Erweiterungsstunde: 60 Minuten, die viel zu schnell vergehen

Premiere der Erweiterungsstunde: Schülerinnen und Schüler des Journalismus-Kurses als Reporter unterwegs

Dienstag. Erste Stunde. Keine nervenaufreibenden Bio-Präsentationen, keine komplizierten Matheformeln, keine schweißtreibenden Übungen am Stufenbarren. Der reguläre Unterricht der Brede macht 60 Minuten lang Platz für die neu eingeführte Erweiterungsstunde. 28 Kurse sind im ersten Quartal des aktuellen Schuljahres angeboten worden, zum Teil sogar jahrgangsübergreifend. Schülerinnen und Schüler von der 6. Klasse bis zur EF hatten und haben somit die Möglichkeit, sich nach persönlichen Interessen für ein Modul zu entscheiden. Am 20. November beginnt mit dem zweiten Quartal schon der nächste Durchgang.

Aus der Schulküche strömt der Geruch frisch zubereiteter Low-Carb-Speisen, vier Stockwerke höher entspannen andere im Raum der Stille bei Yogaübungen, manche diskutieren zu aktuellen geschichtspolitischen Fragen, in der Turnhalle wiederum bebt der Boden: Hier nämlich proben die Schülerinnen und Schüler des Hip-Hop-Kurses an ihren Choreografien und entwickeln unter der Anleitung der Referendarin Carolin Bölke zunächst Einzelteile des Tanzes, die dann anschließend zusammengeführt werden. Klingt leicht, ist aber mit viel Arbeit verbunden. Die richtigen Aufwärmtechniken, die passenden Lieder, der Zusammenbau der Choreo: Alles will genau bedacht sein. „Es macht total viel Spaß“. schwärmen einige Schülerinnen aus der 7. Klasse begeistert.

„Piep, Piep, Klack! Piep, Piep, Klack!“ Im Computerraum ertönen die typischen Geräusche der Digitalkameras. Blitze zucken über die Foto-Objektive. Vorn am Pult steht Frau Frese und wiederholt für alle noch einmal: „Mit der Tiefenschärfe könnt ihr die wichtigen Dinge auf eurem Bild in den Vordergrund rücken. Der Hintergrund verschwimmt dann.“ Die Schülerinnen und Schüler hören interessiert zu und versuchen alle Tricks anzuwenden. Dann geht es ab nach draußen in die Praxis, wo themenbezogen gearbeitet wird – ob zu „Licht und Schatten“, „Stillleben“ oder zum Motto „Alte Liebe rostet nicht“. Der zentrale Gedanke des Kurses ist es, der Kreativität freien Lauf zu lassen und ein eigenes Kunstwerk zu erschaffen. Tim Wetzler aus der EF: „Man fühlt sich stolz, wenn man nach langer Arbeit ein Ergebnis hervorbringen kann.“

Szenenwechsel, A-Gebäude: Die zehn Schülerinnen und Schüler im Erdgeschoss des Augustinushauses brüten über lateinischer Grammatik und kniffligen Vokabeln. Madeleine Heimfahrt (EF) beschreibt den besonderen Anspruch des Kurses: „Wir übersetzen Texte, aber nochmal auf einem ganz anderen Level als im normalen Unterricht.“ Auch Neuntklässler mischen kräftig mit: Es mache ihnen Spaß, mit den älteren Schülerinnen und Schülern aus der EF zu arbeiten, denn so lerne man von- und miteinander.

Doch bei aller Begeisterung für die Erweiterungsstunde haben die Schülerinnen und Schüler bereits das erste Problem entdeckt: die knappe Zeit. „Da die Erweiterungsstunde nur einmal pro Woche stattfindet, ist es schwer, viel zu schaffen“, berichten beispielsweise einige Schülerinnen aus der Hip-Hop-Gruppe. Nach einer Woche seien die einstudierten Choreografien meist schon zur Hälfte vergessen. Gleichzeitig betonen sie aber die schöne Abwechslung zum „normalen“ Unterricht und die Möglichkeit, sich selbst für ein Modul entscheiden zu dürfen.

Zusammengestellt aus Beiträgen von Pia Brinkmann, Natalie Klemmer, Lukas Weber, Jana Kunz und Giulia Schleiden aus dem Modul „Journalistisches Schreiben I“

Fotos: Jana Kunz (2) und Kai Hasenbein (1)