Bilingualer Zweig

Das Gymnasium Brede bietet seit dem Schuljahr (1999/2000) an einen bilingualen Zweig (englisch – deutsch) an. Wir sehen in diesem Angebot zu einer umfangreichen Erweiterung der Sprachkompetenz einen weiteren wesentlichen Beitrag zu einer aktuellen und zukunftsorientierten Bildung unserer Schülerinnen und Schüler.
Bilinguale Züge können bereits auf eine 25-jährige Praxis zurückgreifen, sie erfreuen sich jedoch immer größer werdender Nachfrage angesichts gesellschaftlicher und internationaler Entwicklungen:

Das Zusammenwachsen eines geeinten Europas, die Globalisierung der Märkte, die Öffnung von Grenzen, nicht zuletzt durch moderne Kommunikationstechnologien, der rasante Fortschritt wissenschaftlicher Erkenntnis und die damit verbundene Verantwortung machen eine entsprechende Verständigung über nationale Grenzen hinaus unumgänglich. Schulabsolventen von heute müssen sich zurechtfinden und kommunizieren können. Daher wird auf dem Arbeitsmarkt, in der Wissenschaft und in der Politik eine sichere Beherrschung des Englischen als Verkehrssprache in allen Bereichen zunehmend vorausgesetzt.

Bilingualer Unterricht bedeutet mehr Unterricht in der Fremdsprache durch zeitweilige Erhöhung der Unterrichtsstunden im Fach Englisch (Klasse 5 und 6) und fremdsprachlicher Unterricht in Sachfächern in der Sekundarstufe I und II (an der Brede Biologie, Erdkunde, Geschichte). Folgendermaßen wirkt sich das Konzept der Bilingualität auf den Unterricht der Schulstufen aus:

Lehrplan und Unterrichtsorganisation

Die Schüler/-innen der Klassen 5 und 6 erhalten zwei zusätzliche Unterrichtsstunden im Fach Englisch, d.h. 7 Wochenstunden. Am Gymnasium Brede ist diese Regelung für alle Schüler/-innen eingeführt worden.

Erfahrungen anderer Schulen mit dem bilingualen Zweig, zeigen, dass etwa 85 – 90 Prozent des im Fach Englisch vermittelten Stoffes aus den Klassen 5 und 6 am Ende des Jahrgangs beherrscht wird. Der höheren Belastung von zwei Unterrichtsstunden pro Woche steht ein erstaunlicher Lernfortschritt der ersten beiden Gymnasialklassen gegenüber, was am Gymnasium Brede allen Schüler/-innen zugute kommt.

Nach intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten wird am Ende der Klasse 6 entschieden werden, ob die Schülerin / der Schüler den bilingualen Zweig oder den Regelzweig besucht. Die Brede richtet eine bilinguale Klasse ein.

In den Klassen 7 bis 10 des bilingualen Zweiges wird der Englischunterricht im normalen Umfang weitergeführt (Kl. 7 und 8 vierstündig, Kl. 9 und 10 dreistündig). Ab Klasse 7 wird das Fach Biologie in englischer Sprache unterrichtet, aber aber drei- statt zweistündig, dadurch wird der fachbezogene Fremdsprachenerwerb erleichtert. Gleiches gilt für das Fach Erdkunde, das in Klasse 8 dreistündig unterrichtet wird. In den Klassen 9 und 10 werden die bilingualen Sachfächer (Biologie, Erdkunde, Geschichte) zweistündig in der Fremdsprache unterrichtet.

Wie bisher können die Schüler/-innen ab Klasse 7 Latein oder Französisch als 2. Fremdsprache wählen. Der Differenzierungsbereich für 9/10 bleibt in den bekannten Blöcken erhalten.

Am Ende der Klasse 10 haben die Schüler/-innen neben guten englischen Sprachkenntnissen auch das grundlegende Vokabular aus den Bereichen der Sachfächer erworben. Englische Fachliteratur oder Zeitungstexte können leichter gelesen und ausgewertet werden.

In der gymnasialen Oberstufe wird die bilinguale Ausbildung in dem Leistungskurs Englisch und einem bilingualen Grundkurs, z.B. Erdkunde als 3. oder 4. Abiturfach fortgesetzt. Die Schüler/-innen erhalten auf dem Abiturzeugnis den Qualifikationsvermerk eines bilingualen Abiturs.

Die Schüler/-innen können selbstverständlich auch andere Oberstufenlaufbahnen wählen.

Bewertungsmaßstab

Der fachdidaktische Anspruch des jeweiligen fremdsprachlich unterrichteten Faches bleibt auch im bilingualen Unterricht erhalten; das bedeutet eine qualitativ mindestens gleichwertige fachliche Ausbildung wie die des nichtbilingualen Zweiges. Die Leistungsmessung orientiert sich entsprechend am Anspruch des Faches, nicht an der Sprachfertigkeit des Schülers / der Schülerin.

Auch der Leistungskurs Englisch birgt keinen höheren Schwierigkeitsgrad als der nichtbilinguale. Allerdings ist das Leistungsniveau durch entsprechend umfangreicheren Unterricht in englischer Sprache und deren praktische Anwendung deutlich höher.

Voraussetzungen bei den Schülerinnen und Schülern

Die Schüler/-innen, die sich für den bilingualen Zweig entscheiden, müssen (eine ausgeprägte) Leistungsbereitschaft mitbringen; sie sollten psychisch und physisch belastbar sein, sich gut konzentrieren können und gute sprachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen. Der höhere Einsatz lohnt sich durch eine größtmögliche Förderung der Sprachbegabung.

Der bilinguale Zweig ist jedoch nicht ausschließlich als Schule für Eliteschüler/-innen gedacht. Es gibt nach Erfahrungen auch durchaus den weniger begabten Schülern/-innen, die mit viel Fleiß die immerhin lernfähigste Entwicklungsperiode ihres Lebens für die Erweiterung ihrer Sprachkompetenz nutzen, eine Chance, die sich nie wieder so bietet.

Wer sich nicht für den bilingualen Zweig in Klasse 7 entscheidet oder ihn später wieder verlässt, sinkt nun keineswegs in qualitativ minderwertigere Klassen ab: Auch in den nichtbilingualen Parallelklassen gibt es erfahrungsgemäß ein normales Leistungsprofil.

Einbindung in das Erziehungs- und Bildungskonzept der Brede

Bilingualität ist ein wichtiger Beitrag zur ganzheitlichen Bildung.

Das besondere Anliegen einer katholischen Schule angesichts einer gesellschaftlichen Umbruchs- und Entwicklungssituation, von Pluralismus und Neuorientierung ist nicht lediglich ein Zuliefererdienst. Vielmehr geht es um die Befähigung der Schüler/-innen, sich selbst besser zurechtzufinden und einen eigenen Beitrag zu einer menschenwürdigeren Gestaltung der Welt, zu einem friedlichen Miteinander der Nationen und zu einer weltweiten Solidarität zu leisten.

Die Voraussetzung hierfür ist die Verständigung. Diese geschieht wesentlich über die Sprache:

Sie bietet eine Chance zu größerer geistiger Offenheit, zu mehr Einfühlungsvermögen in andere Denk- und Ausdrucksweisen, aber auch zum Erfassen und zur Artikulation eigener Identität und eines je eigenen Standpunktes, zu kritischer Toleranz.