03.07.2026

Erstes MINT-EC Camp an der Brede!

Unser erstes MINT-EC Camp: „Wir haben alle gemeinsam mit Spaß praktisch viel gelernt!“
Seit diesem Monat stellen wir von der Brede auch ein Camp ins MINT-EC Angebot: „Die Fließgewässeruntersuchung der Brucht – Bestimmung des Saprobienindexes und Untersuchung chemischer Parameter mithilfe einer digitalen Lernumgebung“ – so lautet der Titel unseres Camps, das die Fachschaften Biologie und Chemie in Zusammenarbeit mit dem Department Chemie der Uni Paderborn mit Unterstützung des zdi des Kreises Höxter und dem B!Lab in Brakel ausgearbeitet haben. Es geht dabei methodisch um den praktischen Einsatz unserer Mess-Sensorik und thematisch um die regionalen Bezüge eines Nachhaltigkeitsthemas: Wasserschutz und Nutzung von Gewässern und Boden direkt vor unserer Schultür. Wie läuft das ab?
Am ersten Tag wurden die biologische Gewässergüte bestimmt und chemische Untersuchungen wie auch die Gewässerstruktur analysiert. Nach Auswertung der Ergebnisse wurden unterschiedliche Positionen der Nutzung des Gebietes (z.B. durch Verbraucher, Landwirte, Mineralwasserabfüller, den Landschaftsverband, die Industrie) anhand vorbereiteter Materialien auf Rollenkarten erarbeitet, Infos gesichtet und dann wurde exakt nach Argumenten für seine jeweilige Rolle recherchiert. Es ging in der Diskussion um auftretende Zielkonflikte sowie die regionale und globale Bedeutung von Entscheidungen, die so erlebbar gemacht werden konnten. Mit Untersuchungen zur Fotosynthese von Gewässerpflanzen beschäftigte sich die Gruppe dann am 2. Tag im b!Lab:
Eine runde Sache, so fanden nicht nur unsere Bredenschülerinnen und -schüler, sondern auch unsere Gastschülerinnen, die aus Lemgo, Geseke und Schloss Neuhaus von anderen MINT-EC Schulen angereist waren.

Emma und Clara aus der 10c der Brede haben teilgenommen und berichten euch viel genauer aus ihrer Perspektive:

Wir, Clara und Emma, wollen euch heute unsere beiden Tage innerhalb des MINT- EC Camps an den Schulen der Brede vorstellen. Angefangen hat es für uns am Dienstag, dem 30.6. um 9 Uhr. Wir wurden nett von den Lehrern und den Forschern der Universität Paderborn empfangen, und da sogar von extern Schülerinnen angereist sind, hat alles mit einem Kennenlernspiel begonnen. Nachdem wir alle ein bisschen ins Gespräch gekommen waren, ging es für uns weiter in die praktische Arbeit. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, eine hat zuerst chemisch und die andere hat zu Beginn biologisch geforscht.
Für uns ging es zuerst in die chemische Abteilung.
Ziel des Projektes war, anhand von Messungen die Brucht neben unserer Schule im Bredenwald nach chemischen Kenngrößen zu erforschen. Der Nitrat Gehalt in Böden und Gewässern weist nämlich ein großes Problem auf: es ist für das Trinkwasser und die Lebewesen in den Gewässern schädlich, doch Nitrat ist in Düngern wie Gülle enthalten. Die Landwirte brauchen die Möglichkeit, die Gülle ihrer Ställe als Dünger für die Felder nutzen zu können. Unsere Aufgabe war es jetzt, den Nitrat- Gehalt in unserem Fließgewässer an der Schule zu untersuchen. Wir sind also nach draußen gegangen und haben mit verschiedenen Geräten den pH- Wert, den Sauerstoffgehalt und die Temperatur des Wassers gemessen und wir haben die generelle Struktur des Gewässers an verschiedenen Standorten untersucht. Anhand dieser Werte konnten wir uns aus der Untersuchung der Proben den Nitratwert durch Rechnungen erschließen – wir sind zu ganz akzeptablen Ergebnissen gekommen!
Im Anschluss folgte eine Mittagspause, in der uns unsere Lehrer netterweise mit Essen sowie Getränken versorgt haben.
Danach ging es für uns und unsere Gruppe in die biologische Abteilung. Dort sind wir wieder nach draußen zur Brucht gegangen, jedoch haben wir uns dieses Mal auf die Tiere fokussiert. Wir wollten die biologische Gewässergüte ermitteln, indem wir nach Lebewesen gekeschert haben. Dabei haben wir neben vielen Larven von verschiedenen Insekten auch mehrere (sogar größere!) Aale fangen können. Mit den vorübergehend gefangenen Lebewesen sind wir wieder reingegangen, um sie unter dem Mikroskop mit Hilfe von Bestimmungsschlüsseln und -büchern zu benennen. Mit einer Tabelle und einer Rechnung konnten wir uns dann je nach gefundenem Lebewesen die Gewässergüte hier vor Ort erschließen. Auch hier waren wir positiv überrascht!
Zum Ende des Tages haben beide Gruppen sich erneut zusammengefunden, um über Nitrat und seine Auswirkungen zu diskutieren. Wir hatten verschiedene Rollen wie z.B. einen Landwirt, eine Kommunalpolitikerin, einen Verbraucher oder einen Mineralwasserabfüller vorgegeben und haben uns Argumente überlegt, um dann in der Gruppe das ganze Thema Düngung der Böden zu diskutieren.
Am 2. Tag ging es für uns wieder um 9 Uhr morgens los – diesmal zum Biologielabor b!Lab in Brakel. Dort ging es grob gesagt um Photosynthese. Am Anfang wurde uns ein Vortrag über das ganze Thema gehalten, jedoch sehr gut erklärt, denn wir haben dort gelernt, was genau wie innerhalb der Pflanzen übertragen wird und dass zum Beispiel Sauerstoff eigentlich nur ein Abfallprodukt der Fotosynthese ist und wir Menschen einfach Glück gehabt haben. Dazu ging es im Anschluss in das Labor, wozu wir drei große Experimente zu diesem Thema durchführen durften. Bei der 1. Station ging es um die Farbe der Pflanzen, beziehungsweise welche Farben sie am ehesten absorbieren und welche nicht. Anhand des ermittelten Graphen mit Prismastrahlung wurde uns verdeutlicht, dass Pflanzen bei grüner Strahlung am wenigsten Photosynthese betreiben können, im Gegensatz zu UV und roter Strahlung. Bei der 2. Station haben wir zuerst Algenkügelchen mit einer bestimmten Lösung produziert. Das sah tatsächlich sehr cool aus, ähnlich wie die Kügelchen die in Bubble Teas enthalten sind. Diese haben wir dann mit einem Indikator, der empfindlich auf den pH-Wert reagiert, in ein kleines Glas gefüllt und verschlossen. Das Ziel war es, die Photosynthese der Algen unter verschiedenen Bedingungen nachzuweisen. Danach haben wir die Gläschen mit verschiedenen Abständen vor eine Lampe gestellt (jede Gruppe hatte eine andere Aufgabe der Platzierung und Umhüllung) mit der Erwartung, dass sich die Farbe des Indikators eher weiter vorne verändert, da durch die viele Energie, die die Algen durch das Licht direkt vor ihnen bekommen, auch mehr Photosynthese betrieben werden kann. Durch das Wegreagieren von CO2 und den Austritt von Sauerstoff erwarteten wir die Färbung des Indikators zu eher lila und so wollten wir diesen Vorgang nachweisen. Durch externe Umstände wie die Wärme im Raum hat die Fotosynthese der Algen leider nicht wirklich gut funktioniert. An der 3. Station haben wir den Elektronenfluss in den Algen und anderen Lösungen nachgewiesen, die wir dann später an einer Apparatur mit einem Messgerät gemessen haben und an einem kleinen Musikchip angeschlossen haben. Innerhalb einer Apparatur waren 3 U-förmige Reagenzgläser mit den Algen und der Lösung zusammengeschaltet. Mit Hilfe von 3 Apparaturen haben wir es sogar geschafft, den Musikchip zum Erklingen zu bringen.

Unser Fazit: Abschließend können wir auf jeden Fall sagen, dass sich dieses Camp für jeden gelohnt hat! Wir haben mit vielen neuen Menschen gesprochen und sehr viel gelernt, und dabei sogar noch Spaß gehabt. Diese MINT-EC Angebote stellt man sich vielleicht eher anders vor, vielleicht wie strenger Unterricht, doch wir können euch versichern, dass es weder langweilig noch streng, noch unspaßig war. Wenn es das bei uns wieder gibt, dann meldet euch gern an!

Das Projekt wurde von Natur und Technik e.V. finanziell unterstützt. Damit leistet der Verein einen zentralen Beitrag zur MINT-Förderung in der Region. Der Verein Natur und Technik ist Träger des regionalen zdi-Netzwerkes „Zukunft durch Innovation“ und engagiert sich seit vielen Jahren nachhaltig für die Förderung der naturwissenschaftlich-technischen Bildung im Kreis Höxter. Die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Schule unterstreicht das nachhaltige Engagement für die regionale, praxisnahe MINT-Förderung.

Text: Birgit Niemann, Emma Symann, Clara Siebert
Fotos: Moritz Allroggen