Grenzverletzungen: Ausstellung „Echt krass!“ beendet

PETZE, das Institut für Gewaltprävention aus Kiel, hat die Wanderausstellung „Echt krass!“ zum Thema „Grenzverletzungen“ für Schule und Jugendhilfe entwickelt. Der interaktive Präventionsparcours hat im Mai an den Schulen der Brede Jugendliche ab Klasse 8 an verschiedenen Stationen zum Mitmachen und Nachdenken eingeladen.

Wieso PETZE? Mit Petzen wird häufig etwas Negatives assoziiert. Petzen ist jedoch meist ein berechtigter Hilferuf. Hier muss der Unterschied gemacht werden, ob die Teenager die Situation selbst klären können oder ob sie sich durch diesen Hilferuf einen Erwachsenen zur Unterstützung holen möchten.

Das Austesten und Überschreiten von Grenzen gehört zum Heranwachsen junger Menschen hinzu. Auseinandersetzungen dienen der Orientierung und als Lernfeld. Um aus diesen Konflikten zu lernen, müssen Jugendliche angemessene Reaktionen auf ihr Verhalten erfahren. „Echt krass!“ möchte Mädchen und Jungen stärken, sexuelle Grenzverletzungen wahrzunehmen und sich gegen Übergriffe zu wehren. Außerdem werden Wege aufgezeigt, wo und wie sie Hilfe, Unterstützung oder Schutz erhalten.

An fünf Lernstationen wurden den jungen Menschen die Prinzipien der (sexuellen) Selbstbestimmung vermittelt. Jugendliche müssen ein Gespür dafür entwickeln, was ihnen gut tut und wo die Grenzen ihres Gegenübers liegen. Welche „Flirt-Sprüche“ sind ok, welche Reaktionen am geeignetsten, um lästige Anmachen abzuwehren. Werbung, Internet, Filme – die Welt von Jugendlichen ist von visuellen Reizen gespickt. Das Internet bietet eine Fülle an Möglichkeiten, sich anonym zum Thema zu informieren, kann aber auch Tatort sexueller Übergriffe sein.

Gemeinsam möchten sich die Akteure der Schule, Schüler/innen, Vertreterinnen der Lehrerschaft und Eltern, weiterhin auf den Weg machen die Brede als „sicheren Ort“ zu gestalten und zu erleben, wo sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene angenommen und aufgehoben fühlen. Die Ausstellung ist ein Türöffner, um die Themen „Grenzverletzungen und (sexualisierte) Gewalt“ besprechbar zu machen. Grenzverletzungen im Bereich sexualisierter Gewalt können von vergleichsweise harmlosen Sprüchen über unangemessene Berührungen bis hin zu Vergewaltigung reichen. Es kann z.B. auf dem Weg zur Schule, zu Hause, im Freundeskreis, im Freizeitbereich oder über das Internet passieren. Achtsamkeit muss gelebt werden und geschieht durch den verantwortungsvollen Umgang miteinander.

Text und Foto: Nicole Schroeder, Schulsozialarbeit

Auf dem Foto v.l.n.r.: Carla Lütkefend, Ann-Sophie Kneer (beide Q1)