„MINT 400“: Nachwuchsforscher knüpfen Netzwerke in Berlin

Am 21.02. und 22.02.2019 nahmen deutschlandweit ungefähr 360 Schüler und 100 Lehrer an der Veranstaltung „MINT400 – Das Hauptstadtforum“ des MINT EC-Netzwerkes in Berlin teil, wobei drei Schüler/-innen (Lena Wolf, Hannah Zeißler und Niklas Ussat) und eine Lehrerin der Brede (Frau Rüther) dabei waren. Während dieser Veranstaltung hat der Schwerpunkt auf einem kommunikativen Austausch sowie der Erweiterung von Theorie und Praxis gelegen, um die Interessen der Teilnehmer/-innen zu stärken oder neu zu entdecken.

Nach einer Anreise mit dem Zug brachten wir unser Gepäck in das Hostel, um von dort aus zum offiziellen Beginn der Veranstaltung zu fahren. Nach einem „Markt der Möglichkeiten“, auf dem viele Hochschulen, Universitäten, Firmen und Vereine sich und ihre MINT-Angebote in Bezug auf Studien- und Berufsperspektiven vorstellten, wurden wir von verschiedenen Personen des Veranstalters begrüßt.

Anschließend folgte die erste Keynote-Speech mit dem Titel „Game Changer – Computerspiele als Leitmedium des 21. Jahrhunderts: Potenziale von Serious Games, Gamification und Technologietransfer für Bildung, Therapie, Wirtschaft und Kultur“. Das mag vielleicht trocken und langweilig klingen, war es aber absolut nicht, weil man spätestens während des Vortrags merkte, welchen Wert und Einfluss Computerspiele in vielerlei Hinsichten in der heutigen Welt haben oder sie bereits verändert haben. Beispielsweise gibt es allein darauf bezogen circa 20 Studiengänge in Deutschland, es spielen mittlerweile ein Viertel der Deutschen über 50 Jahren Computerspiele und es ist erwiesen, dass sie kognitive, soziale und motorische Fähigkeiten fördern. Es werden viele Kompetenzen sowohl durch das Spielen als auch das Entwickeln der Computerspiele vermittelt und es hängt eng mit dem Einsatz und der (Weiter-) Entwicklung von künstlicher Intelligenz zusammen, denn diese lernt von Daten, die durch die Gesellschaft entstehen. Ein daraus resultierendes Problem ist Diskriminierung, weil diese dann auch von der künstlichen Intelligenz übernommen wird. Durch Digitalisierung, auch in Form von verschiedenen Arten der Computerspiele und deren Einfluss, muss und wird das Lernen und die Kultur neu gestaltet werden, weil Technologie und Digitalisierung das Ausdrucksmittel und die Kultur der heutigen Jugend sind und somit die Zukunft beeinflussen.

Abends hörten wir uns einen vorher ausgewählten Fachvortrag an. Meine Präsentation handelte von der „Zerstörungsfreien Materialprüfung in unserer technisierten Welt“. Der Referent erklärte dem Publikum, welche verschiedenen Verfahren und Methoden benutzt werden, um Fehler in unterschiedlichsten Materialien zu suchen und zu finden, und er brachte nahe, dass der Anwendungsbereich sehr vielseitig ist und den kompletten Alltag eines Menschen betrifft. Außerdem klärte er über den Ursprung der Materialprüfung auf: Menschen war Sicherheit schon immer wichtig, woraus es entstanden ist, jede neue Aufgabe oder Fortschritt einer Prüfung zu unterziehen, um die Gefahren und eventuellen Schmerz eines Unfalls möglichst klein zu halten.

Anschließend gab es noch die Möglichkeit, an der Veranstaltung „Go Digital Night by SAP Young Thinkers“ teilzunehmen, in der man sich für einen von rund zehn Workshops rund um Programmierung und den spezielleren Umgang mit dem Office-Programm „PowerPoint“ entscheiden konnte.

Am Freitagmorgen fuhren wir alle zu unseren bereits vorher ausgewählten Workshops in und um Berlin. Ich nahm an dem Workshop „Geodynamik und Seismologie“ teil, der in dem Deutschen GeoForschungszentrum (GFZ) in Potsdam stattfand. Nach einer Begrüßung mit kurzer Einleitung und einem Steckbrief zu dem Zentrum wurden uns die Schichten der Erde und die verschiedenen Bewegungsmöglichkeiten der Kontinentalplatten erklärt und die Folgen davon anhand eines Experiments demonstriert. Danach befassten wir uns mit der Entstehung von Erdbeben und der Frage, wie man sie durch zwei verschiedene Arten von Wellen lokalisieren kann, die vom sogenannten „GEOFON-Netzwerk“, bestehend aus Seismometern überall auf der Welt, aufgenommen werden. So eine Ortsbestimmung führten wir anschließend selbst durch und beschäftigten uns mit dem Auslesen von Erdbebendaten der vergangenen Jahre und Jahrzehnte.

Abends folgte eine zweite Keynote-Speech mit dem Titel „Great Minds & Small Atoms“, in der der Referent anhand eines vereinfachten Beispiels den Aufbau und die Funktion einer Atomuhr dem Publikum erklärte. Anschließend fand die Preisverleihung des Internationalen Chemiewettbewerbs 2018 des „Royal Australian Chemical Institute (RACI)“ statt und das Publikum wurde in die Finalentscheidung des „MINT-EC SchoolSlam mit British Council“ einbezogen, in dem Schülergruppen ein naturwissenschaftliches Video auf English drehen. Anschließend klang die Veranstaltung bei einem netten Beieinandersitzen aus.

Samstag ging es dann mit einer einheitlichen Meinung zurück nach Hause. Die zwei Tage in Berlin waren spannend und wir empfehlen es jedem, der naturwissenschaftliches oder technisches Interesse hat, auch einmal an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Die Angebote der Workshops sind breit gefächert und ein großes Interessenfeld wird abgedeckt. Zusätzlich ermöglicht es auch in Themen herein zu schnuppen und diese praktisch zu bearbeiten, zu denen man in der Schule nicht die Möglichkeiten hat. Und ein netter Nebeneffekt sind die vielen neuen Menschen, die man kennengelernt hat und vielleicht in einem Workshop mal wieder trifft.

Hannah Zeißler, Q1