© Besim Mazhiqi / Erzbistum-Paderborn

Schule ohne Rassismus Schule mit Courage

Was tut ihr, wenn an der Schule, auf Veranstaltungen oder in der Nachbarschaft Leute angepöbelt werden, weil sie sich durch ihr Auftreten, durch ihre Kleidung, ihre Religion, ihre Spra­che, ihre Hautfarbe oder ihrer Her­kunft von anderen unterscheiden? Was macht ihr, wenn es nicht bei Anpöbeleien bleibt, sondern diese Menschen weiter verbal oder sogar körperlich an­gegriffen werden?

Was empfindet ihr, wenn es sich bei den Angegriffenen um eure Mitschüler, eure Nachbarn und Freunde handelt? Nachgrölen, was andere vorgrölen? „Hat-ja-nichts-mit-mir-zu-tun“ denken? Oder sagen: „Jetzt reicht es uns! Wir setzen deutliche Zeichen gegen Gewalt und Rassismus!“?

Als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage wollen wir, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer, deutliche Zeichen gegen jede Form von Diskriminierung, Rassismus, Mobbing und Gewalt setzen. Die Verpflichtung zu den Zielsetzungen der Zertifizierung entspricht dem Auftrag einer katholi­schen Schule. Im täglichen Miteinan­der sind wir aufgefordert, ein Klima praktisch zu leben, das geprägt ist von Menschenfreundlichkeit, Aufmerksam­keit, Toleranz, Respekt und Achtung, geprägt vom christlichen Geist und von christlicher Überzeugung. Vielfältige themenorientierte Projekte, in denen sich jedes Mitglied unserer Schule en­gagieren kann, fördern die soziale und interpersonale Kompetenz der Schüler. Mit diesem Engagement verinnerlichen sie christliche Werte, die sie in ihrem persönlichen und beruflichen Leben befähigen, gesellschaftliche Verantwor­tung zu übernehmen und unsere Ge­sellschaft mitzuprägen. Aber es ist nicht immer einfach, die un­terschriebene Selbstverpflichtung ein­zuhalten. Manchmal schaut man doch weg, ist unaufmerksam gegenüber den kleinen Alltagsrassismen, mobbt. Hier wollen wir wachsam sein und als Schulgemeinschaft jeder Form von Dis­kriminierung, Rassismus, Mobbing und Gewalt weiterhin die rote Karte zeigen.

Selbstverpflichtung

  1. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.
  2. Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig einander zu achten.
  3. Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule einmal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierung durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere gegen Rassismus, vorzugehen.

Als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage haben wir in das schulische Angebot das Seminar „Wiederholt sich die Geschichte? Faschismus – Rechtsextremismus – Antisemitismus – Gewalt“ nunmehr für alle Klassen unserer Bildungsgänge fest installiert. Da die rech­te Szene auch in der hiesigen Region beständig zunimmt und unsere Schüler unweigerlich zunehmend Berührungspunkte mit der Szene bekommen, ist es uns als Schule sehr wichtig, sie für dieses Thema und ihrer Verantwortung gegenüber der Geschichte zu sensibilisieren. So sind Themenschwerpunkte des Seminars u. a.: Was verbinden wir mit Rechtsextremismus heute? Verschiede­ne Formen der rechtsextremen Szene und deren Gewichtung. Die Handlungsebene – Darstellung nach außen und Zivilcourage. Rechtsextremismus und Jugendkultur. Rechte Musik und Symbolik. (Wissen Sie zum Beispiel, was die Zahlen 88 oder das Nummernschild  .-MF-1488 bedeuten?). Engagierte Jugendliche von heute können die Vorbilder von morgen sein.