Neuausrichtung für die Schulen der Brede vorgestellt

Stärkung des Schulstandorts mit Realschule und Gymnasium - Berufskolleg Brede läuft mittelfristig aus

Eine neue Ausrichtung für die Zukunft soll die bislang dreiteilige Struktur der Schulen der Brede in Brakel bekommen. Das kündigte Monsignore Joachim Göbel als Leiter des Bereichs Schule und Hochschule im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn bei einem persönlichen Besuch am Mittwochvormittag in Brakel gegenüber dem Lehrerkollegium an. Der Schulbetrieb der Abteilung Berufskolleg soll mittelfristig auslaufen, der Schulstandort mit Realschule und Gymnasium zukünftig gestärkt werden. Die Laufbahn der derzeitigen und neu angemeldeten Schülerinnen und Schüler am Berufskolleg sei gesichert. Die Schülerinnen und Schüler der anderen beiden Schulformen seien nicht betroffen. Für die weitere Beschäftigung des Lehrpersonals des Berufskollegs werde gesorgt.

Die Entscheidung, ab Sommer 2022 keine neuen Schülerinnen und Schüler in der Abteilung Berufskolleg aufzunehmen, sei dem Träger alles andere als leicht gefallen. Der Beschluss werde aber bei der nächsten Vorstandssitzung der Stiftung gefasst werden, berichtete Monsignore Göbel in dem persönlichen Gespräch mit der Schulleitung und dem Lehrerkollegium. „Das ist eine Zukunftsentscheidung für den Schulstandort, die besser jetzt als später zu treffen ist.“ Das Wichtigste sei, dass „alle Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs, auch die für das nächste Schuljahr neu angemeldet sind, keinerlei Einschränkungen zu befürchten haben und sie ihre Abschlüsse wie geplant dort erzielen können.“ Auch die Lehrerinnen und Lehrer des Berufskollegs bräuchten sich um ihre berufliche Zukunft nicht zu fürchten: „Es wird mit jeder und jedem Einzelnen eine individuelle Lösung gefunden werden“, betonte Monsignore Göbel.

Als Hintergrund der Entscheidung gab er die NRW-weite Wiedereinführung von acht auf neun Schuljahren an Gymnasien an, also die Umstellung von „G8“ auf „G9“. Sie stehe auch an den Schulen der Brede für die Abteilung Gymnasium an. Hieraus ergebe sich ein zusätzlicher Raumbedarf, der nicht gegeben sei. „Eine Zwangslage“, für die ein Belastungsausgleich für Schulen in privater Trägerschaft durch das Land Nordrhein-Westfalen nicht zu erwarten sei. „Es gibt keine Zusagen, dass wir finanziell  dabei unterstützt werden, so dass jetzt entschieden gehandelt werden muss“, erklärte der zuständige Leiter des Bereichs für die Schulen und Hochschulen im Erzbistum Paderborn und verwies auf ohnehin geplante Investitionen und bewusste Mehraufwände in den traditionsreichen Schulstandort in Brakel.

Schulleiter Oberstudiendirektor Dr. Matthias Koch bedauerte die Entscheidung, zeigte sich trotz der insgesamt schwierigen Situation aber auch erleichtert: „Zunächst bin ich froh, dass die Schülerinnen und Schüler abgesichert sind, alle, auch die jetzt neu an dem Berufskolleg starten.“ Er wolle umgehend sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Eltern informieren. „Ich hoffe, dass die Entscheidung verstanden wird und die Information darüber nun alle schnell erreicht.“ Für Rückfragen stehe die Schulleitung ab sofort zur Verfügung.

Das Erzbistum Paderborn finanziert insgesamt den Betrieb von 20 erzbischöflichen Schulen und Berufskollegs, 15 eigenen Schulen mit zusammen 13 eigenen Immobilien und 5 Schulen in Trägerschaft von Stiftungen. Hinzu kommen Zuschüsse für Betriebskosten und die Instandhaltung der Gebäude von zwölf weiteren Schulen in Trägerschaft anderer katholischer Einrichtungen. An den 20 erzbischöflichen Schulen wurden im Jahr 2019 insgesamt 12.081 Schülerinnen und Schüler von zusammen 778 Lehrerinnen und Lehrern sowie weiterem Personal unterrichtet und betreut. Die Kosten lagen nach Verrechnung öffentlicher Mittel im Jahr 2019 bei rund 28,6 Millionen Euro und stiegen damit im Vergleich zum Vorjahr 2018 um rund 11 Prozent. Der Finanzbericht für das Jahr 2020 samt Angaben zu den durch das Erzbistum Paderborn getragenen Schuleinrichtungen wird im Herbst dieses Jahres veröffentlicht.

Text: Pressestelle des Erzbistums Paderborn