

Text: Matthias Koch; Fotos: Maria Frese; Kai Hasenbein