16.06.2026

Eine Woche in Taizé: Kloster oder Urlaub? 

Um diese Frage zu beantworten, machten sich 31 Schülerinnen und Schüler mit vier Lehrpersonen der Schulen der Brede und des Gymnasiums St. Michael Anfang Juli auf den Weg.

Nach einer langen aber angenehmen Busfahrt kamen wir passend zum Abendessen in dem kleinen Ort in Burgund, Frankreich an. Dort ist seit den 1940er Jahren der ökumenisch-christliche Orden von Taizé ansässig. Nach dem Essen konnten wir bereits am ersten Abendgebet teilnehmen. Die sich wiederholenden Gesänge, die ruhige Atmosphäre und das Sitzen auf dem Teppichboden in der Kirche waren für einige zunächst gewöhnungsbedürftig, aber machten auch neugierig auf mehr. Danach wurden wahlweise die Zelte aufgebaut oder die Betten in den Zimmern bezogen und wir ließen den ersten Abend am „Oyak”, dem Kiosk in Taizé ausklingen. 

Täglich fanden drei Taizé-Gebete statt, bei denen viel gesungen wurde und die Stille bot Zeit zum Nachdenken und Reflektieren. Jeden Morgen wurde zunächst in einer großen Gruppe von 400 Jugendlichen eine Bibelstelle von einer Freiwilligen auf unterhaltsame und interaktive Weise besprochen und szenisch dargestellt. Danach trafen wir uns in Kleingruppen mit verschiedenen Gleichaltrigen aus unterschiedlichen Ländern. Hier unterhielten wir uns angeregt, teils über die Bibelstelle, teilweise auch über persönliche Erlebnisse und Gedanken oder aktuelle Themen. Manchmal wurden auch einfach Spiele gespielt. In dieser Woche besuchten auch viele Musikbegeisterte Taizé und sorgten durch gemeinsames Musizieren für tolle Stimmung. Auch die Grillen, Frösche oder Nachtigallen stimmten unter dem Sternenhimmel ihr Konzert an.

Die über Achtzehnjährigen durften dieses Jahr hinter die Kulissen von Taizé gucken und an verschiedenen Arbeiten, die den Alltag an diesem Ort am Leben halten, teilnehmen. Diese bestanden unter anderem aus der Arbeit im „Solidarity Garden“ (einem Gemüsegarten) und der Vorbereitung des Mittagessens. In diesem Jahr sorgte besonders eine Gruppe Jugendlicher aus den Niederlanden für interessanten Austausch und neue Bekanntschaften. Zum Beispiel zeigten sie uns traditionelle niederländische Tänze. So konnten wir einen Eindruck davon bekommen, wie es hier in den Monaten Juli und August zugeht, in denen wöchentlich tausende von Jugendlichen aus der ganzen Welt herkommen. 

Am Donnerstag fuhren einige von uns nach Cluny, um sich die Stadt anzuschauen und typisch französisch zu essen. Besonders die Auslagen der Bäckereien dort waren ein Hingucker und vor allem lecker! Während dieser spannenden Woche konnten wir viele neue Erfahrungen sammeln, in uns gehen und uns aus einer ganz neuen Perspektive besser kennenlernen. So hieß es am Ende der Woche auf die Frage „Eine Woche in Taizé: Kloster oder Urlaub?“: Irgendwie etwas von beidem, aber um Taizé wirklich zu verstehen, muss man es selber erlebt haben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich einige bereits den Termin für die Fahrt nächstes Jahr notiert haben, nämlich die Woche vom 23.-30.05.2027. 

Text: Schülerinnen und Schüler, sowie Lehrkräfte der Taizéfahrt

Fotos: Schülerinnen der Taizéfahrt und c Taizé