Mit dem KulTurm 26 unter dem Motto „Von der Zeit“ erlebten die Schulen der Brede einen außergewöhnlichen Abend voller Kreativität, Musik, Literatur und Kunst. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler präsentierten ein beeindruckendes Kulturprojekt, das eindrucksvoll zeigte, wie lebendig, vielseitig und inspirierend kulturelle Bildung an der Brede gelebt wird.
Zeit begleitet jeden Menschen – sie prägt Erinnerungen, bestimmt unseren Alltag und eröffnet den Blick auf die Zukunft. Genau diesem vielschichtigen Thema widmete sich der diesjährige KulTurm, der Besucherinnen und Besucher auf mehreren Ebenen des Schulgebäudes und in der Aula zu einer besonderen Reise durch Kunst, Musik, Geschichte und Literatur einlud.
Unter der Gesamtleitung von Herrn Conze entstand ein Konzept, das die Vielfalt kreativer Arbeit an den Schulen der Brede eindrucksvoll sichtbar machte. Gemeinsam mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen sowie vielen engagierten Schülerinnen und Schülern verwandelte er die Schule in einen Ort der Begegnung, des Staunens und der Inspiration. Der KulTurm zeigte einmal mehr, wie erfolgreich fachübergreifendes Arbeiten gelingen kann, und wie kreative Projekte junge Menschen dazu ermutigen, ihre Talente zu entdecken und weiterzuentwickeln.
Eine Ausstellung voller Ideen und Perspektiven
Bereits die Ausstellung machte deutlich, mit welcher Kreativität sich die verschiedenen Jahrgangsstufen und Kurse dem Thema Zeit genähert hatten. In den Ausstellungsräumen begegneten den Besucherinnen und Besuchern Zeichnungen, Malereien, Fotografien, Modellbauten, Installationen, Plastiken und Filmprojekte, die das Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten.
Die Klassen der Jahrgangsstufe 6 präsentierten unter anderem Arbeiten zu Bewegungsabläufen und Zeitwahrnehmung. Besonders originell waren die Stop-Motion-Projekte der Klasse 6c sowie Zeichnungen, die Zeitabläufe im Daumenkino sichtbar machten. Andere Gruppen beschäftigten sich mit Erinnerungen, Familiengeschichten oder der Entwicklung unserer Welt.
Die Kunstkurse der Mittelstufe griffen das Thema ebenfalls auf vielfältige Weise auf. Es entstanden moderne Wanduhren, surreale Raumdarstellungen und plastische Arbeiten, die den Zusammenhang von Raum und Zeit kreativ interpretierten. Jugendliche Selbstporträts, Installationen und individuelle Projekte zeigten persönliche Zugänge zu einem Thema, das jeden Menschen betrifft.
Auch die Oberstufe setzte eindrucksvolle Akzente. Unter anderem wurden berühmte Kunstwerke neu interpretiert, fotografische Momentaufnahmen inszeniert und zeitgenössische Plastiken geschaffen. Die Kurse von Karin Ahle und Britta Kaiser präsentierten Werke, die den Bogen von kunsthistorischen Vorbildern bis zu modernen Fragestellungen spannten. Besonders eindrucksvoll waren die fotografischen Arbeiten zum „eingefrorenen Moment“ sowie die Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit und Erinnerung in den ausgestellten Stillleben.
Darüber hinaus fanden sich auch historische und gesellschaftliche Perspektiven in der Ausstellung wieder. Die Austauschgruppe mit dem Gymnasium in Prag präsentierte einen Museumskoffer zur deutsch-tschechischen Geschichte zwischen 1938 und 1946. Historische Zeitungsdokumente aus den Jahren des Mauerfalls und der Wiedervereinigung verdeutlichten eindrucksvoll, wie eng Zeit, Geschichte und persönliche Erinnerung miteinander verbunden sind.
Ein abwechslungsreiches Programm auf mehreren Ebenen
Neben der Ausstellung begeisterte vor allem das vielfältige Bühnenprogramm, das sich über mehrere Ebenen des KulTurms erstreckte. Den feierlichen Auftakt gestaltete Hubert Hinrichs mit einer Fanfare an der Trompete. Anschließend eröffnete Johanna Große-Bölting, Schülerin des Kulturkurses, den Abend und führte als Moderatorin wunderbar durch das Programm.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten die szenischen Beiträge der Kulturkurse und Klassen, die das Thema Zeit auf kreative und oftmals überraschende Weise interpretierten. Mit Aufführungen wie „Memento Mori“, „Zeit im Alltag“ oder „Die roten Handschuhe“ gelang es den jungen Darstellerinnen und Darstellern, philosophische Fragen ebenso wie Alltagserfahrungen auf die Bühne zu bringen.
Einen wichtigen Bestandteil des Abends bildeten auch die literarischen Beiträge. Schülerinnen und Schüler des Literaturkurses präsentierten eigene Texte, Redebeiträge, Gedichtvorträge und Bildbetrachtungen. Titel wie „Fließende Zeit“, „Sachlichere Betrachtung“, „Dialog zum Bild ,Nachher‘“ oder das Gedicht „Die Zeit“ regten zum Nachdenken an und machten deutlich, wie intensiv sich die Jugendlichen mit dem Leitthema auseinandergesetzt hatten.
Für musikalische Höhepunkte sorgten zahlreiche Solistinnen und Solisten sowie verschiedene Ensembles der Schule. Emilia Janzen und Jenny Derksen beeindruckten gemeinsam mit ihren Klavierbegleitern mit Werken von Jean-Baptiste Bréval. Die Streichergruppen und das Streichorchester präsentierten ein abwechslungsreiches Programm von klassischen Stücken bis hin zu modernen Arrangements.
Großen Applaus erhielt auch die Vokalklasse, die mit Liedern wie „Irgendwas bleibt“ und „We Are the World“ das Publikum begeisterte. Den stimmungsvollen Abschluss des Abends gestaltete die Schulband Exit 5, deren Auftritt jedoch spontan in den Turm verlegt werden musste. Aber auch diese technische Herausforderung meisterte die Band großartig.
Gemeinsam Kultur gestalten
Besonders beeindruckend war an diesem Abend das Zusammenspiel der unterschiedlichen Fachbereiche. Kunst, Musik, Literatur, Geschichte und Darstellendes Spiel verbanden sich zu einem Gesamtkonzept, das den KulTurm weit über eine klassische Ausstellung hinaus zu einem lebendigen Erlebnis machte. Hinter allen Präsentationen standen viele Monate intensiver Vorbereitung. Schülerinnen und Schüler entwickelten Ideen, probierten neue Ausdrucksformen aus, überarbeiteten Entwürfe und arbeiteten mit großer Ausdauer an ihren Projekten. Die beteiligten Lehrkräfte begleiteten diesen Prozess mit Fachwissen, Kreativität und persönlichem Engagement. Das Ergebnis war ein Gemeinschaftswerk, das die besondere Kultur der Brede sichtbar machte: Offenheit, Teamgeist, Kreativität und die Freude am gemeinsamen Gestalten. Gerade in einer Zeit, die häufig von Schnelligkeit und digitalen Medien geprägt ist, schuf der KulTurm Räume für Begegnung, Reflexion und gemeinsames Erleben. Kunst wurde nicht nur betrachtet, Musik nicht nur gehört und Literatur nicht nur gelesen – all dies wurde gemeinsam erlebt und mit Leben gefüllt.
Dank an alle Mitwirkenden
Die Schulgemeinschaft bedankt sich herzlich bei allen Schülerinnen und Schülern, die mit ihren Ideen, ihrer Kreativität und ihrem Engagement zum Gelingen des KulTurms beigetragen haben. Ein besonderer Dank gilt Thomas Conze, der als Hauptorganisator die zahlreichen Beiträge koordinierte und die vielfältigen Aktivitäten zu einem beeindruckenden Gesamterlebnis zusammenführte. Ebenso gebührt allen beteiligten Lehrkräften große Anerkennung für ihre engagierte Begleitung und Unterstützung der Projekte. Dank ihres Einsatzes konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Talente entfalten und ihre Ideen sichtbar machen. Herzlich gedankt sei außerdem der Moderatorin des Abends, die souverän und charmant durch das Programm führte, dem Technik-Team, das mit großem Einsatz für einen reibungslosen Ablauf sorgte, sowie dem Catering-Team, das die Gäste während des gesamten Abends bestens versorgte.
Der KulTurm 26 hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Kreativität, Talent und Begeisterung in der Schulgemeinschaft der Brede steckt. Kunst, Musik, Literatur und Theater haben an diesem Abend Menschen zusammengebracht, Horizonte erweitert und die Zeit für einige Stunden zu etwas ganz Besonderem gemacht.
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Text: Bärbel Lüttig
Fotos: Bärbel Lüttig (weitere Fotos von Madita Reinold folgen in der kommenden Woche)