15.10.2026

Mit der Klasse 10c zur „Ariadne auf Naxos“

Zu den Höhepunkten der Klassenfahrt der Klasse 10c nach München gehörte auch in diesem Jahr der Besuch in der Bayerischen Staatsoper. Auf dem Programm stand Richard Strauss’ Oper „Ariadne auf Naxos“. Besonders eindrucksvoll wurde der Abend durch eine persönliche Begegnung mit der amerikanischen Mezzosopranistin Irene Roberts, die in der Aufführung die Rolle des Komponisten übernahm.

Bereits im Musikunterricht hatten sich die Schüler*innen intensiv mit der Gattung Oper und dem Werk von Richard Strauss beschäftigt. Eine außergewöhnliche Gelegenheit bot sich ihnen dabei durch ein Interview mit Irene Roberts, die sich vorab per FaceTime aus München zuschaltete. Die international gefeierte Sängerin beantwortete Fragen zu ihrem Beruf, zur Vorbereitung auf eine Opernproduktion und zu ihrer Rolle in „Ariadne auf Naxos“. Den Kontakt hatte Musikreferendar Dr. Markus Brodthage hergestellt.
Entsprechend gespannt erwarteten die Jugendlichen die Aufführung im Münchner Nationaltheater. Für den Opernbesuch hatten sie sich besonders schick gekleidet und zeigten sich sowohl von der Atmosphäre des traditionsreichen Hauses als auch von der musikalischen und szenischen Gestaltung beeindruckt. Die Verbindung aus intensiver Vorbereitung und unmittelbarem Erleben machte den Abend zu einer besonderen Erfahrung.
Nach der Vorstellung wartete noch eine Überraschung: Am Bühneneingang traf die Klasse Irene Roberts persönlich. Die Sängerin nahm sich Zeit für Gespräche, beantwortete weitere Fragen und verteilte Autogramme. So erhielt der Opernbesuch einen sehr persönlichen Abschluss, der den Schüler*innen sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.
Der Besuch der Bayerischen Staatsoper steht zugleich beispielhaft für einen wichtigen Bildungsauftrag der Schule. Gerade in einer Zeit, in der soziale Medien und digitale Informationsangebote die Wahrnehmung junger Menschen stark prägen und etablierte und bewährte gesellschaftliche Institutionen – insbesondere im Kulturbereich – zunehmend hinterfragt werden, ist es von besonderer Bedeutung, Schüler*innen unmittelbare Begegnungen mit Kunst, Kultur und Geschichte zu ermöglichen. Schule kann hier Zugänge eröffnen, kulturelle Teilhabe fördern und den Horizont über den eigenen Alltag hinaus erweitern.
Diesem Anliegen folgt auch das weitere Programm der Klassenfahrt. Neben dem Opernbesuch stehen unter anderem Besichtigungen der Münchner Pinakotheken, des Deutschen Museums und der KZ-Gedenkstätte Dachau auf dem Programm. Die Jugendlichen begegnen damit ganz unterschiedlichen Bereichen unseres kulturellen und historischen Erbes: der bildenden Kunst, den Naturwissenschaften und der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit.
Der Opernabend zeigte eindrucksvoll, wie bereichernd solche Begegnungen sein können – insbesondere dann, wenn aus einem zunächst vielleicht ungewohnten Kunstwerk durch gute Vorbereitung, persönliche Kontakte und das gemeinsame Erleben eine bleibende Erinnerung wird.

Text und Bildern: Jelena Rodemeyer und Volker Karweg