„Heitere Gelassenheit“ verordnet – und davon eine gute Portion!

Auf einmal waren sie selbst wieder Schülerinnen und Schüler: die rund 300 Eltern, die am 3. April dem Vortrag von Sebastian Durst (im Foto mit der stellvertretenden Schulleiterin Bärbel Lüttig zu sehen) in der Aula der Brede lauschten. Der erfahrene Pädagoge und Lerncoach von der Akademie für Lernpädagogik aus Münster demonstrierte an diesem Abend, dass Lernen unterhaltsam sein kann. Wenn man sich bekannte Regeln des Lernens wieder ins Gedächtnis rufe und sich erinnere, wie man sich selbst als Schüler gefühlt habe, könne man seine Kinder gut unterstützen, lautete sein Credo.

Der Referent forderte seine Zuhörer auf, eingefahrene Verhaltensweisen und kommunikative Fallen im Umgang mit den eigenen Kindern zu überprüfen und zu ändern. Sein Vortrag, in dem auch die Eltern aktiv eingebunden wurden. war gegliedert durch Fragen wie „Was passiert beim Lernen im Gehirn?“, „Wie kann ich mir Dinge besser merken?“, „Wie wiederhole ich Lernstoff richtig?“, „Was ist Konzentration?“, „Wie gelingt Motivation?“ oder „Wie gelingt Selbstorganisation?“.

Ein großes Anliegen war es ihm, dass Eltern und Lehrer eine positive Sprache verwenden. Eindrucksvoll verwies er auf viele kommunikative Missverständnisse, die Blockaden bei Kindern auslösen können. Verträge mit Kindern zu schließen, z.B. in Form von Lernvereinbarungen, sei ein probates Mittel, um auf Augenhöhe mit Kindern zu diskutieren.

Belohnungen für gute Noten lehnte er ab. Belohnungen sollten unerwartet, nicht materiell und nicht auf das Ergebnis bezogen werden. Was Kinder am meisten brauchten, sei gemeinsame Zeit. Eltern verordnete er eine Portion „heiterer Gelassenheit“, vor allem für die Phase der Pubertät.

Text: Elisabeth Zurhove; Foto: Stephanie Laake