Kann eine Künstliche Intelligenz menschliche Nähe ersetzen? Diese zentrale Fragestellung stand im Mittelpunkt einer digitalen Schulstunde unserer Medienscouts. In Zusammenarbeit mit der Initiative *klicksafe* sowie externen Expertinnen und Experten setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Themenfeld „Künstliche Beziehungen“ und sogenannten „Helpbots“ auseinander.
Digitale Begleiter – häufig auch als „AI Friends“ bezeichnet – sind jederzeit erreichbar, reagieren unmittelbar auf Nachrichten und vermitteln das Gefühl ständiger Verfügbarkeit. Gerade für junge Menschen kann dies attraktiv erscheinen: Es gibt keine Wartezeiten, keine Zurückweisung, keine zwischenmenschlichen Missverständnisse. Doch stellt sich die grundlegende Frage, ob diese Form der Interaktion tatsächlich mit menschlicher Freundschaft vergleichbar ist.
Im Verlauf der Veranstaltung wurden Chancen und Risiken solcher Technologien differenziert betrachtet. Diskutiert wurde unter anderem, inwiefern Chatbots Unterstützung bieten können – etwa als niedrigschwellige Ansprechpersonen bei organisatorischen Fragen oder zur ersten Orientierung bei Problemen. Gleichzeitig wurde kritisch hinterfragt, welche Grenzen digitale Systeme besitzen: Sie verfügen weder über eigenes Bewusstsein noch über echte Empathie. Ihre Reaktionen beruhen auf programmierten Mustern und Datenverarbeitung, nicht auf persönlichem Erleben oder emotionaler Verbundenheit.
Ein besonderer Fokus lag auf der Entwicklung eines verantwortungsvollen Umgangs mit digitalen Begleitern. Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmenden Strategien, um technologische Angebote sinnvoll zu nutzen, ohne reale soziale Beziehungen zu vernachlässigen. Dabei wurde deutlich: Digitale Anwendungen können unterstützend wirken, ersetzen jedoch keine authentischen zwischenmenschlichen Begegnungen, die von Vertrauen, Gegenseitigkeit und gemeinsamer Erfahrung geprägt sind.
Unsere Medienscouts haben durch diese intensive Auseinandersetzung ihre Medienkompetenz weiter gestärkt. Sie sind nun in der Lage, auch jüngeren Jahrgängen die Unterschiede zwischen algorithmisch gesteuerter Kommunikation und echter Freundschaft verständlich zu vermitteln. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu einem reflektierten und verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Technologien im schulischen Alltag.
Die Frage, ob eine KI ein bester Freund sein kann, bleibt ein spannender Diskussionsanstoß. Die klare Erkenntnis des Tages lautet jedoch: Technologie kann begleiten – doch menschliche Beziehungen bleiben unersetzlich.
Fotos: Tobias Stelzle
Text: Bärbel Lüttig