Holocaust-Überlebender Felix Lipski zu Gast an der Brede

„Es sollte eine Impfung gegen Antisemitismus und Rassismus geben“: Am vergangenen Montag, den 13. Januar, hatten die Schülerinnen und Schüler der Q2 und G13 die einmalige Gelegenheit, einen Vortrag des Holocaustzeitzeugen Felix Lipski zu hören. Herr Lipski wurde am 11. Mai 1938 in Minsk geboren, nachdem sein Vater zwei Monate zuvor als „polnischer Spion“ inhaftiert worden war.

Der Großteil seiner Familie wurde bei der Flucht vor der Verfolgung getötet und er selbst wuchs im Warschauer Ghetto auf. Für die Schülerinnen und Schüler war der Vortrag eines jüdischen Verfolgten über seine Erfahrungen und sein Schicksal eine besondere Möglichkeit, abseits des Geschichtsunterrichts einen persönlichen Einblick in die damaligen Ereignisse zu bekommen.

Unterstützt durch Fotos und Dokumente aus der Zeit des Holocausts erzählte Herr Lipski auf berührende Weise von dem Schicksal einer jüdischen Familie im Dritten Reich. Nach seinen Schilderungen über seinen Lebensweg und die Lebensumstände seiner jüdischen Freunde und Verwandtschaft, hatte die Schülerschaft Zeit für Fragen. Dabei kam unter anderem die Frage nach Antisemitismus in der heutigen Zeit auf, woraufhin Felix Lipski deutlich machte, dass auch 75 Jahre nach Kriegsende Antisemitismus ein äußerst ernstzunehmendes Problem sei. Insbesondere durch den Bezug zur heutigen politischen Situation hinterließ Herr Lipski die rund 150 Schülerinnen und Schüler sehr nachdenklich.

Text: Jonas Müller und Antonia Paßmann; Foto: Kai Hasenbein

Unser Foto zeigt Felix Lipski (Mitte) bei der Begrüßung an der Brede durch Schulleiter Matthias Koch (r.) sowie den Vorsitzenden der Fachschaft Geschichte, Florian Günther.