Unser ehemaliger Kollege August Lobner ist verstorben

Am Freitag, den 31. August 2018, ist fünf Monate nach seiner Frau auch unser ehemaliger Kollege August Lobner in seinem 90. Lebensjahr verstorben. Geboren und aufgewachsen in Bocholt studierte er die Fächer Mathematik und Physik an der Universität Münster. Nach dem Referendariat kam er 1956 an das Neusprachliche Mädchengymnasium Brede.

In den folgenden dreieinhalb Jahrzehnten erlebte er grundlegende Wandel in der Struktur des Gymnasiums. Es begann in den siebziger Jahren mit der Oberstufenreform, die eine Spezialisierung für das Abitur zuließ. Um die Vielfalt noch zu vergrößern, begann im Jahre 1975 die Kooperation mit dem Städtischen Gymnasium. Die Klassen wurden in der Oberstufe durch Kurse ersetzt und damit wurde die Erstellung des Stundenplans zu einer Mammutaufgabe. Jeder Oberstufenjahrgang war jetzt eine große Gruppe mit ständig wechselnden Teilgruppen, die in immer neuer Zusammensetzung parallel an zwei Schulstandorten zu unterrichten waren. Eine Aufgabe, die mit der Magnetstecktafel kaum noch zu bewältigen war. Die ersten einfachen Computerprogramme kamen aber erst ungefähr zehn Jahre später auf den Markt.

Von Schwester Mechthild übernahm Herr Lobner die stellvertretende Schulleitung, und war damit nicht nur in die Verwaltung, sondern auch in die Gestaltung der Schule unter der Trägerschaft der Schulschwestern mit eingebunden. Als im Sommer 1982 die langjährige Schulleiterin Schwester Michaela verstarb, übernahm er die kommissarische Schulleitung. In den folgenden zwei Jahren leitete er die Schule mit Kompetenz, Weitsicht und souveräner Gelassenheit. In dieser Zeit stellte er eine ganze Reihe Kolleginnen und Kollegen ein, die halfen, neue Entwicklungen voranzutreiben.

Ein wichtiges Anliegen war ihm immer die Mathematik als Wissenschaft. Schon in den Jahren, als die Brede noch eine reine Mädchenschule war, widerlegten Arbeitsgemeinschaften zu speziellen Themen das Vorurteil, dass Frauen keine Begabung und kein Interesse für dieses Fach hätten. Herr Lobner förderte die Teilnahme an entsprechenden Wettbewerben, die zu der einen oder anderen Mathematikkarriere führten.

Wenn er aus der Sicht der Mathematik dem Computer zuerst kritisch gegenüberstand, übernahm er dann mit dem Commodore C 64 einen Programmierkurs in der Mittelstufe. Bei der Erstellung des Stundenplans wurde der PC zum unverzichtbaren Hilfsmittel. Nach seiner Pensionierung nutzte er das Internet, um sich in mathematischen Foren mit Studenten über aktuelle Fragestellungen auszutauschen.

Wir danken Herrn August Lobner für seinen langjährigen und treuen Einsatz für viele Schülergenerationen am Gymnasium Brede.

Das Requiem für den Verstorbenen findet am Montag, 10. September, um 14 Uhr in der Pfarrkirche St. Michael statt. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Friedhof in Brakel.

 

Ein Lehrer arbeitet für die Ewigkeit.

Niemand kann sagen, wo sein Einfluß endet.

(Henry Brooks-Adams (1838 – 1918), US-amerikanischer Historiker und Kulturphilosoph)

 

Corina Murawski (Abitur 1972, Lehrerin an der Brede 1980-2000)

Das Kollegium der Bredenschulen