MINT-EC: Die Autos der Zukunft fahren selbst

Lena Wolf (EF) war bei der Konstruktion eines Prototypen dabei

Mit dem Erwerb der MINT-EC-Mitgliedschaft dürfen die Schüler der Schulen der Brede an MINT-EC-Camps teilnehmen, die zu verschiedenen Themen von Mitgliedsschulen des MINT-EC Netzwerks in Kooperation mit Universitäten oder Forschungseinrichtungen von Firmen durchgeführt werden. Und die ersten Schülerinnen und Schüler haben dieses Angebot gesetzt und sind ganz begeistert zurückgekommen. Lena Wolf, Schülerin der EF, war in der vergangenen Woche in Hof, wo sie mit elf anderen Schülerinnen und Schülern am Schiller-Gymnasium, die in Kooperation mit der Universität Bayreuth und der Hochschule Hof ein Forschungscamp zum Thema „Autonomes Fahren“ anboten, gearbeitet hat.

Was steckt alles hinter dem Begriff Autonomes Fahren und wie sieht der aktuelle Forschungsstand aus? Das erfuhren die Jugendlichen zu Beginn des MINT-EC-Camps. Anschließend wurden sie in Workshops an die Technik herangeführt. Gearbeitet wurde mit Arduino-Mikrocontrollern, dem 2D/3D-CAD-System SoliEdge, Fräsen und 3D-Druckern. Mit diesen Tools sollten die Schülerinnen und Schüler bis zum Ende des Camps ein selbstfahrendes Auto bauen.

Dazu teilten sie sich in vier Teams auf. Jedes Team beschäftigte sich mit einem der vier Schwerpunkte: Steuerung und einfache Linienerkennung, Objekterkennung über Kamera, Lidar Laser sowie Ultraschall und Infrarot. Betreut wurden die Teilnehmer von Lehrkräften des Schiller-Gymnasiums, Sensorikexperten der Universität Bayreuth und der Hochschule Hof.

Weiteren wissenschaftlichen Input bekamen die Jugendlichen von Prof. Dr. Richard Göbel, Hochschule Hof, der zu ihnen über Autonomes Fahren und Künstliche Intelligenz gesprochen hatte. Mit der Besichtigung der Hamm AG, die mit ihrem Zukunftsprojekt „autonome Walzen“ Vorreiterin ihrer Branche ist, lernten die Schülerinnen und Schüler das Thema in großem Maßstab kennen.

Es war insgesamt ein tolles Erlebnis, wie Lenas nun folgender Bericht deutlich zeigt:

„Autonomes Fahren wird überall als das Konzept der Zukunft gehandelt. Ob das tatsächlich so einfach möglich ist, durften zwölf Schüler und Schülerinnen Hof ausprobieren. Ich hatte das Glück, zu dieser Gruppe zu gehören. Und so fuhr ich Dienstagmorgen statt zum Praktikum nach Hof, wo wir auch sofort mit einem Impulsvortrag und dem Aufbau der Modellautos begannen, die später auf einer Teststrecke im Flur fahren sollten. Als ein Großteil der Autos funktionierte, wurden die Arbeitsbereiche verteilt, die unterschiedlichen Sensoren ans Laufen zu bekommen.

Ursprünglich war als Abschlussaufgabe ein Parcours für ein zusammengesetztes Auto geplant, doch alles hat sich als sehr viel komplizierter herausgestellt, als alle, auch die betreuenden Lehrer erwartet hatten. Generell haben wir aber alle sehr viel über autonomes Fahren gelernt und dabei auch verstanden, dass es eben nicht in drei bis fünf Jahren zu verwirklichen ist, wie die Autoindustrie behaupten mag, sondern man eher mit 50 bis 60 Jahren rechnen muss.“

Fotos: Mint-EC

Im Gruppenfoto vor der Walze ist Lena ganz rechts abgebildet.