Zu Besuch beim MINT-EC-Digitalforum in Berlin

Kürzlich fand in Berlin erstmals das MINT-EC-Digitalforum am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) statt. Die Veranstaltung mit über 250 teilnehmenden Schüler*innen sowie rund 60 Lehrkräften von allen 325 Schulen des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC stand ganz im Zeichen der Digitalisierung in Bildung, Forschung und Wirtschaft.

 Zwei Tage lang drehte sich für Elisabeth Dohmann, Sophie Walbaum, Joshua Schrick und Noah Spiegelberg alles um das Thema Digitalisierung: Ein Bildungsmarkt, ganztägige Forschungsworkshops, Fachvorträge und Keynote Speeches, Wettbewerbe sowie eine Abendveranstaltung begeisterten die vier Schülerinnen und Schüler der Brede:

Elisabeth Dohmann, G12, Berufskolleg Brede:

Ich nahm am Fachvortrag „Malen, pfeifen und lernen nach Zahlen – was Programmieren mit Korkenziehern, Buntstiften und einer Ukulele zu tun hat!“ teil und dieser war wirklich spannend und informativ. Jens Mönig vom Unternehmen SAP, u. a. verantwortlich für die Entwicklung der visuellen Programmiersprache „Snap!“, verdeutlichte mit viel Witz und Leidenschaft grundlegende Ideen der Informatik und informierte darüber hinaus über die verschiedenen Möglichkeiten von Digitalisierung.

Im Rahmen meines Workshops „Algorithmisch Denken – Games gestalten“ besuchte ich die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, wo ich Einblicke in den Studiengang „Game Design“ und die beruflichen Tätigkeiten eines Gamedesigners erhielt. Im angebotenen Workshop nutzten wir die Sprache „Scratch“ zur Programmierung des Videospiels „Pong“, welches bereits in den 1970er-Jahren entwickelt wurde. Im Workshop bestand unsere Aufgabe u. a. darin, das Spiel um einige zusätzliche Funktionen zu erweitern. Erwähnenswert ist abschließend, dass der Referent des Workshops selbst an der Entwicklung von „Scratch“ mitgewirkt hat und uns somit eine besondere Ehre zuteilwurde.

 

Sophie Walbaum, G12, Berufskolleg Brede:

Bei dem Digitalforum in Berlin durfte ich den Fachvortrag „Quantifizierung von technischen Faktoren, die Mikrobiomanalysen beeinflussen“ besuchen. Darin wurde hauptsächlich der Nutzen der Mikrobiomanalyse erläutert, mit der sich beispielsweise zielgerichtet Störungen in der Mikroflora des Darms ausfindig machen lassen. Ich empfand den Vortrag als sehr interessant, da er die heutigen Möglichkeiten der Technik veranschaulicht hat.

Außerdem habe den Workshop „Geoinformationssysteme – Was Karten hergeben“ besucht. In dem Workshop haben wir gelernt, welche Informationen man aus Karten gewinnen kann. Als Beispiel haben wir den Orlacher Bach im Nordosten von Baden-Württemberg analysiert und das Wassereinzugsgebiet des Baches berechnet. Der Workshop war sehr informativ und ich konnte einiges daraus lernen.

 

Joshua Schrick und Noah Spiegelberg, Q1, Gymnasium Brede:

In dem Fachvortrag „Digitalization changes everything – Bist du bereit“ wurde thematisiert, wie wir in Zukunft denken und handeln werden und wie wir das erreichen. Die Kernforderung des Vortrags bestand darin, dass viele Menschen offener für etwas Neues sein müssen und Fehler nicht als Versagen, sondern als Chance sehen müssen. So soll uns in Zukunft die Technik nicht komplett ablösen, sondern nur unterstützen und unsere Arbeit vereinfachen.

In dem von uns besuchten Workshop „Machine Learning: Gesichtserkennung und autonomes Fahren mit Mathematik“ haben wir uns zuerst allgemein damit beschäftigt, wie Maschinen lernen und in welchen Bereichen und wozu wir das überhaupt benötigen.

Anschließend haben wir selbst untersucht, wie wir vorgehen müssen, wenn wir einem Computer beibringen wollen, Ampeln zu erkennen, um dann zu entscheiden, ob das Auto anhalten muss oder nicht. Dazu haben wir verschiedene Punkte mit verschiedenen RGB-Werten in ein Diagramm eingetragen und diese dann durch eine Ebene voneinander getrennt, sodass nun der Computer seinen Wert mit den Vorhandenen vergleichen kann und somit entscheidet, wie er reagieren muss.

Anschließend haben wir uns – anstelle der Gesichtserkennung – mit der Erkennung von Zahlen beschäftigt, bei der wir dem Computer viele Vergleichszahlen geliefert haben, wodurch dieser seine aktuelle zu erkennende Zahl mit seinen bekannten vergleicht und daraufhin ausgibt, um welche Zahl es sich handelt.

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Natürlich bot das Digitalforum des Schulnetzwerks MINT-EC, das dieses Jahr 20-jähriges Jubiläum feiert, auch reichlich Gelegenheit zum Austausch: Gleichgesinnte treffen, neue Perspektiven kennenlernen, innovative Technologien entdecken und währenddessen nützliche Kontakte knüpfen, so wird ein vitales Netzwerkleben geschaffen. Mit der Teilnahme von Schüler*innen sowie Lehrkräften der MINT-EC-Schule German International School Washington D.C. war in diesem Jahr sogar ein Austausch auf internationaler Ebene möglich.

Die Veranstaltung wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert.

 MINT-EC Das nationale Excellence-Schulnetzwerk

MINT-EC ist das nationale Excellence-Netzwerk von Schulen mit Sekundarstufe II und ausgeprägtem Profil in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Es wurde im Jahr 2000 von den Arbeitgebern gegründet und arbeitet eng mit deren regionalen Bildungsinitiativen zusammen. MINT-EC bietet ein breites Veranstaltungs- und Förderangebot für Schüler*innen sowie Fortbildungen und fachlichen Austausch für Lehrkräfte und Schulleitungen. Das Netzwerk mit derzeit 325 zertifizierten Schulen mit rund 344.000 Schüler*innen sowie 28.000 Lehrkräften steht seit 2009 unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK). Hauptförderer von MINT-EC sind der Arbeitgeberverband Gesamtmetall im Rahmen der Initiative think ING. sowie die Siemens Stiftung und die bayerischen Arbeitgeberverbände bayme vbm und vbw.

Text: Simon Titz; Fotos: Benjamin B. Kühne

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