iPads: Digitales Lebensgefühl im Unterricht nutzbar machen

iPads ab sofort im Musikunterricht der Brede im Einsatz

Der fulminante Bläsersound des Sinfonischen Blasorchesters beweist es genauso wie die glockenhellen Stimmen der Vokalklassen oder die mitreißenden Rhythmen einer "Body Percussion" im Mittelstufenunterricht: Die Praxiserfahrung spielt im Fach Musik an der Brede die erste Geige. Nun ist das nächste vielversprechende Projekt angelaufen – allerdings ohne den Einsatz von Pauken, Trompeten und menschlicher Stimme. Mit der Anschaffung von 20 iPads geht die Fachschaft Musik einen konsequenten Weg in Richtung der Digitalisierung des Unterrichts.

Kaum ein bildungspolitisches Thema schlägt derzeit ähnlich hohe Wellen wie die Digitalisierung des gesamten Unterrichtsbetriebs. Auch an der Brede ist sie derzeit das Schwerpunktthema der Schulentwicklung. Das innovative iPad-Pilotprojekt soll ab sofort in der Praxis ausloten, inwieweit der Einsatz von iPads traditionelle Medien ersetzen und den Medieneinsatz signifikant verbessern kann.

Mittwoch, 8.55 Uhr: Musiklehrer Volker Karweg öffnet einen großen Spezialkoffer, in dem die iPads, die er gleich in seinem Q1-Musikkurs einsetzen wird, über Nacht aufgeladen worden sind. Das iPad selbst ist mit einem Fingerwisch startklar, die App nach einigen Wimpernschlägen einsatzbereit. Keine Frage: Den Schülerinnen und Schülern ist die neue Lernumgebung nicht nur bestens vertraut – sie ist Teil ihres Lebensgefühls.

Auf dem Tagesprogramm des Q1-Kurses steht ein Einblick in die Grundlagen der Musikproduktion. „Während früher die Komponisten am Schreibtisch mithilfe von Bleistift und Notenpapier ihre musikalischen Ideen festgehalten haben, werden heute in der Regel mit einem Software-Sequenzer so genannte Samples – also kleinste Musikschnipsel – zu einem Stück zusammengesetzt“, so Volker Karweg weiter. Das iPad ermögliche dadurch einen intuitiven Zugang zum Komponieren – und das selbst dann, wenn die Schülerinnen und Schüler nur eine geringe Musizierpraxis haben. In der Q1 hätten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Unterrichtsreihe zur Polyphonie beispielsweise das Arrangement eines mehrstimmigen Kanons mit begleitender Band erstellen können.

Eine weitere Möglichkeit vertiefter Erfahrungen böten die Tablets im Bereich der elektronischen Klänge. Die Musiklehrerinnen und -lehrer der Brede sind sich einig: „Hierbei kann die Spielweise verschiedenster Instrumente auf dem iPad erprobt und durch abgestuft einstellbare Spielhilfen unterstützt werden. Auch mit geringen Vorkenntnissen können die Schülerinnen und Schüler zu sehr schönen klanglichen Ergebnissen kommen.“

Neben diesen ausgesprochen handlungs- und schülerorientierten Vorzügen des iPad-Einsatzes kommen die unterrichtsorganisatorischen Trümpfe ebenfalls sehr gut zur Geltung. So werde beispielsweise der Overheadprojektor zukünftig überflüssig, denn Aufgaben, an denen gerade gearbeitet werde, können direkt für alle sicht- und hörbar gemacht werden. Ebenso können Audio- und Videosequenzen direkt in digitale Arbeitsblätter eingebettet und individuell abgerufen werden.

Das iPad als sinnvolle Ergänzung des Unterrichts – mehr soll es zunächst nicht sein. Denn bei aller Innovationsfreudigkeit steht für Volker Karweg aber eines unverrückbar fest: „Das Singen und Musizieren wird in unserem Musikunterricht nach wie vor einen breiten Raum einnehmen!“

Text und Foto: Kai Hasenbein

Schätzen die Vorzüge des iPad-Einsatzes: Luis Brett, Isabell Siebrecht und Leonard Vössing (vorne, v.l.) aus dem Grundkurs Musik der Q1 der Brede.