Schwester Agathe Specht im Alter von 86 Jahren verstorben

Am 15. Mai 2017 ist im Kloster Brede Schwester Agathe Specht im Alter von 86 Jahren verstorben. Viele, die unserer Schule verbunden sind, werden sich gut und sehr gerne an die Ordensschwester erinnern, die zunächst die Fächer Deutsch und Geschichte, später auch das Fach Kunst vertrat. Unsere ehemalige Kollegin Curina Murawski erinnert sich im Folgenden an Schwester Agathe:

Mitte der Sechzigerjahre war Schwester Agathe die jüngste unter den zahlreichen Schulschwestern des Kollegiums. In dieser Zeit gab es nur eine Handvoll weltliche Kollegen am Mädchengymnasium Brede, unter ihnen nur zwei Herren (Herr Lobner und Herr Niggemeier).

Ihr Ordensname war damals Schwester Theophila, von den Schülerinnen liebevoll mit „Töffy“ abgekürzt. Später durften die Schwestern ihren Mädchennamen wieder annehmen, und so mussten alle auf Schwester Agathe umlernen. Mit ihrem jugendlichen Schwung gestaltete sie vor allem den Geschichtsunterricht anschaulich und damit nicht so streng, wie anderer Unterricht in diesen Jahren stattfand. Sie ersparte uns so das sture Auswendiglernen von Geschichtszahlen und die einzige Ballade, die wir auswendig lernen mussten, haben wir nicht in ihrem Deutschunterricht erlebt. Immer schloss sie die aktuellen Geschehen der Gesellschaft und Politik in ihre Unterrichtsthemen mit ein. Für mich war es schön, sie später als Kollegin und Gesprächspartnerin wieder zu erleben.

In den letzten Jahren ihres Berufslebens zog sie sich aus ihren Fächern zurück und übernahm den Kunstunterricht. Das war einerseits eine neue Herausforderung aber andererseits für sie eine schöne Aufgabe. Fast dreißig Jahre unterrichtete sie so am Gymnasium Brede und wurde von Schülern und Kollegen gleichermaßen geschätzt und geliebt, obwohl ihr das Unterrichten nicht immer leicht fiel, was wohl auch an der früh beginnenden Krankheit Parkinson lag.

Corina Murawski (Abitur 1972, Kollegin 1980-2000)