Erinnerung ist wie das Wasser

Ausstellung ästhetischer Biografien zum Thema Widerstand im Nationalsozialismus

  Anlässlich des Gedenktages der Befreiung von Auschwitz im Januar 1945 hat sich unser Kunstkurs (Q2) bei Frau Frese mit dem Thema „Widerstand und Alltag zur Zeit des Nationalsozialismus“ beschäftigt. Ziel war es, Biografien einzelner Personen, die im Widerstand aktiv mitgewirkt, bzw. Ideologiekritisches vollbracht haben, ästhetisch darzustellen.

Ästhetische Biografien zeichnen sich vor allem durch das Hervorheben des Symbolgehalts von Gegenständen aus. Der Betrachter muss sich somit die Intention der Installation selbst erschließen.

Für unsere Ausstellung wurden Personen und Gruppierungen gewählt, die sich grob in drei Themenbereiche aufteilen lassen: einerseits der aktive Widerstand, andererseits das Schicksal der jüdischen Bevölkerung, vereinzelte Helden, die Juden geholfen haben und Personen, die zur Zeit des Nationalsozialismus gelebt und somit die Begleiterscheinungen bewusst miterlebt haben.

Zu der Gruppe des aktiven Widerstandes gehören Claus Schenk von Stauffenberg, der ein misslungenes Attentat auf Hitler ausgeübt hat, die Geschwister Scholl als Mitglied der Widerstandsgruppierung „Weiße Rose“ und Jean Jülich als Anhänger der „Edelweißpiraten“.

Anne Frank verkörpert als Beispielsperson das Schicksal der jüdischen Bevölkerung. Der Boxer Max Schmeling stellt sich als einzigartiger Held heraus, als er jüdischen Kindern in seinem Hotelzimmer ein Versteck verschaffte. Durch Beispielspersonen wie Marlene Dietrich und Angehörigen von Schülern unseres Kunstkurses wird der Alltag in Deutschland unter der NS-Herrschaft veranschaulicht.

Das zentrale Ziel unserer Ausstellung im Bredenturm liegt darin, vor allem anhand von Privatbeispielen eine gewisse Nähe zu dem Thema „Nationalsozialismus“ herzustellen und an das Vergangenheitsbewusstsein zu appellieren, um zu verhindern, dass die Schrecken der NS-Zeit in Vergessenheit geraten und sich Ähnliches in Zukunft wiederholt. „Die Erinnerung ist wie das Wasser: Sie ist lebensnotwendig und sie sucht sich ihre eigenen Wege in neue Räume und zu anderen Menschen. Sie ist immer konkret: Sie hat Gesichter vor Augen, und Orte, Gerüche und Geräusche. Sie hat kein Verfallsdatum und sie ist nicht per Beschluß für bearbeitet oder für beendet zu erklären. Noach Flug  (Auschwitz-Überlebender und Präsident des IAK)

Text: Anna Rode, Jasmin Thai u. Lina Friedrich

Fotos: Maria Frese