AG „Originale“ erinnert an die Geschehnisse am 9. November

Der 9. November ist zweifellos einer der geschichtsträchtigsten Tage der deutschen Geschichte. Jüngere Menschen verbinden mit diesem Tag häufig den Fall der Berliner Mauer, einen Glücksmoment der jüngeren deutschen Geschichte. Eine weitere – aus heutiger Sicht – glückliche Wendung der Geschichte ereignete sich knapp 70 Jahre zuvor: Am 9. November 1918 dankte der letzte deutsche Kaiser ab, sein Sohn erklärte den Thronverzicht, Philipp Scheidemann (und Karl Liebknecht) riefen die Republik aus.

Nur vier Jahre später, am 8. und 9. November 1923 versuchte Adolf Hitler von München aus die „Nationale Revolution“ zu entfesseln, der Putschversuch wurde von der bayerischen Polizei niedergeschlagen. Wiederum 15 Jahre später, am 9./10. November 1938 kam es im gesamten Deutschen Reich zu offenem, staatlich organisiertem und toleriertem Terror gegenüber jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Zahlreiche Menschen wurden verschleppt und ermordet, Synagogen in Brand gesetzt, Geschäfte geplündert. Nur wenige lebende Zeitzeugen können noch von diesem Tag, der zu den schwärzesten Tagen der deutschen Geschichte zählt, berichten.

Die Mitglieder der AG „Originale“ haben im Rahmen ihrer Ausstellungseröffnung mit dem Titel „Originale deutscher Geschichte“ an diese Ereignisse erinnert. Die Ausstellung zeigt in den kommenden Wochen wechselnde Originalquellen (Briefe, Ausweise, Fotoalben, Geldscheine und andere Alltagsgegenstände wie Knöpfe oder Teller, die eng mit der „deutschen Geschichte“ verbunden sind. Das älteste Exponat stammt aus dem Jahr 1813.

Die Quellen, die sonst in Schubladen und auf Dachböden liegen, geben Auskunft über wichtige Entwicklungen, Ereignisse und Erscheinungen (Nationalismus, Militarismus, …) des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung zeigt zum Auftakt eine mehr als 100 Jahre alte preußische Pickelhaube, das Symbol für preußischen/deutschen Militarismus und Großmachtstreben, die Julian Grewe (EF) im Rahmen der Ausstellungseröffnung in einem kurzen einführenden Vortrag vorgestellt hat.

Sollte Eure/Ihre Familie auch historische Originale besitzen, die eine spannende Geschichte erzählen können, schreiben Sie uns gerne eine Mail. Wir danken an dieser Stelle allen bisherigen Leihgeberinnen und Leihgebern für ihre Exponate.

t.conze@schulen-der-brede.de