MINT EC: Stimmen zur virtuellen Schulleitertagung vom 6. November

Bei der virtuellen Schulleitertagung von MINT-EC trafen sich am 6. November Lehrkräfte von 332 Gymnasien, um das zwanzigste Jubiläum des nationalen Excellence-Schulnetzwerks zu feiern und sich in 36 virtuellen Workshops zu aktuellen Bildungsthemen auszutauschen. Als Rückschau auf das große Ereignis möchten wir an dieser Stelle Rückmeldungen aus unserem Teilnehmerkreis veröffentlichen:

Stellvertretende Schulleiterin Bärbel Lüttig:

Die MINT EC-Schulleitertagung war ein gelungenes Beispiel einer hervorragend vorbereiteten digitalen Veranstaltung. Der gesamte Tag war geprägt von interessanten und vielfältigen Workshops und Schulpräsentationen zum Thema MINT und Digitalisierung von Schulen. Auch wir als Schulen der Brede konnten uns dabei mit einem Beitrag zu unserem Konzept zur Erweiterungsstunde gelungen präsentieren. Ein großer Dank geht an Frau Niemann als Koordinatorin des MINT-Bereichs an den Schulen der Brede und ihrem gesamten Team von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern!

Ein besonderes Highlight war sicherlich auch die Rede von Prof. Dr. Christian Drosten, der insbesondere die Verantwortung der Schule und Lehrkräfte hinsichtlich einer gelungenen Berufsorientierung im MINT-Bereich hervorhob. Diese Rede konnten wir mithilfe unserer neuen Videokonferenzfunktion BigBlueButton des Schulportals live der gesamten Schulgemeinschaft präsentieren.

Birgit Niemann:

Insgesamt bin ich sehr zufrieden: Unsere Kachel auf dem Schulkonzeptemarkt ist gut besucht worden – wir hatten den ganzen Tag über immer zwischen 6 und 13 Besucher dort. Insgesamt war der fachliche Austausch auf diese Weise sogar noch größer als bei einer „echten“ Tagung, es wurden sehr viele Materialien ausgetauscht und im Download angeboten. Anders als in einer Präsenzveranstaltung bekommt man aber sehr viel weniger Rückmeldung. Diese einzelnen Meldungen waren sehr positiv – allein durch die eingestellten Videos und Texte war das Konzept der Erweiterungsstunde schon gut verständlich, so dass sich kaum Fragen ergaben. Aber ganz ersetzen lassen wird sich ein persönlicher Austausch zwischen Kollegen in Fachgesprächen, in denen sich dann neue Ideen entwickeln, nicht.

Ein großer Vorteil dieser Form der virtuellen Konferenz war aber, dass viel mehr Kollegen und erstmals auch Schülerinnen und Schüler teilnehmen und einen Einblick in die Vernetzung der MINT EC-Schulen bekommen konnten. Dafür musste nur sehr wenig Unterricht umgelegt oder verschoben werden – man nutzte Freistunden, Mittagspausen oder die Zeit nach dem eigenen Unterricht zum digitalen Bummeln und brauchte für die hochwertigen Workshops nicht erst weit anreisen. Das ist sonst von Brakel aus immer ein Problem und begrenzt die Möglichkeit der Teilnahme.

Elisabeth Zurhove:

„Im Deutsch-Leistungskurs der Q2 haben wir uns den Vortrag von Prof. Drosten auch angeschaut; da wir derzeit zum Thema „Reden“ arbeiten, passte das auch aus diesem Aspekt sehr gut. Leider gab es in unserem Raum technische Probleme. Deutlich heraus gestellt hat Prof. Drosten, dass Bildung die Schlüsselqualifikation ist, um sowohl die anstehenden Probleme zu lösen als auch sinnvoll in einem Diskurs einsteigen zu können. Nur wer z.B. erfasst, was exponentielles Wachstum bedeutet, kann die Coronasituation verstehen. Hier müssen Schulen viel leisten, damit die Spaltung in unserer Gesellschaft nicht zunimmt. Bildung muss umfassend verstanden werden. Das ist insbesondere in meinem Kurs als Botschaft aus der keynote Rede so deutlich rückgemeldet worden.“

Moritz Allroggen:

„Ein sehr großes Angebot mit sehr lehrreichen Vorträgen, spannenden Angeboten und neuartigen Konzepten, ein intensiver Austausch guter Ideen.

Elmar Sake:

„Ich fahre mit viel Material nach Hause, aus dem wir viele neue Projekte machen können und habe Ansprechpartner in den MINT EC Clustern kennengelernt. Alle waren sehr offen – das ist eine tolle Plattform für einen interaktiven Austausch, weil alle innovativ arbeiten und neuen Ideen immer konstruktiv und offen begegnen“

 

Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler, die bei dem Jubiläumskongress zum ersten Mal überhaupt die Chance hatten, dabei sein zu können:

Hanno Wrenger: „Cool war, dass man so viele Angebote kennengelernt hat. Und wir hatten zu der Stunde, in der wir dabei waren, immer zwischen 5 und 10 Besucher auf unserer Kachel – die Erweiterungsstunde scheint sie interessiert zu haben.“

Fabian Schrick: „Da waren immer gleichzeitig sehr viele Leute unterwegs – mittags insgesamt 455 aktive Teilnehmer auf der Tagung – das ist schon eine Zahl, die erlebt man nicht jeden Tag. Cool sind die vielen Unternehmen – es ist interessant, zu sehen, was die so machen.“

Laura Jek: „Für uns Schülerinnen und Schüler in der MINT AG war es ein großes und richtig interessantes Event, auf das sich alle gefreut haben. Und diesmal sind irgendwie noch viel mehr Leute dabei als sonst zum Beispiel bei den Vorstellungen bei Jugend forscht.“

Robin Dentel: „Die Art des digitalen Kongresses ist mal ein bisschen was anderes – ich hätte nicht gedacht, dass es so flüssig laufen würde.“

Noah Spiegelberg: „Ich hatte mit meinem Rechner erst ein paar Probleme, aber Herr Pommerenke hat uns gut unterstützt – und unser digitaler Treffpunkt in der Lehrerbibliothek der Brede war cool. Man konnte mal eben in die Büros der Lehrer und Schulleitungen nebenan gehen und sich austauschen, wenn man Probleme hatte.“

Joshua Schrick: „Ich bin sehr positiv überrascht, dass das schulinterne Netzwerk das so mitgemacht hat – wir waren sehr besorgt im Vorhinein, weil wir wussten, dass wir enorme Datenmengen brauchen würden. Vieles konnten wir mit den Informatiklehrern lösen. Spaß gemacht hat mir, alles auszuprobieren, sich die Konzepte anzuschauen und zu gucken, was die Unternehmen für die Schulen und die Schüler anbieten. Mir ist aufgefallen, dass sehr viel den Bereich Digitalisierung und Technik betrifft und nur ganz wenig zu den einzelnen Naturwissenschaften angeboten wurde. Danach musste man richtig suchen. Es war interessant und auch echt schön, dran teilzunehmen, für mich ist aber eine echte Vorstellung auf einem richtigen Markt immer noch besser.“

 

Und obwohl wir leider genau beim Streamen der Keynote in der Schule dann technische Probleme bekamen – es waren halt riesige Datenmengen, die da über die Logins der verschiedenen Kollegen zur Brede nach Brakel flossen – fanden die Schülerinnen und Schüler der MINT AG, die sich das gemeinsam anschauen konnten, den Inhalt der Rede gut. „Es ging darum, wie wichtig gute Bildung ist, um mitsprechen zu können“ fasste Sarah zusammen. „Und dass man sich schon in der Schule überlegen soll, was man hinterher machen will. Darüber hatte ich noch nie nachgedacht, das ist aber logisch“ merkte Neil an.

Und auch wenn vielleicht nicht alle Mittelstufenschüler alle Aspekte bis ins Detail mitbekommen haben, das Plädoyer für gute naturwissenschaftliche Ausbildung und das Motivieren und Fördern von wissenschaftlichen Interessen ist bei allen Zuhörern der MINT AG gut angekommen.

Aus dem Bio-LK der Q1 kamen von Moritz Allroggen noch detailliertere Rückmeldungen: Mehrere Schülerinnen und Schüler nahmen als „take home message“ aus der Keynote von Prof. Drosten mit, dass sie in Bezug auf die Verbreitung des Coronavirus eine besondere Verantwortung besitzen. Nicht nur das Einhalten von Regeln, sondern auch das Informieren der anderen Familienmitglieder, im Zweifelsfall auch Eltern oder Großeltern, über naturwissenschaftliche Herangehensweisen und den darauf basierenden Maßnahmen für die Bevölkerung, haben die Schülerinnen und Schüler als besonders wichtig empfunden.

Allerdings waren sich alle auch einig, dass die Aussichten auf das Studium im naturwissenschaftlichen Bereich in der Darstellung des Professors nicht sonderlich motivierend vermittelt wurde. Besonders irritiert waren sie von der Aussage, dass viele Studenten in den ersten Unisemestern nicht immer für ein naturwissenschaftliches Studium „geeignet vorbereitet“ seien und dass man als forschender Wissenschaftler auch nicht „reich“ werde, sondern eher ein mäßiges Gehalt beziehen würde. Im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern kristallisierte sich dann allerdings heraus, dass sie der Meinung waren: „Wenn man sich anstrengt, man Spaß an dem hat, was man macht, dann wird man auch erfolgreich sein und auch ein naturwissenschaftliches Studium schaffen“.

Als Ausblick über diesen Aspekt des Austausches an dem Tag hinaus hält Birgit Niemann fest: „Dass Frau Lüttig uns für diese Veranstaltung eine große Gruppe im Schulportal angelegt hat, über die man auch zukünftig kurs- bzw. klassenübergreifend Vorträge hören kann, finde ich super! Die Möglichkeit hatten wir bislang noch gar nicht in Betracht gezogen! Das hat gestern prima geklappt und ermöglicht uns nun ganz neue digitale Formate für BredenReden!“

Zusammenstellung der Rückmeldungen: Birgit Niemann