Beim MINT-EC-Digitalforum auf die digitale Zukunft vorbereitet

630 Schülerinnen und Schüler sowie 160 Lehrerinnen und Lehrer bereiteten sich jetzt beim MINT-EC-Digitalforum auf ihre digitale Zukunft vor - ganz virtuell und unter dem Motto „VUCA – meine digitale Zukunft und Ich“. In praxisorientierten Workshops konnten die Schülerinnen und Schüler aus einem bunten Programm wählen. Dabei lernten sie beispielsweise, wie sie ein IT-Start-Up gründen, erfuhren, wie diskriminierend Künstliche Intelligenz sein kann, oder spielten die "Netflix Challenge" nach. Das Programm wurde unter anderem durch inspirierende Grußworte von Anja Karliczek (BMBF) und Cedric Neike (Siemens AG), eine Keynote von Dorothee Bär und ein Panel mit Prof. Dr. Christoph Meinel (HPI) abgerundet.

Hier einige Berichte von der Veranstaltung:

Emilia Schaefers (EF):

Am Anfang wusste ich nicht, was mich erwarten wird, denn es war das erste Mal, dass ich daran teilgenommen habe, und es wurden uns relativ wenig Informationen über die Programmpunkte gegeben, außer über die, die wir selbst ausgewählt hatten.
Die Plattform war sehr gut strukturiert und personalisiert. Man konnte zu Beispiel sein eigenes Programm ansehen, in einem Chat mit anderen Teilnehmern kommunizieren oder sein eigenes Profil einrichten. Durch einen YouTube-Livestream wurde nebenbei alles moderiert und es wurden die nächsten Programmpunkte angekündigt.

Besonders interessant fand ich natürlich mein persönliche ausgewähltes Programm. Als Vorlesung hatte ich eine über Strukturbiologie gewählt und das Thema meines Workshops war „Genome hacken“, dieser wurde außerdem auf Englisch durchgeführt. Von den Spezialisten wurde alles sehr gut und genau erklärt, sodass man einen Einblick in ihren Job bekommen hat und dieses einem selbst sogar bei der Berufswahl helfen könnte.

Da die Veranstaltung online stattgefunden hat, gab es unglaublich viele Teilnehmer aus ganz Deutschland und auch eine große Auswahl von Unternehmen und Universitäten, die sich vorgestellt haben. Insgesamt war die Veranstaltung sehr spannend, da man sein Programm individualisieren konnte und somit wirklich etwas gelernt hat. So war auch für jeden etwas dabei!

Maximilian Stolte (Q1):

Ich persönlich habe das Digitalforum als ein interessantes Ereignis wahrgenommen. Aufgrund der digitalen Umgebung konnte ich von zuhause aus entspannt an den Workshops und Fachvorträgen teilnehmen. Jeder Teilnehmer hatte einen eigenen Terminplan mit seinen ausgesuchten Workshops und Fachvorträgen, sodass man nur noch auf die Links zu den Räumen klicken brauchte. Ich selbst habe mir den Fachvortrag „Von Kristallen über dünnes Eis hin zu künstlicher Intelligenz – das Leben eines Strukturbiologen“ angehört. Der Fachvortrag handelte von experimentellen Methoden der Strukturanalyse. Diese Methoden könnten in Zukunft eventuell von Computerprogrammen abgelöst werden, die die Struktur von bestimmten Molekülen möglicherweise bald schon aus der Abfolge der Aminosäuren berechnen könnten.

Anschließend habe ich an dem Workshop „Wissensprozesse anhand eines Experiments aus dem Biolabor in VUCA-Zeiten“ teilgenommen. Dieser handelte von einem Bluttest, der einmal als Video in einem Biolabor, einmal als Animation und einmal als eine Art „Virtual Reality“ gezeigt wurde. Die Teilnehmer mussten anschließend in Kleingruppen positive und negative Aspekte der Darstellungsformen des Versuches auflisten, bevor dann im großen Plenum diskutiert wurde.

Nach dem Workshop ging es dann für meine Gruppe auf den Berufemarkt. Dort konnte man mit verschiedenen Unternehmen, Fachhochschulen, Universitäten, usw. ins Gespräch kommen. Besonders gefallen an dem Digitalforum hat mir die Community, die immer voll dabei war und bei technischen Fragen sofort Hilfe angeboten hat. Abschließen lässt sich so sagen, dass ich persönlich das Digitalforum „VUCA – meine digitale Zukunft und Ich“ 2021 als vollen Erfolg wahrgenommen habe.

Lehrer Moritz Allroggen:

Der Tag startet mit einem persönlichen Link, der die TeilnehmerInnen in das Digitalforum weiterleitet und das individuelle Programm vorstellt. Nach den ersten Tests und einer herzlichen Begrüßung durch den Moderator Jacob Beautemps, einem bekannten Science Youtuber, waren noch ein paar Minuten Zeit, um sich mit der Plattform vertraut zu machen und erste Chatnachrichten mit den anderen Teilnehmerinnen auszutauschen. Um 8.45 Uhr ging es dann endlich los: Wolfgang Gollub Vorstandsvorsitzender von MINT-EC, begrüßt alle TeilnehmerInnen, bevor auch die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, ein Grußwort an alle richtete. Auch Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales, war in Form einer Keynote-Speech beim Digitalforum vertreten.

Um 9.30 Uhr ging es dann für einen Teil der Gruppe in die ersten Fachvorträge. Einer dieser Vorträge beschäftigte sich mit Strukturbiologie, hierbei bestimmen Biologen mithilfe von hergestellten Proteinkristallen und künstlicher Intelligenz den Aufbau von Proteinen. Dabei wurden auch sehr anschaulich die benötigten mikroskopischen Werkzeuge in ihrer Funktion erklärt sowie ein Ausblick in die Zukunft gewährt. Besonders spannend war die Tatsache, dass künstliche Intelligenzen, wie die im Jahr 2020 veröffentlichte KI Alphafold2, bereits berechnete Ergebnisse liefern, die zu 90% mit den experimentellen Befunden übereinstimmen.

Im folgenden Workshop ging es dann um Medizinphysik. Hierbei stellten mehrere KollegInnen der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik bereits erprobte Unterrichtskonzepte vor. So wurden beispielsweise Versuche zur Bestimmung der Herzlage im Körper oder das Modell der Perkolation vorgestellt, mit dessen Hilfe man die Ausbreitung des Coronavirus simulieren kann. Im Anschluss an die Mittagspause ging es dann mit einer Paneldiskussion zur Berufsorientierung weiter, in der sich mehrere Experten über die Anforderungen und Chancen der digitalen Arbeitswelt austauschten. Aufgrund der tollen Moderation wurden auch viele Fragen aus dem Teilnehmerchat in die Diskussion integriert und anschließend beantwortet.

Der letzte große Programmpunkt war ein Besuch auf dem Bildungsmarkt, wo man sich über verschiedene Bereiche der Arbeitswelt informieren konnte und auch mit Expertinnen in den Austausch gehen konnte, eine hervorragende Möglichkeit zum Netzwerken. Das letzte Wort der Veranstaltung hatte wieder Herr Gollub, der dieses tolle Digitalforum mit einer herzlichen Verabschiedung enden ließ.

Weiteres Angebot:

Wie die MINT-Koordinatorin der Brede, Birgit Niemann, außerdem berichtet, steht das nächste Highlight schon in den Startlöchern: Microsoft Deutschland, SAP,  Siemens sowie die Schulnetzwerke MINT-EC, SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland und Berufswahl-SIEGEL starten die gemeinsame Initiative „Digital Insights – Zusammen für deine Zukunft“. Mit diesem Programm, das Ende März startet, wollen alle Beteiligten insgesamt 750 Schülerinnen und bis Juli 2021 in praxisnahen Workshops, Schnuppertagen und einem Blick hinter die Kulissen der Unternehmen die Welt der Technologie näherbringen und sie so für MINT-Berufe begeistern. „Digital Insights“ bietet die Chance, sich aus erster Hand Informationen und Eindrücke zu verschaffen und auf den Einstieg in die wachsende IT- und Tech-Branche vorzubereiten.