„Ich bin sicher, dass wir noch viel von Ihnen hören werden!“

Landrat Spieker zeichnete Kristin Kieltsch (Q1) mit dem Kulturpreis des Kreises aus

Erneut hat eine Schülerin der Schulen der Brede den Kulturpreis des Kreises Höxter gewonnen: Kristin Kieltsch aus der Q1 (im Foto rechts) überzeugte die Jury mit ihren Erfolgen im Bereich des "Poetry Slams". Kristin teilt sich die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung mit Maura Porrmann, einer weiteren Preisträgerin aus Scherfede. Die Brede gratuliert nachträglich ganz herzlich zu diesem tollen Erfolg!

Der Kulturpreis wurde vor einigen Tagen im Höxteraner Kreishaus verleihen. Lesen Sie im Folgenden die (gekürzte) Laudatio des Landrats Friedhelm Spieker:

„Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Ich freue mich, Sie heute anlässlich der Verleihung des Kulturpreises 2016 des Kreises Höxter in unserer Aula zu begrüßen. Herzlich willkommen heiße ich vor allem die beiden glücklichen Preisträgerinnen Maura Porrmann aus Scherfede und Kristin Kieltsch aus Stahle sowie ihre Familienangehörigen und Freunde! Mein Gruß und Dank gilt den Mitgliedern des Ausschusses für Bildung, Sport, Kultur und Kreisentwicklung, den Mitgliedern des Kreistages, den Mitarbeitern der Verwaltung und den Kulturpreisträgerinnen und –trägern der letzten Jahre. Ich freue mich über die Anwesenheit der Medienvertreter, die ja mit ihrer Berichterstattung ebenfalls einen wertvollen Beitrag zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses leisten.

Liebe Gäste,

die diesjährige Verleihung des Kulturpreises ist etwas ganz besonderes, denn wir feiern heute ein Jubiläum. Seit 25 Jahren – also seit 1991 – ehrt der Kreis Höxter mit der Auszeichnung herausragende Leistungen auf kulturellem Gebiet. Einen ausführlichen Artikel über die Preisträgerinnen und Preisträger der letzten Jahre können Sie übrigens in unserem neuen Kreisjahrbuch lesen, das ich Ihnen wärmstens empfehle!

Der Kulturpreis dient der Förderung junger Künstlerinnen und Künstler, die im Kulturland aufgewachsen sind, leben oder künstlerisch tätig sind. Er unterstützt die Entfaltung junger Talente und soll ihnen ein Ansporn sein, weiter zielstrebig fortzufahren. Mein ausdrücklicher Dank gilt deshalb den Mitgliedern des Kreistags, die jedes Jahr das Preisgeld in Höhe von insgesamt 2.000 Euro bewilligen. Ich denke, das ist eine wichtige und richtige Investition in unseren kulturellen Nachwuchs.

Sehr geehrte Damen und Herren,

nun kommen wir zu ebendiesem „kulturellen Nachwuchs“. Gleich zwei  bemerkenswerte Künstlerinnen haben die Mitglieder unserer Jury in diesem Jahr dermaßen überzeugt, dass sie sich kurzerhand entschlossen haben, die Auszeichnung aufzuteilen. Deshalb ehren wir heute zwei junge Frauen mit zwei großartigen Talenten: Eine Musikerin und eine Poetry Slammerin. Beide Kunstformen haben durchaus Gemeinsamkeiten. Sie erfordern zum Beispiel Wortgewandtheit und literarische Fähigkeiten, denn nur so kann ein Lied getextet oder eine Geschichte verfasst werden. Auch Intonation, Betonung, Gestik, Mimik und Rhythmus müssen stimmen, um das Publikum auf den Sitzen zu fesseln oder von den selbigen zu reißen. In jedem Fall verlangen beide Kunstsparten nicht nur Können, sondern auch Selbstbewusstsein und Ausstrahlung. Zwei Eigenschaften, die unsere heutigen Preisträgerinnen auszeichnen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

unsere andere Kulturpreisträgerin in diesem Jahr, Frau Kristin Kieltsch, steht noch am Beginn Ihrer künstlerischen Karriere. Umso bemerkenswerter sind die Erfolge, die Sie bereits erreicht hat. Und das mit gerade einmal 17 Jahren.

Liebe Frau Kieltsch,

Ihr Spezialgebiet ist die Literatur – genauer gesagt der Poetry Slam. Falls der Begriff nicht jedem geläufig ist: Der Poetry Slam ist eine Art Dichterwettstreit. Dabei werden selbstgeschriebene Texte innerhalb einer vorgegebenen Zeit einem Publikum vorgetragen. Bewertet wird sowohl der Text als auch der Vortrag. Die Grundidee des Poetry Slams ist es, die Texte nicht nur zu lesen, sondern sie durch die Darbietung lebendig werden zu lassen. Dabei ist so gut wie alles erlaubt. Kreativ sein, frei sprechen, Gefühle ausdrücken – darum geht es beim Poetry Slam.

Um Kindern und Jugendlichen Lust auf Literatur zu machen, hat auch der Kreis Höxter bereits vor zwei Jahren gemeinsam mit der Initiative Kulturelle Bildung im Kulturland Kreis Höxter und dem Kinder- und Jugendliteraturzentrum NRW einen Workshop für angehende Poetry Slammer in Brakel und Warburg organisiert. Ich war damals begeistert von der Qualität der Darbietungen. Bei uns im Kulturland Kreis Höxter, wo Annette von Droste-Hülshoff und Hoffmann von Fallersleben gewirkt haben und ein Großteil der Grimmschen Märchensammlung entstanden ist, finde ich es super, wenn sich junge Menschen intensiv mit Literatur auseinandersetzen.

So wie Sie, liebe Frau Kieltsch. Sie haben sich bereits auf vielen Bühnen unserer Region dem Dichterwettstreit gestellt. Erfolgreich haben Sie an Poetry Slams in Buchhagen, Bevern, Höxter, Holzminden, Hannover, Paderborn und Minden teilgenommen. Bei den U20 Poetry Slam Meisterschaften in Minden sind sie weit gekommen und haben in diesem Jahr einen tollen fünften Platz gemacht. Zudem wurden Sie für die deutschsprachigen U20 Meisterschaften in Magdeburg nominiert. Die Lust am Schreiben war es, die Sie zum Poetry Slam brachte. Die beiden Texte, die Sie Ihrer Bewerbung beigefügt haben, belegen Ihr literarisches Talent, mit dem Sie auch die Jury überzeugten. Sie schaffen es, den Leser mit Ihren Worten in die Geschichten hineinzuziehen und ihn Teil Ihrer Gefühlswelt werden zu lassen. Als Beispiel darf ich zitieren: „Manchmal kamen ich und mein Zustand mir vor wie Plastik. Nachdem wir einmal benutzt worden waren, konnte man nichts mehr mit uns anfangen, nicht einfach wegschmeißen, nicht bekämpfen. Sinnlos, wofür stellt man es dann überhaupt her?“. Zitat Ende.

Neben dem Schreiben begeistert Sie, liebe Frau Kieltsch, auch die Schauspielerei. So sind Sie an der Stahler Freilichtbühne aktiv und beim Schultheater Phönix an der Brede in Brakel. Ich freue mich sehr, Ihr bemerkenswertes künstlerisches Schaffen heute mit dem Kulturpreis 2016 des Kreises Höxter zu würdigen. Ich bin mir sicher, dass wir auch in Zukunft noch viel von Ihnen hören werden.“

Foto: Kreis Höxter