57 Kilometer Wanderung sowie Kanutour auf der Weser gemeistert

EF-Schülerinnen und -Schüler stellten sich "Projekt Herausforderung"

Mit zwei Aktivitäten ist das "Projekt Herausforderung" in der vergangenen Woche wieder an den Start gegangen. Freundlicherweise haben uns zwei Schülerinnen ihre Erfahrungen geschildert, die wir an dieser Stelle sehr gerne veröffentlichen:

Projekt „Weser“:

Anlässlich des diesjährigen „Projektes Herausforderung“ schlossen sich fünf Schüler und Schülerinnen der EF (Johann Winkler, Lukas Gördemann, Tabea Tenge, Sophie Koß und Julia Schürmann) zusammen, um eine Kanutour von Hann. Münden bis Corvey zusammen mit Herrn Günther als Begleitperson zu organisieren. 71 km wollten sie auf der Weser von Mittwoch, den 01. Juni, bis Freitag, den 03. Juni, hinter sich bringen. Dabei standen ihnen täglich 2,50 € für die Verpflegung zur Verfügung.

Am Mittwoch wurden alle um 9:30 Uhr von Corvey aus vom Kanuverleih Krome nach Hann. Münden gebracht, wo die Gruppe nach einer kurzen Einweisung ihr Kanu zu Wasser ließ und um 13:30 Uhr losfahren konnte. Nach 25 km und mehreren Regenschauern kam sie um 17:00 Uhr am Campingplatz „Campen am Fluss – Oedelsheim“ an. Dort wurde sie sehr freundlich aufgenommen, sodass sie kostenlos auf einem Zeltplatz übernachten durfte. Zudem wurden alle sechs Personen nur für 10 € von dem Campingplatz mit Essen versorgt.

Am nächsten Morgen wurde eingekauft, sodass die Gruppe um 11:00 Uhr mit Proviant für den anstehenden Tag weiter Richtung Beverungen fahren konnte und nach weiteren 25 km um 16:30 Uhr beim „Bootshaus Beverungen“ ankam. Obwohl sie länger für die gleiche Strecke benötigt hatten als am Mittwoch und noch eine einstündige Pause bei Bad Karlshafen eingelegt worden war, hatten die Schülerinnen und Schüler den Eindruck, schneller vorangekommen zu sein als am Vortag. Um auf dem Campingplatz am Bootshaus zu zelten, wurde eine Gegenleistung erbeten. Die Schülerinnen und Schüler und auch Herr Günther sollten die kompletten Sanitäranlagen säubern. Das war eine wirkliche Herausforderung für jeden, aber weil alle tatkräftig mithalfen, waren die Anlagen innerhalb einer Stunde gereinigt und so konnte die Gruppe den Abend bei guten Gesprächen ausklingen lassen.

Um 8:00 Uhr am Freitagmorgen brach die letzte Etappe von etwa 20 km an, sodass die Gruppe bereits um 11:30 Uhr beim Kanuverleih Krome in Corvey ankam, ihre Kanus verließ und das Projekt somit erfolgreich abgeschlossen war. Wie die Schülerinnen und Schüler berichten, haben sie mit der großzügigen Hilfe, die sie von Campern, Campingplatzbetreibern und Passanten erfahren hatten, nicht gerechnet. Zudem wurde dieses Projekt von Krome Kanu Höxter, dem Campingplatz „Campen am Fluss – Oedelsheim“, dem Bootshaus in Beverungen, Keßler GmbH & Co. KG Zimmerei- und Dachdeckerbetrieb, GROPPE und Rainer Mantel GmbH finanziell gesponsert. Wegen dieser Hilfsbereitschaft war die Gruppe positiv überrascht und begeistert von diesem „Projekt Herausforderung“.

Julia Schürmann

 

Projekt „Wöbbel“:

Am 01.06. wurden wir gemeinsam mit Frau Desta, Frau Dommes und Herrn Frankrone mit verbundenen Augen weggefahren und ausgesetzt. Zuerst haben wir uns orientiert und festgestellt, dass wir am Schwimmbad in Barntrup sind. Danach haben wir alle zusammen auf unserer Karte geguckt, wo wir langgehen müssen und wo wir am besten schlafen könnten, sodass es von den Kilometern her nicht zu weit weg ist und dennoch in Richtung Brakel geht. Wir haben festgestellt, dass wir in einem für uns noch unbekanntem Dorf namens Wöbbel schlafen könnten. Danach haben wir uns erstmal auf den Weg nach Blomberg gemacht und sind den Fischlehrpfad langgegangen. In Blomberg haben wir dann unsere erste Pause gemacht.

Daraufhin ging es dann nach Maspe und letztendlich nach Wöbbel. Als wir in Wöbbel angekommen waren, haben uns zwei Frauen geholfen und uns Orte in Wöbbel genannt, wo wir schlafen könnten.  Daraufhin sind wir zur Sporthalle von Wöbbel gegangen, während es heftig geregnet hat. Zuerst haben wir den Leiter der Sporthalle angerufen, um zu fragen, ob wir dort schlafen könnten. Dieser war bei der Massage, sodass wir erstmal warten sollten. Nebenbei hat uns eine Frau, die bei der Sporthalle war, angeboten, dass wir auf dem Sportplatz schlafen könnten. Wir haben dennoch den Leiter der Sporthalle nochmal zurückgerufen und als er abgelehnt hat, dass wir in der Sporthalle schlafen könnten, und erklären wollte, warum dies nicht geht, hat leider ein Regentropfen aus Versehen aufgelegt. Danach sind wir dann zum Sportplatz gegangen und wurden herzlich empfangen. Uns wurde eine Hütte zum Schlafen, sowie Toiletten und eine Küche, angeboten. Wir haben uns sehr gefreut und erstmal was zu essen gemacht und unsere Blasen an den Füßen versorgt. Da wir kein Salz zum Kochen hatten, bin ich erstmal zu einem Bewohner von Wöbbel gegangen und habe nach bisschen Salz gefragt. Er hat mir direkt eine ganze Packung gegeben und ab den Moment habe ich das kleine Dorf Wöbbel geliebt. Danach konnten wir dann kochen und haben beim Essen bei einem Hundetraining auf dem Sportplatz zugeschaut. Abends haben wir dann noch in der Hütte Werwolf gespielt und sind als Gemeinschaft enger zusammengekommen.

Da es in der Hütte ziemlich eng wurde, hat ein kleiner Teil draußen geschlafen. Insgesamt sind wir circa 20 km gegangen. Am nächsten Tag, der 02.06, haben wir noch ein schönes Foto gemacht und festgestellt, dass wir alle Wöbbel lieben. Zudem haben wir uns noch von Frau Dommes verabschiedet, die leider schon gehen musste. Danach haben wir geplant nach Bellersen zu gehen. Zuerst sind wir nach Steinheim gegangen und dann nach Nieheim. In Nieheim haben wir zuerst fast eine Schlägerei zwischen zwei älteren Männern an der Tankstelle mitbekommen. Danach sind wir zu den Nieheimer Tongruben gegangen und haben gekocht. Nach der Pause sind wir nach Holzhausen und abschließend nach Bellersen gegangen. Dort durften wir auf dem Sportplatz schlafen, der auch Toiletten und sogar eine Dusche hatte. Wir haben wieder gegessen, Zelte aufgebaut und Werwolf gespielt. Insgesamt sind wir an diesem Tag mit 27 km die längste Strecke gegangen.

Am letzten Tag, der 03.06, sind wir dann in Richtung Brakel gewandert. Zuerst waren wir bei der Hinnenburg und letztendlich waren wir dann an der Brede. Dort haben wir dann gemeinsam erstmal kühle Fassbrause getrunken und Frau Desta, Herr Frankrone, Lukas, Lennard, Marek und ich waren dann noch Döner essen. Zudem ist Mareks Karte im Geldautomaten steckengeblieben, was wir ganz witzig fanden. Insgesamt sind wir 10 km gegangen. Die ganze Strecke von Barntrup bis nach Brakel sind wir also 57 km gewandert. Insgesamt kann man sagen, dass das Projekt für den größten Teil der Gruppe sehr anstrengend war und zu vielen Schmerzen geführt hat. Obwohl wir zwei Gruppen waren, haben wir uns alle gut verstanden. Man hat gemerkt, dass wir uns nicht als eine Gruppe angemeldet haben, wir haben aber trotzdem gut zusammengearbeitet. Grundsätzlich haben wir uns als Gruppe, als auch die Lehrer, besser kennengelernt und haben uns sehr gut verstanden. Zudem kannten wir alle Herrn Frankrone noch nicht, wir haben uns aber sehr gut mit ihm verstanden. Das Projekt und Wöbbel werden wir nicht vergessen und es bleibt eine schöne Erinnerung.

Sarah Lena Andres