Mit einer feierlichen Zeugnisübergabe hat die Brede am 19. Juni die Abiturientia 2026 verabschiedet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Wertschätzung für einen besonderen, kleinen Jahrgang mit 30 Schülerinnen und Schülern sowie der Blick auf die Chancen und Herausforderungen einer sich rasant wandelnden digitalen Welt.
Zu Beginn begrüßten die stellvertretende Schulleiterin Bärbel Lüttig sowie das Moderatorenteam Pia Schmidt und Lorenz Linnemann die Gäste und die Abiturientinnen und Abiturienten. Es folgten Grußworte der Elternpflegschaft und des Bürgermeisters der Stadt Brakel sowie musikalische Beiträge von Carolina Puksec („A Million Dreams“) und Jan Keller („Variation über ein russisches Lied“), die der Feier einen besonders persönlichen Rahmen gaben. Weitere Grußworte der Schülervertretung, des Fördervereins und Videobotschaften von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und Dompropst Joachim Göbel rundeten die Veranstaltung ab.
„Gott sei Dank gab es und gibt es euch!“
In ihrer Begrüßung stellte Bärbel Lüttig die besondere Rolle der Abiturientia 2026 als Übergangsjahrgang am Bündelungsgymnasium heraus. Ohne diesen Jahrgang hätte es keine Mottowoche, keinen letzten Schultag mit seinen Traditionen, keine Abiturfeier und keinen Abiball gegeben – „wir wären in diesem Jahr gar kein ‚richtiges‘ Gymnasium gewesen“.
Sie bezeichnete den Jahrgang als „sprichwörtlich besondere Jahrgangsstufe“: klein im Land NRW, mit kleinen Kursen, intensiver Beratung und einem besonderen Zusammenhalt – „eine kleine, eingeschworene Truppe, die gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen ist“. Zugleich betonte sie, dass die Prüfungen in ihren Anforderungen den anderen Abiturjahrgängen in nichts nachstanden und die Feier bewusst „nicht kleiner, nicht kürzer, nicht weniger“ gestaltet wurde.
Festrede der Jahrgangsleitung: Nähe, Gemeinschaft und Mut zum eigenen Weg
In der ersten Festrede würdigten Anne Katrin Frischemeier und Torsten Schwämmle als Vertreter der Jahrgangsleitung, zu der auch Karin Ahle gehörte, den Abiturjahrgang 2026 aus Sicht der Lehrkräfte. Mit nur 30 Schülerinnen und Schülern sei ein Jahrgang entstanden, in dem man sich zwangsläufig kenne – inklusive der Frage, wer stets vorbereitet sei und wer kurz vor Unterrichtsbeginn noch nach einem Stift suche. Sie erinnerten an gemeinsame Erlebnisse wie die Berlinfahrt und die Orientierungstage in Harderhausen, an denen der Jahrgang Politik, Geschichte und große Lebensfragen ebenso erlebte wie wenig Schlaf und frühe Frühstückszeiten. Ein so kleiner Jahrgang sei familiär geprägt: Konflikte würden nicht durch Anonymität, sondern durch Begegnung gelöst, sodass eine echte Gemeinschaft gewachsen sei.
Mit Blick auf die Zukunft ermutigte die Jahrgangsleitung die Abiturientinnen und Abiturienten, ihren eigenen Weg zu gehen, neugierig zu bleiben und sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Sie gratulierten von Herzen zum Abschluss und wünschten Glück, Erfolg, Gesundheit und viele gute Entscheidungen – verbunden mit der Hoffnung, dass beim Rückblick weniger Klausuren als vielmehr Menschen und gemeinsame Erfahrungen in Erinnerung bleiben.
Schülerrede der Jahrgangsstufenvertretung: Rückblick, Dank und Motto
Anschließend ergriffen Pia Schmidt und Lorenz Linnemann als Jahrgangsstufenvertretung das Wort. Sie blickten humorvoll auf die Oberstufenzeit zurück – vom „bunt gemischten Haufen ehemaliger Realschüler“ über Klassenfahrten nach London und Berlin bis hin zu langen Tagen unterwegs, unzähligen Gesprächen, Insidern und Erinnerungen, die den Jahrgang geprägt haben. Mit einem Augenzwinkern beschrieben sie die Prüfungsphase als Mischung aus Fleiß und „wird schon irgendwie“, inklusive kreativer Nutzung von ChatGPT und gelegentlicher „technischer Zusammenarbeit“ in Klausuren. Zugleich betonten sie die gegenseitige Unterstützung in stressigen Zeiten und den Zusammenhalt, der am Ende dazu geführt habe, dass alle ihr Ziel erreicht haben. Ein wesentlicher Teil der Schülerrede war der Dank: an die Lehrkräfte für Engagement und Geduld, an die Familien für jahrelangen Rückhalt und an die Mitschülerinnen und Mitschüler für eine Schulzeit, die weit mehr war als Unterricht und Noten. Unter ihrem augenzwinkernden Motto „Chat AbiT – KI statt IQ“ machten sie deutlich, dass die wichtigsten Antworten am Ende doch von ihnen selbst kamen.
Festrede des Schulleiters: „Ein kleiner, aber sehr feiner Jahrgang“
In der dritten Festrede würdigte Schulleiter Dr. Matthias Koch die Besonderheit des Abiturjahrgangs 2026 als Übergangsjahrgang in Zeiten der Rückkehr zu G9. Während viele Gymnasien in Nordrhein‑Westfalen in diesem Jahr gar keinen Abiturjahrgang verabschiedeten, brachte die Brede als „Bündelungsgymnasium“ einen kleinen, aber „sehr feinen Jahrgang“ hervor, zu dem viele Jugendliche gehören, die bereits seit Klasse 5 an den Schulen der Brede gelernt haben. Er betonte, die Abiturientinnen und Abiturienten seien „gut gerüstet für den weiteren Lebensweg“, und hob hervor, wie wichtig ihm die persönliche Ansprache ohne KI‑Unterstützung sei: Hinter dem „Ich“ seiner Rede stehe eine ganze Person mit Erfahrung, Fehlern und Persönlichkeit. Ein Schwerpunkt seiner Ausführungen lag auf den Chancen und Risiken der Digitalisierung; auf einem guten fachlichen und digitalen Fundament komme es künftig vor allem darauf an, „das Humanum niemals aufzugeben“.
Zeugnisübergabe und Abschied
Nach den Festreden folgte ein weiterer Musikbeitrag von Carolina Puksec mit „Skyfall“, bevor die Abiturzeugnisse feierlich überreicht wurden. Während der Jahrgang draußen das offizielle Abschlussfoto machte, stießen Gäste und Schulgemeinschaft bereits auf die Abiturientia 2026 an; Am folgenden Abend bildete der Abiball den festlichen Abschluss.
Die Botschaft des Tages war eindeutig: „Genießt diese Zeugnisübergabe in vollen Zügen. Lasst euch feiern, nehmt die Glückwünsche dankbar an und seid euch bewusst, was ihr geschafft habt: Ihr habt euch euer Abitur erarbeitet!“. Im Namen der gesamten Schulgemeinde gratulierte Schulleiter Dr. Koch den Abiturientinnen und Abiturienten sowie ihren Eltern und ermutigte sie, ihre Talente zur Entfaltung zu bringen und sich produktiv in die Gesellschaft einzubringen.
Folgende Schülerinnen und Schüler haben 2026 am Gymnasium Brede ihr Abitur absolviert:
Rosalie Beier (Höxter)
Finn Beinlich (Höxter-Lüchtringen)
Josefine Berg (Beverungen)
Max Dück (Brakel-Hembsen)
Cheyenne Focke (Nieheim-Entrup)
Nicolas Göke (Steinheim)
Oscar Groppe (Beverungen-Rothe)
Anton Happe (Höxter-Stahle)
Nick Hein (Bad Driburg-Reelsen)
Lona Hoppe (Steinheim-Vinsebeck)
Martha Janzen (Willebadessen-Peckelsheim)
Sina Kaiser (Höxter)
Jan Keller (Brakel)
Melis Kiose (Brakel)
Helena Konratzki (Höxter)
Asya Kücüker (Steinheim)
Jamie Lee Lembke (Höxter)
Lorenz Linnemann (Bad Driburg-Dringenberg)
Nick Lipa (Brakel-Siddessen)
Maria Mehari Semere (Höxter-Lüchtringen)
Luis Müller (Brakel-Bellersen)
Jona Andreas Nolte (Höxter-Lüchtringen)
Clemens Onkelbach (Marienmünster-Bredenborn)
Carolina Puksec (Höxter-Lüchtringen)
Pia Schmid (Höxter-Lüchtringen)
Paula Schrader (Willebadessen-Peckelsheim)
Luis Alexander Sommer (Brakel)
Juliana Unger (Brakel)
Isabel Wienkemeier (Schieder-Schwalenberg – Lothe)
Darina Wolf (Willebadessen-Eissen)
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Text: Bärbel Lüttig
Fotos: Claudia Aldenhoff